Kimi Antonelli fürchtet nach Monza-PK Strafe: "Was habe ich gerade getan?"
Kimi Antonelli rutscht in der FIA-Pressekonferenz ein verbotenes Wort heraus, und seine Reaktion sorgt für Lacher und die Frage nach einer Strafe
"Shit": Kimi Antonelli ist in Monza ein "böses Wort" herausgerutscht ...
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Velimir Jukic, ein Journalist von der slowenischen Automotive-Plattform AvtoFocus, hatte wohl schon eine Vorahnung: "Ich habe eine schwierige Frage für Kimi", sagte er am Donnerstagnachmittag in der FIA-Pressekonferenz in Monza, in der sich fast alle Fragen nur an den italienischen Lokalmatador Kimi Antonelli richteten.
Es ging eigentlich um das Thema der Gefahr in der Formel 1. "Manchmal kannst du sterben, wenn du einen schweren Unfall hast", sagte der Journalist in seinem leicht holprigen Englisch - und wirkte damit wahrscheinlich etwas direkter und plumper, als er das in seiner Muttersprache hätte vermitteln wollen.
Doch brisant wurde das Frage-Antwort-Spiel im hochoffiziellen FIA-Rahmen an der Stelle nicht wegen des Journalisten, und auch nicht wegen dem, was Antonelli dazu zu sagen hatte. Sondern der 20-jährige Italiener, dessen Muttersprache ebenfalls nicht Englisch ist, kam mitten in seinem Redefluss ins Stocken: "Natürlich sind uns die Risiken bewusst, die es gibt, denn die ... Oh, Scheiße", sagte er, nach den richtigen Worten ringend.
Warum Antonellis Aussage problematisch war
Ein potenziell schwerwiegender "Versprecher", denn: Seit dem F-Wort-Eklat um Max Verstappen in einer FIA-Pressekonferenz im Jahr 2024 gilt in der Formel 1, zumindest in einer FIA-PK oder den offiziellen TV-Interviews, ein "Fluchverbot". Schließlich will die Formel 1 anno 2026 nicht nur einigen hartgesottenen Benzinbrüdern gefallen, sondern sie versteht sich ausdrücklich als Unterhaltung für die gesamte Familie.
Antonelli wurde sofort, als ihm das Wort "Shit" in englischer Sprache über die Lippen kam, bewusst, was ihm da passiert war, setzte unter dem Gelächter der Medienvertreter ein verlegen lächelndes Gesicht auf und sagte: "Sorry! Oh mein Gott. Sorry, sorry, sorry. Das ist fürchterlich. Oh mein Gott. Was habe ich gerade getan? Jetzt muss ich mir Sorgen machen wegen der Strafe, die kommt."
Doch so eine droht Antonelli vor seinem Heimspiel nicht: Mit seiner sofortigen Reaktion und mehrmaligen Entschuldigung dürfte er das Bedürfnis der FIA-Offiziellen, sein "Fluchen" zu ahnden, entschärft haben. Zumal es sich in seinem Fall eindeutig um ein Versehen handelte - und nicht um ein bösartiges Fluchen in einem Zustand der Rage. Auf Anfrage von Motorsport-Total.com bestätigt die FIA jedenfalls, dass deswegen keine Untersuchung anhängig ist.
Dass Antonelli kurz eine Strafe fürchtete, kommt nicht von ungefähr. Beim Grand Prix von Singapur 2024 war Verstappen von den FIA-Kommissaren zu gemeinnütziger Tätigkeit verdonnert worden, nachdem er in der offiziellen FIA-Pressekonferenz mit dem F-Wort die damalige Performance seines Red Bull beschrieben hatte. Die Stewards werteten den Kraftausdruck als Fehlverhalten nach dem Internationalen Sportgesetzbuch - obwohl er sich nicht gegen eine bestimmte Person oder Gruppe gerichtet hatte.
Nur wenige Wochen später erwischte es auch Charles Leclerc: Der Ferrari-Pilot verwendete nach dem Grand Prix von Mexiko ebenfalls das F-Wort, als er seinen Beinahe-Abflug im Rennen beschrieb. Leclerc bemerkte seinen Fauxpas sofort und entschuldigte sich - trotzdem verhängte die FIA eine Geldstrafe von 10.000 Euro, von denen 5.000 Euro für zwölf Monate auf Bewährung ausgesetzt wurden. Als mildernden Umstand werteten die Kommissare unter anderem, dass sich Leclerc unmittelbar entschuldigt hatte.
Wie Antonelli die Frage nach dem Tod beantwortet hat
Das eigentliche Thema der Frage an Antonelli geriet angesichts des kurzen "Aufregers" übrigens ins Hintertreffen. Die Formel 1 sei "viel zu schnell", um sich beim Fahren in schnellen Kurven um Todesängste Gedanken machen zu können, sagte der Mercedes-Pilot: "Du hältst einfach drauf. Wenn es gutgeht, fein - und wenn nicht, bereitest du dich auf den Einschlag vor."
"Wir alle wissen, wie gefährlich dieser Sport ist. Aber wir lieben das, was wir tun. Und das Risiko ist ein Teil davon. Außerdem hat die Formel 1, zusammen mit der FIA, in Sachen Sicherheit unglaublich gute Arbeit geleistet. Die Autos sind heutzutage viel sicherer als früher. Und das gibt uns das Vertrauen, auf der Strecke ans Limit zu gehen", so Antonelli.
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