Kimi Antonelli räumt Fehler ein: In den ersten Runden "etwas zu übermotiviert"
WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli fährt nach dem unglücklichen Qualifying am Vortag noch auf das Podium - Warum der erste Stint aber den möglichen Sieg verhinderte
Kimi Antonelli verspielt den möglichen Sieg beim Österreich-Grand-Prix
Foto: LAT Images
Mercedes-Youngster Kimi Antonelli wollte nach einem frustrierenden Samstag, als der 19-Jährige seinen letzten Qualifying-Versuch wegen der gelben Flagge infolge des Unfalls von Max Verstappen abbrechen musste, im Rennen Wiedergutmachung betreiben. Doch der Italiener ging die Aufgabe deutlich zu forsch an.
"Ja, ich war in den ersten Runden wohl etwas zu übermotiviert und bin definitiv nicht gut gefahren; mir sind zu viele Fehler unterlaufen", räumt der WM-Spitzenreiter selbstkritisch ein. Bereits in der ersten Runde rutschte Antonelli zweimal neben die Strecke, ein drittes Mal folgte zu Beginn der zweiten Runde.
"Ich glaube, er wollte den Sieg unbedingt schon in den ersten Runden klarmachen, und das kam ihn teuer zu stehen", meint Teamchef Toto Wolff im Gespräch mit Sky UK. "Aber mir hat dieser Enthusiasmus gefallen; er geht einfach voll zur Sache - den Hügel hinauf, wo er wahrscheinlich 30 Meter zu spät in die Eisen steigt."
"Und das Gleiche weiter unten. Genau so soll es sein", übt der Österreicher keine Kritik an seinem Youngster, im Gegenteil: "Wir wollen einen Fahrer, der ständig voll auf Angriff fährt, denn einen Esel kann man nicht zum Sprinten bringen, aber ein Rennpferd kann man zügeln."
Kimi Antonelli verliert "drei oder vier Sekunden"
Nach dem Rennen muss Antonelli seinen Fehler durch die übermütige Anfangsphase allerdings eingestehen: "Allein im ersten Stint auf den Medium-Reifen habe ich durch Fehler drei oder vier Sekunden verloren, auch weil ich Probleme mit den Bremsen hatte", berichtet der Mercedes-Pilot, der vom vierten Startplatz in das Rennen gegangen war.
"Ich hatte Probleme mit den Bremsen. Es gab eine Diskrepanz bei der Bremsbalance und ich habe mich schwergetan, die Bremszonen aggressiv anzugehen", ergänzt der 19-Jährige bei Sky UK. "Anfangs hatte ich wirklich zu kämpfen und habe einige Fehler gemacht."
"Aber im zweiten Stint habe ich mich quasi neu sortiert. Der dritte Stint war dann richtig stark, aber da kam ich einfach ein bisschen zu spät in Schwung." Nach dem Start hing der Mercedes-Youngster zunächst hinter Ferrari-Pilot Charles Leclerc auf dem fünften Platz fest.
Zwar konnte der Italiener seinen Kontrahenten nach wenigen Umläufen überholen, allerdings waren die Top 3 zu diesem Zeitpunkt bereits um wenige Sekunden weggefahren. "Er hat einfach die Positionen verloren, die vielleicht den Unterschied gemacht hätten, das Rennen zu gewinnen", meint Toto Wolff bei Sky.
"George Russell hat das Rennen am Ende natürlich gemanagt", betont der Österreicher. "Aber der entscheidende Unterschied war der erste Stint von Kimi Antonelli. Danach hatte er die Pace - gerade auf den Reifen, als es heißer wurde und der Verschleiß zunahm."
Toto Wolff sicher: Antonelli-Sieg war "definitiv" möglich
"Er hätte definitiv um den Sieg kämpfen können", ist der Mercedes-Teamchef überzeugt. Am Ende fehlten Antonelli zwar weniger als zwei Sekunden auf seinen Teamkollegen, doch Wolff betont auch: "George hatte die Situation an der Spitze jederzeit im Griff und konnte sein Rennen entsprechend verwalten."
Der Rückstand auf Max Verstappen im Red Bull war mit lediglich 0,375 Sekunden sogar noch kleiner. "Mit zwei, drei oder vier Runden mehr wäre es richtig spannend geworden", ärgert sich Antonelli darüber, dass er den zweiten Platz nur knapp verpasste.
"Aber natürlich Glückwunsch an George und Max, sie haben ein wirklich starkes Wochenende abgeliefert", sagt der Mercedes-Pilot und ergänzt selbstkritisch: "Auf meiner Seite hat sich zwar vieles verbessert, aber ich muss die Fehler noch weiter minimieren. Ich glaube, dieses Wochenende war sehr lehrreich für mich."
"Nachdem ich so stark ins Wochenende gestartet war, habe ich wohl ein wenig meinen Rhythmus verloren", sagt Antonelli rückblickend. "Vielleicht habe ich mich etwas zu sehr entspannt oder war zu selbstsicher. Aber es war definitiv eine wichtige Lektion, und in Silverstone werden wir stärker zurückkommen."
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