Kimi Räikkönen: Kein Kommentar zu Boxenstopp-Zwischenfall

Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen zeigt sich am Donnerstag in Schanghai gewohnt kühl - Der Boxenstopp-Fauxpas habe nichts mit Pech zu tun - Enttäuscht nach Bahrain

In Runde 35 war der Bahrain-Grand-Prix für Kimi Räikkönen zu Ende. Beim zweiten Boxenstopp des Finnen löste sich das linke Hinterrad nicht, der Weltmeister des Jahres 2007 bekam dennoch grünes Licht zum Wegfahren. Mit drei neuen und einem alten Pneu, mit dem er auch noch einen Mechaniker überfuhr, blieb er wenige Meter später in der Boxengasse gestrandet stehen. Ansonsten wäre wohl das Podium für den "Iceman" in Reichweite gewesen. Am Donnerstag in China möchte er in seiner typisch kühlen, knappen Art nicht mehr über den Fauxpas des vergangenen Wochenendes sprechen.

Fotostrecke: Boxenstopp-Unfall von Räikkönen!

Schmallippig tritt Räikkönen vor die Pressevertreter, auf die Frage nach dem Boxenstopp-Dilemma antwortet er: "Von meiner Seite aus war alles komplett klar. Ich habe die Lichter befolgt, das war's. Alles weitere müsst ihr das Team fragen." Punkt. Der "Iceman" wird seinem Spitzenamen wieder einmal mehr als gerecht. Denn auch über den Gesundheitszustand des verletzten Mechanikers möchte er keinen Kommentar abgeben. Nur so viel: "Es ist nicht mein Job, über den Gesundheitszustand anderer Leute Auskunft zu geben. Ich möchte mich dazu nicht äußern. Ob ich mich bei anderen Leuten melde? Das geht euch nichts an."

Francesco Cigarini wurde mittlerweile erfolgreich operiert und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Räikkönen dürfte das nicht mitbekommen haben. Genervt von Nachfragen zu dem Vorfall entgegnet der 38-Jährige: "Wenn man keine Boxenstopps durchführen würde, wäre es sicherer. Ganz einfach, aber sobald wir mit den Autos involviert sind und man alles so schnell wie möglich erledigen will, können eben Dinge schieflaufen. Ich hätte nichts anders machen können." Als Pilot sei seine einzige Aufgabe in diesem Moment jene, auf die Ampel zu achten.

Glückloser Räikkönen: "Hat nichts mit Pech zu tun"

"Auch wenn es nur für zwei oder eine Sekunde grün ist, dann bin ich schon weg. Wenn es nur kurz grün aufleuchten würde, hätte ich die Kupplung gelöst", erklärt Räikkönen. Der Wettkampf in der Box sei grundsätzlich "infrage zu stellen", merkt er an. "Man versucht natürlich, überall Zeit zu holen. Leider war das Endergebnis alles andere als ideal." Hätte der Ferrari an seine Box zurückgerollt werden können? "Ja, im Nachhinein hätten wir vieles anders machen können. Aber so ist es geschehen. Wir haben einen hohen Preis dafür bezahlt. Hoffentlich müssen wir uns später nicht darüber ärgern."

 

Kimi Raikkonen, Ferrari SF71H retries from the race in pit lane
Kimi Raikkonen, Ferrari SF71H retries from the race in pit lane

Foto Sutton Images

Mit "später" meint Räikkönen konkret die Schlussphase der Saison, wo die fehlenden Bahrain-Punkte zwischen Triumph oder Misserfolg entscheiden könnten. Schon in den Vorjahren war der Finne des Öfteren der Glücklose, sei es durch strategische Fehlentscheidungen oder Missgeschicke, wie eben jenes in Bahrain. Hat er sein ganzes Glück mit dem WM-Finale in Brasilien 2007 schon verbraucht? "Ich denke nicht, dass es hierbei um Glück geht. Man kann sich darauf nicht verlassen. Das hat damit nichts zutun. Irgendwo wurde ein Fehler gemacht. Das hat uns viele Punkte gekostet, ich konnte das Rennen nicht beenden. Was auch immer es war, es sollte behoben werden."

Schon in Melbourne durchkreuzte das virtuelle Safety-Car seine Strategie - Räikkönen wurde Dritter, Vettel strahlte als Sieger. In Bahrain wiederholte sich ein ähnliches Bild, obwohl der Finne in die Saison 2018 deutlich stärker gestartet ist als in den Vorjahren. Haftet doch auch etwas Pech am Ferrari-Fahrer? "Ich weiß nicht, ob man von Pech sprechen kann. Ich glaube einfach nicht, dass es etwas mit Glück zu tun hat. Vielleicht beim Safety-Car - entweder es trifft dich, oder eben nicht. Im letzten Rennen hatten wir ein Problem, das den Ausfall verursacht hat, das hatte nichts mit Glück zu tun", lässt er dieses Argument nicht gelten.

Viele chinesische Fans "tangieren" Räikkönen nicht

Räikkönen gibt zu, enttäuscht zu sein ob der mageren Ausbeute in den ersten zwei Rennen. In der WM-Wertung liegt er mit den 15 Punkten aus Australien nur noch auf Platz fünf hinter seinem Ex-Teamkollegen Fernando Alonso. Auf Garagennachbar Vettel fehlen bereits 35 Zähler, mehr als ein Rennsieg. "Wir müssen uns einfach verbessern. Es ist enttäuschend, schon so früh in der Saison ein schlechtes Ergebnis zu holen, aber ich kann es nicht ändern."

 

Kimi Raikkonen, Ferrari signs autographs for the fans
Kimi Raikkonen, Ferrari signs autographs for the fans

Foto Sutton Images

In China zählt Ferrari wieder zu den Topfavoriten. Erstmals hat Pirelli eine Reifenmischung ausgelassen, man bringt den Medium, den Soft und den Ultrasoft mit nach Schanghai. Wie könnte sich das auswirken? "Es wird einen größeren Unterschied geben als bei den ersten beiden Rennen. Wir wissen noch nicht, ob das manchen Teams in die Hände spielen könnte", gibt er sich auch hierbei zugeknöpft.

"Neue Strecke, anderes Layout, und das Wetter kann auch knifflig werden dieses Wochenende, daher lässt sich noch nicht sagen, wo wir stehen werden." Zumindest werden ihn zahlreiche chinesische Fans anfeuern, der Finne erfreut sich in Asien großer Beliebtheit. "Das tangiert mich nicht", lässt er wissen. "Sie sind sehr leidenschaftlich, aber das ändert für mich nicht viel", antwortet der "Iceman" gewohnt kühl.

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung Schanghai
Rennstrecke Shanghai International Circuit
Fahrer Kimi Räikkönen
Teams Ferrari
Artikelsorte Reaktion
Tags boxenstopp, ferrari, formel 1 2018, kimi raikkonen