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Foto: LAT Images

Formel-1-Team McLaren griff in der Saison 2025 nur in Ausnahmen auf Stallregie zurück. Doch die Art und Weise, wie diese Teamorder durchgesetzt wurde, wirft Fragen auf - zumindest bei David Coulthard, der früher selbst für McLaren angetreten ist.

Der 13-malige Grand-Prix-Sieger kritisiert im Podcast Red Flags ausdrücklich nicht die "Papaya-Regeln" von McLaren, sondern sagt: "Mir gefällt nicht, dass der Ingenieur die Anweisung gibt. Denn die Beziehung zwischen Fahrer und Ingenieur muss für mich bedingungslos sein."

Coulthard zieht einen ungewöhnlichen Vergleich: "Wenn man gemeinsam im Schützengraben liegt und früher jemand die Pfeife geblasen hat, um gegen den Feind anzutreten, dann muss man wissen, dass beide gleichzeitig losgehen. Man versteckt sich nicht hinter dem anderen, und der andere versteckt sich nicht vor einem - man steht Schulter an Schulter."

Laut Coulthard muss die Beziehung zwischen dem Formel-1-Fahrer und dem Renningenieur "unzerbrechlich" sein. "Deshalb denke ich: Anweisungen wie 'Position halten!' oder 'Nicht kämpfen!' sollten vom Teamchef oder vom Sportdirektor kommen - nicht vom Ingenieur."

"Der Fahrer sollte absolut davon überzeugt sein, dass sein Ingenieur sagen würde: 'Das ist nicht mein Job. Mein Job ist es, meinen Fahrer zum Sieg zu führen, und ich werde nur Anweisungen geben, die dabei helfen. Deshalb muss eine Anweisung, bei der mein Fahrer seine Position halten soll, von jemand anderem im Team kommen.'"

Berühmte Stallregie-Situationen in der Formel 1

Präzedenzfälle für ein solches Eingreifen von oberster Ebene gibt es viele. Am bekanntesten ist wahrscheinlich der Funkspruch "Let Michael pass for the championship" - ausgesprochen von Ferrari-Teamchef Jean Todt beim Grand Prix von Österreich 2001. Er wies damit seinen Fahrer Rubens Barrichello an, den zweiten Platz zugunsten von Michael Schumacher aufzugeben.

Doch Ferrari machte es Jahre später in einer ebenfalls berühmten Situation anders: Der Funkspruch "Fernando is faster than you" an Felipe Massa im Grand Prix von Deutschland 2010 stammte nicht etwa von Teamchef Stefano Domenicali, sondern von Massa-Ingenieur Rob Smedley. (Fotostrecke: Die kontroversesten Teamordern der Formel-1-Geschichte)

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