Kollision mit Perez: Keine Strafe für Leclerc - Ferrari quasi sicher WM-Dritter

Charles Leclerc nahm in Saudi-Arabien Sergio Perez aus dem Rennen, blieb aber unbestraft - Ferrari ist WM-Platz drei nur noch theoretisch zu nehmen

Kollision mit Perez: Keine Strafe für Leclerc - Ferrari quasi sicher WM-Dritter

Ein durchwachsenes Formel-1-Wochenende für Sergio Perez endete in den Mauern des Stadtkurses in Dschidda. Der Mexikaner kollidierte nach dem ersten Restart mit Ferrari-Pilot Charles Leclerc und wurde vom Monegassen umgedreht. Perez' Rennen war zu Ende, Leclerc jedoch kam als Siebter ins Ziel und verhalf seinem Team zu wichtigen Punkten.

Doch zunächst zu Perez. Der Mexikaner lag im ersten Rennviertel auf Rang fünf hinter Leclerc, beide hielten ihre Positionen aus der Startaufstellung. Nach dem Unfall von Mick Schumacher kamen beide an die Box, was sich durch die spätere rote Flagge als falsche Entscheidung herausstellen sollte. Leclerc fiel auf Rang sechs zurück, Perez auf Platz acht.

Beim Restart kam Perez gut weg und hatte sich nach den ersten beiden Kurven eigentlich bereits an Leclerc vorbeigeschoben, bekam dann aber durch den Ferrari den Treffer auf dem Hinterrad. Perez war schuldlos, doch die Rennkommissare sprachen auch Leclerc frei. Die Onboard-Aufnahmen zeigen, dass er nirgendwohin hätte ausweichen können. Er wurde zwischen Perez und der Mauer eingeklemmt.

Auch Perez gibt Leclerc keine Schuld. "Charles war in einer Position, in der er nichts machen konnte. Ich hatte nicht erwartet, dass er immer noch dort ist, denn er hatte eigentlich ja keinen Platz. Als wir dann durch die Kurve gefahren sind, hat er sich an meinem linken Hinterrad verfangen", schildert Perez den Vorfall aus seiner Sicht.

Die Rennkommissare luden beide Fahrer vor, entschieden dann jedoch, dass keinem Fahrer die überwiegende Schuld an dem Zwischenfall zugesprochen werden könne.

Binotto: P3 Zeichen der "großen Anstrengung"

Leclerc als Siebter und Carlos Sainz als Achter brachten schließlich wichtige Punkte für Ferrari nach Hause. Zwar holte Hauptkonkurrent McLaren einen Punkt mehr, doch der Vorsprung in der Konstrukteurs-WM beträgt vor dem Finale weiterhin komfortable 38,5 Punkte. Gelingt McLaren in Abu Dhabi kein Sieg und mindestens ein weiterer dritter Platz, ist der Kampf um Rang drei entschieden.

"Es ist wirklich großartig und die Folge einer großen Anstrengung", lobt Teamchef Mattia Binotto den Aufwärtstrend seines Teams. "Nach Monza und Russland dachten wir, es wäre schwierig, uns auch nur vorzustellen, dass wir das erreichen könnten. Aber das Team hat kontinuierlich gut gearbeitet, war konzentriert und wirklich konstant bei allen Rennen, um die maximale Punktzahl zu erreichen, die wir bekommen konnten", sagt er weiter.

Platz drei in der WM soll allerdings nur ein Zwischenschritt sein. "Wir wissen, dass das nicht das eigentliche Ziel von Ferrari ist. Wir wissen, dass der Abstand zu den besten Konkurrenten immer noch sehr groß ist, aber ich denke, wir können mit den Fortschritten, die wir in dieser Saison gemacht haben, zufrieden sein, und wir freuen uns schon auf die nächste Saison", stellt Binotto klar.

Unzufrieden mit Ergebnis in Saudi-Arabien

Mit dem losgelösten Ergebnis in Dschidda war Ferrari allerdings nicht zufrieden. Leclerc war als Vierter ins Rennen gegangen und verlor einige Plätze, für Sainz ging es nach dem vermasselten Qualifying am Samstag ohnehin nur um Schadensbegrenzung.

"Wir wissen, dass wir hätten besser sein können. Unsere Pace im Rennen und auch im Qualifying war besser als Platz sieben und acht. Aber wir hatten Pech mit den Situationen im Rennen", hadert Binotto, der Ferrari in Saudi-Arabien als klar dritte Kraft sah. Zumindest in der WM ist das nun auch quasi sicher.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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