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Komatsu sauer auf Haas-Team: Reifen beim Boxenstopp nicht gecheckt

Haas machte in Kanada die gute Reifenentscheidung zu Beginn mit einem schlechten Boxenstopp zunichte - Das bringt Teamchef Ayao Komatsu auf die Palme

Komatsu kritisiert Haas-Team nach Panne scharf: "Das geht so nicht!"

Es war eigentlich ein guter Versuch, den Haas in der Anfangsphase des Rennens in Kanada gewagt hatte. Das Team hatte als einziges beide Fahrer zu Beginn auf Full-Wet-Reifen gesetzt und fuhr der Konkurrenz damit in gewisser Weise um die Ohren.

Am Ende brachte der Poker aber keinen Erfolg, weil man mit Nico Hülkenberg zu lange draußen blieb und bei Kevin Magnussen eine Boxenpanne par excellence hinlegte, sodass auch der Däne, der als Vierter zum Reifenwechsel an die Box gefahren war, wieder auf einem angestammten Platz im hinteren Mittelfeld rauskam - sehr zum Ärger des Teamchefs.

"Das war so ein grundlegender Fehler", hadert Ayao Komatsu. Denn die Haas-Mechaniker hatten sich die falschen Reifen gegriffen und mussten erst den richtigen Satz holen, sodass Magnussen 8,6 Sekunden in der Box stand und im Feld zurückfiel.

 

Bis dahin sei die Taktik des Teams eigentlich perfekt aufgegangen, meint der Teamchef. "Ich glaube, dass wir Kevin zum richtigen Zeitpunkt reingeholt haben", sagt er. Haas hatte die Zeiten im Vergleich zu Daniel Ricciardo überwacht, der wie alle anderen Fahrer auch Intermediates aufgeschnallt hatte.

"Wir haben gesagt: In dem Moment, wo wir langsamer als Ricciardo sind, sollten wir an die Box kommen, denn wenn wir keinen Boden mehr gutmachen, dann gibt es auch keinen Grund, weiter draußen zu bleiben", so Komatsu.

In den ersten beiden Sektoren von Runde sieben waren beide Piloten praktisch gleichschnell. "Hätten wir eine Runde länger gewartet, dann wären wir langsamer als Ricciardo gewesen, also haben wir entschieden, Kevin in dieser Runde an die Box zu holen. Das war auch der richtige Zeitpunkt, denke ich", sagt er. "Es war auch kein später Call."

Mechaniker nehmen falsche Reifen

So weit, so gut. Doch dann ging das Drama für den amerikanischen Rennstall los: "Leider haben sie den falschen Reifen genommen, weil sie nicht überprüft haben, welcher Reifen es ist", ärgert sich Komatsu.

Normalerweise liegt bei Haas in der Box immer der Reifensatz ganz vorne, der beim ersten Stopp auf das Auto kommen soll - und den haben sich die Mechaniker gegriffen. "Aber das ist keine Ausrede", betont der Teamchef, "denn selbst in einem trockenen Rennen kann es sich beim ersten Stopp von Medium auf Hard oder Soft ändern. Du musst also immer die Grundlagen überprüfen."

 

"Und das haben sie nicht gemacht. Oder zumindest eine Person hat das nicht gemacht", kritisiert er. Und wie die Lemminge hätten auch die weiteren Mechaniker nichts überprüft, sondern seien einfach der ersten Person gefolgt.

"Sie haben also alle den falschen Reifen genommen, den Reifenwärmer abgemacht und gesehen, dass es der Hard war", erklärt Komatsu. Daher mussten alle Mechaniker noch einmal die Reifen austauschen, sodass Magnussen eine Menge Zeit verlor. "Eigentlich hätten wir auf Platz neun rauskommen müssen."

"Das geht so nicht!"

Für Haas war das der zweite Teamfehler nach Monaco, wo der neue Heckflügel auf falsche Weise vermessen wurde, sodass beide Fahrer aus dem Qualifying ausgeschlossen wurden. "Das waren jetzt zwei Rennen mit so grundlegenden Dingen in Folge. Das geht so nicht! Das ist sehr frustrierend", so Komatsu.

"Natürlich machen wir Fehler, aber die Fehler, die wir in den letzten Rennen gemacht haben, sind sehr frustrierend, weil es einfach so grundlegende Dinge sind. Da ist nichts schwierig", kritisiert er.

"Ich meine, wenn es ein später Call gewesen wäre und die Jungs nicht gut reagiert hätten und der Stopp dann 0,5 Sekunden langsamer ist - das ist eine Sache", sagt er. "Aber das war im Grunde ein Standardstopp. Und bei diesen wechselhaften Bedingungen muss man immer damit rechnen, dass das Auto reinkommt. Und der Reifen war dabei auch ziemlich klar."

Komatsu betont, dass an den Prozessen bei Haas generell nichts falsch sei. "Aber man muss die Prozesse halt befolgen", sagt er. "Wenn du den Reifen nimmst, check halt, welcher Reifen da ist. Abgesehen davon, diese grundlegenden Dinge einzufordern, kann ich nichts tun. Es liegt nicht außerhalb des menschlichen Vermögens, den Reifen zu checken."

Bei Hülkenberg zu lange gehofft

Auch Teamkollege Nico Hülkenberg verlor in dieser Phase eine Menge Zeit - das aber aus einem anderen Grund. Denn beim Deutschen wartete Haas bis Runde zwölf mit dem Wechsel auf Intermediates - viel zu lange! Als er wieder auf die Strecke kam, war er Vorletzter.

"Ja, das war ein Fehler", gibt Komatsu zu. Haas hatte zum einen ein kleines Warm-up-Problem bei Magnussen erkannt und sich an den Freitag erinnert, wo die Strecke ziemlich schnell abtrocknete. Haas' Plan: Hülkenberg den Boxenstopp sparen lassen und gleich von den Regenreifen auf die Slicks zu wechseln.

"Aber zwei Runden später hätten wir das aufgeben sollen und Nico reinholen sollen. Wir waren da zu ambitioniert", sagt er. "Wir hätten Nicos Aufholjagd akzeptieren und in Runde acht reinkommen sollen."

"Bei den Sektoren war klar, dass er Sekunden langsamer ist", so Komatsu. "Aber wir waren immer noch hoffnungsvoll, dass wir vielleicht die Chance haben, direkt von Full-Wet auf Trocken zu gehen und uns die 18,9 Sekunden Zeitverlust beim Boxenstopp zu sparen, wenn man bedenkt, wie schnell es am Freitag abtrocknete."

"Aber im Rennen trocknete es nicht so schnell. Okay, an den meisten Stellen schon, aber in einem Sektor nicht."

Komatsu will P6 nicht abschreiben, aber ...

Am Ende blieb Haas mit den Positionen elf und zwölf ohne Zähler, während Konkurrent Racing Bulls dank Daniel Ricciardo weitere vier Punkte einstrich. In der WM hat das RB-Team mittlerweile 21 Punkte Vorsprung auf Haas, die bei sieben Zählern stehen. Ist der Kampf um Platz sechs schon verloren?

"Ich möchte nicht sagen, dass er verloren ist, weil du nie aufgeben solltest", sagt Komatsu, "aber im Moment müssen wir natürlich zugeben, dass wir zumindest in Sachen Qualifying-Pace nicht mit RB mithalten können. Im Rennen sind wir aber nah dran."

Aber: "In dem Fall hat uns unsere Ausführung im Stich gelassen. Montreal war sehr frustrierend. Wir haben am Start die richtige Entscheidung mit den Reifen getroffen, und dann haben wir beim einfachen Teil komplett versagt", kritisiert er.

Für das anstehende Rennen in Barcelona hat der Rennstall kein Upgrade parat - und auch danach in Österreich wird es keines geben. "Es wird also eine Herausforderung", so Komatsu. "Aber wir müssen einfach versuchen, ein gutes Rennen hinzulegen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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