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Konkurrenz zweifelt am Frontflügel von Mercedes: Illegal oder Grauzone genutzt?

Vor dem Japan-GP steht der Frontflügel von Mercedes im Fokus: Ist die Verstellung möglicherweise illegal oder haben die Silberpfeile lediglich eine Grauzone genutzt?

Mercedes im Visier der Regelhüter: Ist der Frontflügel des W17 überhaupt legal?

Die Mercedes-Konkurrenz zweifelt an der Legalität des Frontflügels

Foto: LAT Images

Der Zoff um das Verdichtungsverhältnis des Mercedes-Motors hat sich gerade erst gelegt, da geraten die Silberpfeile schon wieder in das Visier der Regelhüter: Offenbar gibt es Diskussionen um die Legalität des Frontflügels am W17, der in einzelnen Punkten nicht dem technischen Reglement entsprechen soll.

Konkret geht es um die Verstellung des Flügels, die in Paragraf C3.10.10 geregelt ist. Dort heißt es unter anderem, dass der Wechsel vom "Straight-Mode" in den "Corner-Mode", beziehungsweise auch andersherum, nicht länger als 400 Millisekunden dauern darf.

Genau daran zweifelt die Konkurrenz. Bei Mercedes erfolgt die Verstellung des Frontflügels mit einem sogenannten "zweiphasigen" Funktionsprinzip, also in zwei Schritten. Nur der erste Schritt soll der im Reglement festgelegten Zeit von 400 Millisekunden entsprechen.

Deshalb, so die Vermutung, melden die FIA-Sensoren auch keine Ungereimtheiten. Doch ein zweiter Vorgang, der die Profile in die tatsächliche Endstellung bringt, verlängert den Schließvorgang angeblich um weitere 450 Millisekunden, womit der gesamte Ablauf am Ende der Geraden rund doppelt so lange dauert.

Warum der Mercedes-Frontflügel einen Vorteil bringt

Im Internet kursieren Videoausschnitte, die die Aktivierung des Mercedes-Systems und die Funktionsweise dieses "zweiphasigen" Flügels zeigen. Die Lösung der Silberpfeile könnte den Effekt der abrupten Lastverlagerung auf die Vorderachse in der Bremsphase reduzieren und die Fahrzeugbalance in einer sensiblen Phase wie dem Kurveneingang verbessern.

Ein Vorteil, der keineswegs unerheblich ist. Mindestens ein konkurrierendes Team soll den Automobil-Weltverband FIA nach dem Großen Preis von China deshalb um eine Klarstellung gebeten haben. Das technische Team unter der Leitung von Formelsport-Direktor Nikolas Tombazis hat sich dazu allerdings noch nicht geäußert.

Der Frontflügel von Mercedes geriet schon beim Shakedown in Barcelona in den Fokus, wurde damals jedoch für legal erklärt, wobei das Design mittlerweile auch noch einmal verändert wurde. Beim Saisonauftakt in Australien schaute die FIA beim Scrutineering ebenfalls genau hin, hatte damals allerdings auch keine Beanstandungen.

Möglicherweise hat Mercedes neben dem Verdichtungsverhältnis ein weiteres Schlupfloch im Reglement gefunden. Unklar bleibt, welches Team die FIA diesbezüglich um Antworten gebeten hat. Das italienische Portal autoracer.it glaubt zu wissen, dass es sich um Ferrari handelt, allerdings dementiert die Scuderia.

Nach Informationen von Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, soll der Hinweis von einem anderen Team ausgegangen sein, das bislang anonym geblieben ist, möglicherweise sogar McLaren. Spätestens beim nächsten Rennen in Japan dürfte Klarheit herrschen.

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