Krise bei Red Bull: Max Verstappen stellt seine Zukunft in Frage
Schlechter Saisonstart, Kritik am Reglement und Unruhe im Team: Max Verstappen sieht sich mit einer schwierigen Situation in der Formel 1 konfrontiert
Max Verstappen
Foto: LAT Images
Max Verstappen hat nach dem schwierigen Start in die Formel-1-Saison 2026 erstmals Zweifel an seiner Zukunft bei Red Bull geäußert. Der viermalige Weltmeister erklärte, dass er "Lebensentscheidungen" zu treffen habe. Die Formel-1-Regeln für 2026 haben ernsthafte Fragen für Max Verstappen aufgeworfen, der zu den größten Kritikern des neuen Regelwerks zählt.
Der Weltmeister von 2021, 2022, 2023 und 2024 sorgte bereits vor der aktuellen Saison für Aufsehen, als er es aufgrund der stärkeren Abhängigkeit der Antriebseinheiten von elektrischer Energie als "anti-rennsportlich" und wie "Formel E auf Steroiden" bezeichnete.
Kritik an den neuen Formel-1-Regeln
Dies führte dazu, dass das Batteriemanagement bei den ersten drei Grands Prix des Jahres 2026 eine Schlüsselrolle spielte. Fahrer schalteten auf Geraden häufig herunter, gingen früh vom Gas und rollten in Kurven hinein oder nutzten sogenanntes "Super-Clipping", wenn das Auto bei Vollgas Energie zurückgewinnt, um den Energiehaushalt des Fahrzeugs zu stabilisieren.
Das Fahrerfeld ist in seiner Meinung über die neuen Regeln gespalten. Doch diejenigen, die sich dafür aussprechen, insbesondere das dominierende Mercedes-Duo George Russell und Kimi Antonelli, tun dies laut Verstappen nur, "weil sie Rennen gewinnen".
Schwieriger Saisonstart für Red Bull
Erschwerend kommt für den Niederländer hinzu, dass sein Red-Bull-Team schlecht in die Saison gestartet ist. Der RB22 leidet unter erheblichen Balanceproblemen und hat Schwierigkeiten, den Grip der Reifen aufrechtzuerhalten.
Das österreichische Team ist daher ins Mittelfeld zurückgefallen und liegt mit nur 16 Punkten auf Platz sechs der Konstrukteurswertung. Zwölf dieser Punkte gehen auf Verstappen zurück, der in der Fahrerwertung auf Rang neun liegt.
Die Situation ist also ernst. So ernst, dass Verstappen nach dem jüngsten Rennen in Japan, bei dem er nach einem frühen Aus in Q2 nur Achter wurde, erklärte, er müsse "Lebensentscheidungen" treffen, insbesondere im Hinblick auf seine Zukunft und den Verbleib in der Formel 1.
Zukunft über 2028 hinaus offen
Ob er über das Ende seines aktuellen Vertrags im Jahr 2028 hinaus in der Meisterschaft bleibt, wird schon länger diskutiert. Doch dies war das erste Mal, dass er seine unmittelbare Zukunft infrage stellte. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Verstappen zunehmend an GT3-Langstreckenrennen teilnimmt. Der 28-Jährige wird am 16. und 17. Mai beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring starten.
Vorher wurde er jedoch im Vorfeld des Miami-Grand-Prix auf seine "Lebensentscheidungen"-Aussage angesprochen. Verstappen sagt: "Ja, ehrlich gesagt gibt es dazu nichts Neues. In den letzten Wochen war ich mit anderen Dingen beschäftigt, aber ich habe noch Zeit und nehme mir diese auch."
Abgang von Lambiase wirft Fragen auf
Miami ist das erste Rennen seit fünf Wochen nach Japan, da die Grands Prix von Saudi-Arabien und Bahrain aufgrund des Konflikts im Nahen Osten abgesagt werden mussten.
In dieser Zeit wurde außerdem bekannt, dass Verstappens langjähriger Renningenieur Gianpiero Lambiase, spätestens 2028 zu McLaren wechseln wird. Daher wurde auch gefragt, wie sehr sich dies auf Verstappens Zukunft auswirken könnte. Er betonte jedoch, dass es "nichts damit zu tun" habe, obwohl er zuvor gesagt hatte, dass er nicht mit einem anderen Renningenieur arbeiten wolle.
"Andernfalls kann ich nicht mehr fahren - dann muss ich eben mit jemand anderem arbeiten", ergänzt Verstappen. "Aber ich denke, Zeiten ändern sich, und bei dem Angebot, das er bekommen hat, wäre ich ein Idiot gewesen, ihn halten zu wollen.”
"Es geht nicht immer nur um mich, sondern auch um seine Karriere und seine Zukunft”, betont der Niederländer. Für mich war das eine klare Entscheidung. Aber was die Zukunft betrifft, schauen wir jetzt mit einem anderen Renningenieur nach vorn. Ich bin sicher, wir werden auch dafür eine Lösung finden."
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