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Kritik an 2026er-Autos: Alonso bemängelt fehlenden Fahrer-Einfluss

Fernando Alonso spart nach dem Grand Prix in Silverstone nicht mit Kritik - Für die neuen Formel-1-Autos ab 2026 brauche es überhaupt kein Talent mehr

Kritik an 2026er-Autos: Alonso bemängelt fehlenden Fahrer-Einfluss

Fernando Alonso kritisiert wieder das Racing in der Formel 1 2026

Foto: Sutton Images

Formel-1-Urgestein Fernando Alonso hat nach dem Großen Preis von Großbritannien erneut zu einer Generalkritik gegen das Reglement für die Saison 2026 ausgeholt. Seine knallharte Analyse: Mit den neuen Boliden werde überhaupt kein "fahrerisches Talent" mehr benötigt, um auf der Strecke zu überholen.

In diesem Jahr hat die Königsklasse ihre jüngste technische Revolution gestartet. Die tiefgreifenden Änderungen betreffen sowohl das Chassis als auch den Antriebsstrang, wobei Letzterer den eigentlichen Zankapfel im Fahrerlager darstellt.

Der Grund: Die Formel 1 auf eine nahezu ausgeglichene 50:50-Gewichtsverteilung zwischen der elektrischen Leistung und dem Verbrennungsmotor. Das hat den Charakter der Rennen massiv verändert, da das Management der Hybrid-Batterie nun der alles entscheidende Faktor ist.

Jo-Jo-Racing ein Dorn im Auge

Dadurch ist eine völlig neue Dynamik entstanden, die im Fahrerlager als "Jo-Jo-Racing" betitelt wird. Weil die Autos extrem unterschiedliche Energieniveaus aufweisen, kommt es zu permanenten Platzwechseln - und das an Stellen, an denen man früher nie ein Überholmanöver gesehen hätte. Genau das war am vergangenen Wochenende auf der Highspeed-Strecke in Silverstone gut zu beobachten.

Besonders im Sprintrennen kam es im gesamten Feld zu diesen Jo-Jo-Duellen. Ein Umstand, der Aston-Martin-Pilot Alonso sichtlich sauer aufstößt. Schon beim Stadtrennen in Monaco hatte der Spanier geschimpft, die 2026er-Autos seien die "schlechtesten", die er je in seiner Karriere gefahren habe.

"Es kommt ganz darauf an, was die Fans und der Sport eigentlich wollen", hielt Alonso nach dem Grand Prix am Sonntag in Silverstone fest. "Ich habe mir gestern noch einmal die Wiederholungen vom Sprint angeschaut. Da überholen die Leute mitten auf der Geraden, nur weil sie mehr Batterie zur Verfügung haben."

Kein Talent nötig

Alonsos vernichtendes Urteil: "Man braucht also keinerlei fahrerischen Input oder Talent, um am Vordermann vorbeizukommen. Du musst niemanden mehr ausbremsen, du musst kein Manöver auf der Außenbahn riskieren und du gehst überhaupt kein Risiko ein. Du drückst einfach auf einen Knopf und ziehst vorbei, sofern deine Power-Unit in dem Moment besser funktioniert als die des Autos vor dir."

Die aktuelle sportliche Situation macht die Sache für Alonso natürlich nicht leichter. Der Asturier, der seit seinem Debüt im Jahr 2001 bereits etliche Fahrzeuggenerationen der Formel 1 erlebt hat, gurkt mit Aston Martin in dieser Saison im Hinterfeld herum und muss sich mit Neueinsteiger Cadillac herumschlagen.

Silverstone bot für den mittlerweile 44-Jährigen einmal mehr "mehr vom Gleichen": Er ging bei den WM-Punkten komplett leer aus, und zu allem Überfluss schaltete sich sein AMR26 schon in der Einführungsrunde einfach von selbst ab.

Wird Spa ein Spiegelbild?

Dieses "mehr vom Gleichen" dürfte wohl auch für das anstehende Rennwochenende beim Großen Preis von Belgien gelten. Alonso rechnet in Spa-Francorchamps mit einer ganz ähnlichen Charakteristik wie in Silverstone - bedingt durch die schnellen Kurvenpassagen und die langen Geraden.

"Es ist offensichtlich, dass Strecken wie Silverstone und Spa extrem viel Energie fressen", erklärt Alonso das Dilemma. "Man kann seine Zusatzleistung nicht einfach komplett auf den Geraden verpulvern. Nächste Woche blüht uns genau dasselbe Spiel: Wenn du in Spa von Kurve 1 bis Kurve 5 voll aufdrehst, ist es für den Rest der Runde vorbei. Du musst dort also haushalten, damit du beim Herausbeschleunigen aus Kurve 14 bis hin zur Bus-Stop-Schikane noch Energie übrig hast."

"Wenn du die Energie aber auf diesen beiden Geraden nutzt - was rein strategisch die optimale Variante ist -, dann fährst du danach eine Minute lang im zweiten Sektor komplett ohne Hybrid-Boost herum. Und ohne diesen Boost dürfen wir nicht vergessen, dass wir in diesem Jahr deutlich weniger Leistung haben als im Vorjahr. Wenn die Batterie leer ist, haben wir sogar weniger Power als ein Formel-2-Auto. Also ja, das ist definitiv eine echte Baustelle."

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