Kritik an den Stewards: Max Verstappen fühlt sich ungerecht behandelt

Max Verstappen äußert deutliche Kritik an seiner Bestrafung beim Formel-1-Rennen in Saudi-Arabien - Den Stewards wirft er vor, ihn besonders kritisch zu sehen

Kritik an den Stewards: Max Verstappen fühlt sich ungerecht behandelt

Auch vier Tage nach dem skandalträchtigen Formel-1-Rennen in Saudi-Arabien hat sich der Ärger über die Strafen bei Max Verstappen noch nicht gelegt. Der Niederländer, der in Abu Dhabi erstmals Weltmeister werden kann, fühlt sich von den Rennkommissaren ungerecht behandelt.

Es sei "klar, dass einige Dinge nicht für alle gelten", sagt der Red-Bull-Pilot und meint damit explizit die Fünf-Sekunden-Strafe, die er wegen Abkürzen in der ersten Kurve bekommen hatte. Damit hatte sich Verstappen nach einem Angriff von Lewis Hamilton zunächst an der Spitze gehalten, wurde dann allerdings vom Team aufgefordert, den Briten vorbeiziehen zu lassen.

Was folgte, war der Auffahrunfall zwischen beiden, der Verstappen nach dem Rennen eine weitere Strafe von zehn Sekunden einbrachte. Die Stewards warfen dem WM-Führenden vor allem vor, dass er "unberechenbar" gebremst hatte.

Verstappen über Dschidda: "Hatte keine Strafe verdient"

Verstappens offensichtliche Argumentation: Wäre sein vorheriges Verteidigungsmanöver durchgewunken worden, wäre es zu dieser Aktion gar nicht erst gekommen. Und eben die Tatsache, dass sein Manöver als regelwidrig eingestuft wurde, nervt ihn extrem.

"Die Sachen, die ich beim Verteidigen gemacht habe, haben zwei andere Typen auch gemacht. Und da wurde es nicht einmal erwähnt, geschweige denn gab es eine Strafe", echauffiert sich der 24-Jährige. Später fügte er an, er meinte damit einen Zweikampf zwischen beiden Ferrari-Piloten sowie ein Duell zwischen George Russell und Lance Stroll. Für ihn sei es "nur hartes Racing" gewesen.

Die Bewertung der Szene sei daher nur die Bestätigung der herrschenden Ungleichheit gewesen. "Das, was passiert ist, hatte aus meiner Sicht keine Strafe verdient. Und bei den anderen beiden, die das gemacht haben, gab es auch keine. Aber natürlich gibt es nur bei mir eine", meint er: "Wahrscheinlich ist man bei den Leuten, die an der Spitze kämpfen, etwas kritischer. Aber ich verstehe es nicht."

Verstappen will nichts ändern

Allerdings gab es in den jüngsten Rennen auch durchaus Entscheidungen pro Verstappen, etwa in Brasilien, als sich die Stewards im Zweikampf mit Hamilton gegen eine Strafe entschieden. Und auch einige Fahrerkollegen empfanden Verstappens Verhalten in Saudi-Arabien als eine Spur drüber. Hamilton selbst stellte klar, Verstappen würde die Regeln nicht akzeptieren.

"Am Ende des Tages wird es immer Kritik geben", sagt Verstappen. Allerdings sei es "unfair, dass ich anders behandelt werde als andere Fahrer. Andere Fahrer kommen damit durch, ich nicht. Das ist ein Problem", stellt er klar.

Daher gebe es für ihn auch keinen Grund, sein Verhalten vor dem Finalwochenende zu überdenken. "Ich möchte nur, dass es fair für alle ist. Und das ist im Moment nicht der Fall. Wie gesagt, ich habe nicht das Gefühl, dass ich etwas falsch gemacht habe, denn für andere war es ja auch nicht falsch. Warum sollte ich also etwas ändern, wenn es anderen erlaubt ist, so zu fahren?", sagt Verstappen.

Auch, dass Hamilton nicht bestraft wurde, als er Verstappen in der letzten Kurve abgedrängt hatte, passe für den Red-Bull-Piloten ins Bild. "Andere Leute machen genau dasselbe und bekommen nichts. Wir waren beide neben der Strecke", sagt Verstappen: "In Kurve 1 waren wir beide neben der weißen Linie, aber dann meinten sie, es war mein Fehler. Dem stimme ich nicht zu."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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