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Kritik an Mattia Binotto wächst: "Ein Ingenieur ist kein Teamchef"

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Kritik an Mattia Binotto wächst: "Ein Ingenieur ist kein Teamchef"
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Mattia Binotto gerät angesichts der schlechten Ferrari-Ergebnisse immer mehr in die Kritik - Einige Experten hinterfragen allerdings auch die ganze Struktur in Maranello

Ferrari droht 2020 eine historisch schlechte Formel-1-Saison. Aktuell steht die Scuderia in der Konstrukteurs-WM nur auf Rang fünf. So schlecht schloss man eine Saison zuletzt im Jahr 1981 ab. Im Zentrum der Kritik steht vor allem Mattia Binotto, der Maurizio Arrivabene in der vergangenen Saison als Teamchef ablöste. Ist er der richtige Mann, um Ferrari aus der Krise zu führen?

"Offensichtlich ist, dass er es bisher nicht war", antwortet TV-Experte Nick Heidfeld im Gespräch mit 'Bild' auf die Frage, ob Binotto der richtige Teamchef in Maranello sei. "Die Ansprüche an Ferrari sind natürlich riesig und kaum zu bewerkstelligen, aber Performance, Image und speziell das Handling mit und zwischen Leclerc und Vettel waren bisher schwach", so Heidfeld.

"Die wichtigere und schwierigere Frage ist, wer denn jetzt der Richtige wäre. Vielleicht bräuchte es einen externen Top-Mann, der offen, unvorbelastet und ohne jegliche Verbindungen im Team neu sortiert und aufbaut", so Heidfeld. Denn klar ist auch, dass Ferrari seit dem Abgang von Jean Todt nach der Saison 2007 zahlreiche Rennleiter "verschlissen" hat.

Den letzten Titel in der Fahrer-WM holte die Scuderia im Jahr 2007 noch unter Todt. Anschließend versuchten sich Stefano Domenicali, Marco Mattiacci, Arrivabene und eben Binotto vergeblich daran, einen weiteren Fahrertitel nach Maranello zu holen. Ex-Formel-1-Teamchef Colin Kolles glaubt, dass sich die Scuderia komplett neu organisieren müsste.

Binotto "von Zahlen geprägt, nicht von Gefühlen"

"Binotto ist ein sehr guter Ingenieur. Nur: Ein Ingenieur ist kein Teamchef", erklärt er bei 'Sport1'. "Das muss mir einer erklären, wie das funktioniert", zuckt er die Schultern und ergänzt: "Es gibt diese Kombinationen, aber das sind andere Charaktere. Ich kenne Binotto persönlich. Er war in meinem Formel-1-Team für die Ferrari-Motoren zuständig."

"Er ist ein Mensch, der von Zahlen geprägt ist und nicht von Gefühlen", erklärt Kolles und fügt hinzu: "Ich glaube, dass die Leute allgemein der Ansicht sind, dass sich ein Technischer Direktor um die Technik kümmern muss, und ein Teamchef eigentlich um seine Teamchef-Aufgaben. Dazu gehört auch die Politik. Die politische Positionierung seines Teams, und sich um die Fahrer kümmern, und um die gesamte Struktur des Teams."

"Es sind viele Leute, wie James Allison oder Aldo Costa, von Ferrari zu Mercedes gegangen", erinnert Kolles an die vergangenen Jahre und erklärt: "Strategiefehler werden gemacht. [...] Das Problem ist, dass die Entscheider bei Ferrari vor einigen Jahren entschieden haben: 'Wir wollen ein italienisches Team haben. Wir wollen ein Team, das von Italienern geführt wird.'"

"Es ist ja nichts dagegen zu sagen. Aber es funktioniert leider nicht. Das Team hat keine Struktur. Das Team war früher das politisch am stärksten platzierte Team. Jetzt überhaupt nicht mehr", sagt Kolles und erklärt: "Die Managementebene muss verändert werden." Als Beispiel nennt er die erfolgreichen Schumacher-Jahre, als Ferrari fünfmal in Folge den Fahrertitel holte.

Wirkt sich schlechtes Management auf die Fahrer aus?

"Da hatten sie einen Jean Todt als Teamchef, einen Rory Byrne als Chefdesigner, einen Ross Brawn als Technischen Direktor und Nigel Stepney als Chefmechaniker. Ein Chefmechaniker hat auch eine wichtige Rolle im Team. Das ist auch für den Fahrer eine Vertrauensperson. Das gibt's in der Form nicht mehr. Das sind irgendwelche No-Names, Italiener", kritisiert er.

Das sei auch der Grund dafür, warum sich Sebastian Vettel bei Ferrari nicht mehr wohlfühle. "Da ist keine Nestwärme. Sondern man zeigt ihm: 'Du bist jetzt drei oder vier Zehntel langsamer als Leclerc.' Und das ist für die die Realität. Aber die verstehen nicht die psychologische Seite", so Kolles. Zumindest an der Struktur ändern sich nun aber Dinge.

So wurde vor einige Wochen unter anderem eine neue Performance-Abteilung gegründet, die es Binotto ermöglichen soll, sich jetzt mehr auf seine Aufgaben als Teamchef zu konzentrieren. Für die Doppelrolle als Team- und Technikchef stand er bereits zuvor immer wieder in der Kritik. "Als ich im vergangenen Jahr Teamchef wurde, mussten wir uns neu organisieren", erklärt er.

"Ich war Technischer Direktor, und ich denke nicht, dass man das an einem Tag ändern kann", rechtfertigt er seine Doppelrolle über viele Monate. Mittlerweile habe man aber eine umstrukturierte Technikabteilung, "die sehr gut organisiert ist und in der es klare Zuständigkeiten gibt", so Binotto. An den Ergebnissen auf der Strecke muss sich das aber erst noch zeigen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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