Kritik an WM-Punkten für nichts: "Ein Witz", "schockierend"

Die Formel-1-Fahrer sind damit einverstanden, dass in Spa kein Rennen gefahren wurde, sagen aber: Ohne Rennen darf es auch keine WM-Punkte geben!

Kritik an WM-Punkten für nichts: "Ein Witz", "schockierend"

Eine letztendlich für das offizielle Rennergebnis gewertete Runde hinter dem Safety-Car hat beim Grand Prix von Belgien gereicht, um WM-Punkte abzustauben. Gut etwa für Max Verstappen, der in der Fahrerwertung 2021 fünf Punkte auf Lewis Hamilton aufgeholt hat (und nun nur noch drei Punkte Rückstand hat). Aber sportlich natürlich unbefriedigend für die, die am Rennsonntag nicht die Chance hatten, ihr Qualifyingergebnis zu verbessern.

Für Sebastian Vettel ist die Tatsache, dass es für das Alibirennen hinter dem Safety-Car WM-Punkte gegeben hat, "ein Witz. Wenn wir wollen, dass es Punkte fürs Qualifying gibt, dann sollten wir Punkte fürs Qualifying einführen. Was haben wir heute getan? Ich dachte immer, man muss mindestens 25 Prozent der Renndistanz fahren, damit es Punkte gibt. Da sieht man mal, wie alt ich geworden bin!"

Tatsächlich steht im Regelbuch, dass ein Rennen schon dann in die WM-Wertung kommt, wenn der Führende mehr als zwei Runden absolviert hat. Das war bei Verstappen in Spa der Fall. Darüber, dass genau diese Anzahl Runden gefahren wurde, hat sich Vettel bereits am Boxenfunk vor dem Neustart aufgeregt - genauer erklärt in einem aktuellen Video auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de.

Der Deutsche steht mit seiner Meinung nicht allein da. "Dass es bei den Bedingungen unmöglich war, ein normales Rennen zu fahren, dem stimme ich sogar zu", sagt etwa Fernando Alonso. "Aber was ich nicht verstehe, sind die zwei Runden und dass es dafür Punkte gibt. Wir sind einfach kein Rennen gefahren."

"Wir für unseren Teil hatten keine Chance, Punkte zu holen, und viele andere auch nicht. Ich war auf Platz elf, und ich hatte keine einzige Runde unter Grün, um einen Platz zu gewinnen. Also keine Punkte. Das ist schockierend", findet der Alpine-Pilot. "Keine Chance, ein Rennen zu fahren, das haben wir gesehen. [...] Aber wie kann man ohne Rennen Punkte vergeben?"

Auch Lewis Hamilton findet: "Gegen das Wetter kann man nichts machen. Aber wir haben hochgestochene Technik, die uns sagt, was los ist, und es war klar, dass das Wetter nicht besser wird. Man hat uns aus einem einzigen Grund da rausgeschickt. Zwei Runden hinter dem Safety-Car, in denen du keinen Platz aufholen kannst, das ist kein Rennen. Wir hätten einfach absagen sollen."

Am allerwichtigsten wäre laut Hamilton gewesen, den enttäuschten Zuschauern vor Ort den bezahlten Ticketpreis zurückzuerstatten. Inzwischen hat es zwar sowohl von der Formel 1 als auch von der FIA und vom Veranstalter in Spa offizielle Entschuldigungen auf Social Media gegeben. Doch von einer geplanten Rückerstattung war darin keine Rede.

Vermutlich auch, weil in den Geschäftsbedingungen des Grand Prix in Spa steht: "In Übereinstimmung mit geltendem belgischem Recht besteht im Fall einer Absage der Veranstaltung aufgrund von höherer Gewalt [...]keinerlei Anspruch auf eine Vertragsstrafe oder Entschädigung gleich welcher Art gegenüber SPA GP."

"Als höhere Gewalt gelten alle unabwendbaren Ereignisse unabhängig von einem eventuellen Verschulden des Leistungserbringers, die diesen daran hindern, seine Pflichten zu erfüllen", heißt es. Und weiter: "Im Fall von höherer Gewalt ist SPA GP nicht verpflichtet, den Käufer zu entschädigen, und behält sich das Recht vor, eine Rückerstattung der Eintrittskarten vorzunehmen."

Weitere Co-Autoren: Jonathan Noble. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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