Kubica nach Formel-1-Comeback: "Endlich wieder glücklich"

Der Weg zum Testfahrer-Job bei Williams war für den Polen nicht das Ziel, aber ein Meilenstein - Der Stressfaktor ist hoch, er war in 45 Tagen nur 48 Stunden zu Hause

Williams-Testfahrer Robert Kubica hat offenbart, welchen Effekt sein (partielles) Formel-1-Comeback auf sein Seelenleben ausübt. Nach sieben Jahren, in denen er die schweren Folgen seines Rallye-Unfalls auskurierte, durch diverse Rennserien tingelte und sich mit zahlreichen Tests in Form hielt, sagt er: "Seit einiger Zeit genieße ich wieder einen Abschnitt meines Lebens, in dem ich mich glücklich fühle. Ich habe es vermisst und das beweist meine Motorsport-Leidenschaft", so Kubica.

Obwohl die abgelaufene Saison für ihn mit vielen Ungewissheiten gespickt war, beschreibt der Pole sie wegen seines Kampfes um einen Job im Renault-Werksteam und später bei Williams als ein "extrem positives" Erlebnis. "Auch wenn die Entscheidung, dass ich kein Einsatzcockpit erhalte, viele meiner Fans aus ihren Träumen gerissen hat", fügt Kubica an. Dennoch scheint für ihn der Weg das erste Ziel gewesen zu sein - er begann mit seinem ersten Renault-Test in Valencia im Juni 2017.

"Ich wusste, dass dort ein Formel-1-Auto auf mich warten würde und ich habe sofort diese innere Ruhe gespürt. Zum ersten Mal seit sieben Jahren war ich wirklich zu Hause", so Kubica, der seine bis dato jüngste Proberunde mit einem Wagen aus der Königsklasse sechs Jahre zuvor gedreht hatte.

Abgeschrieben - das unterstreicht Kubica erneut - hat er den Traum, wieder Formel-1-Rennen zu bestreiten, nicht: "Ich war und bin körperlich in exzellenter Verfassung. Aber nicht alles im Leben hängt nur von einem selbst ab. Wichtig ist, dass ich bereit bin", betont er. "Ich bin 33 Jahre alt und mache keinen Hehl daraus, dass mir nicht viel Zeit bleibt. Die nächsten zwölf Monate - oder sogar weniger - werden der Schlüssel sein." Er wird allen voran Williams von sich überzeugen müssen.

Bildergalerie: Robert Kubica im Jahr 2018

In anderen Rennklassen für sich Werbung zu machen übt zwar einen Reiz auf Kubica aus, für praktikabel hält er solche Einsätze - etwa in der Langstrecken-WM - aber nicht: "Die Zeit ist das Problem. In den vergangenen 45 Tagen habe ich zwei daheim verbracht. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich wohne. Ich liebe es, Rennen zu fahren, aber ich sollte die Wirklichkeit nicht aus den Augen verlieren."

Mit Informationen von Pio Magdziarz

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