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Kwjat: Qualifying-Rennen "nur ein Pflaster", keine Lösung

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Kwjat: Qualifying-Rennen "nur ein Pflaster", keine Lösung
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble
20.09.2019, 10:19

Daniil Kwjat glaubt nicht, dass ein Qualifying-Rennen die Lösung der Probleme der Formel 1 ist - Man sollte andere Baustellen bearbeiten, statt sie zu kaschieren

Um die Action in der Formel 1 zu erhöhen, gab es zuletzt einige Vorschläge. Einer war der eines Qualifying-Rennens, das in umgekehrter Reihenfolge der Meisterschaft ausgetragen werden würde. Daniil Kwjat ist jedoch kein Fan von dieser Idee und glaubt, dass eine solche Maßnahme die wahren Probleme der Formel 1 nur verschleiern würde.

"Für mich ist das nur ein Pflaster und keine Lösung für das wahre Problem", sagt der Toro-Rosso-Pilot. Der Russe würde versuchen, das Feld in der Formel 1 näher zusammenzubringen und konkurrenzfähiger zu machen. "Dann müssten wir nicht diese Sprintrennen oder was auch immer erschaffen."

Ein solches klingt für ihn "ein wenig unnatürlich", wie er sagt. Doch ganz ablehnen will er es nicht, denn auch beim Thema Halo sei es bei vielen so gewesen: "Es kommt, Leute beschweren sich ein wenig und dann leben wir damit", so Kwjat. "Trotzdem klingt es so, als sei es ein wenig fern von der Tradition und dem Klassischen in diesem Sport."

Fotostrecke
Liste

#10: Drei Autos pro Team

#10: Drei Autos pro Team
1/20

Foto: Charles Coates / Motorsport Images

Als die Formel 1 nach dem Ausstieg von Jaguar und Cosworth 2004 und drohenden Pleiten bei Jordan oder Minardi vor Problemen stand, brachte der Brite die Idee von drei Fahrzeugen pro Team schon einmal auf den Plan. Ein großes Starterfeld und mehr Topautos wären garantiert.

#10: Drei Autos pro Team

#10: Drei Autos pro Team
2/20

Foto: Mercedes AMG

An dem Vorschlag hielt er auch Jahre später noch fest: Teams wie Caterham oder Marussia brachten für ihn ohnehin keinen Mehrwert. Und ein Kampf zwischen drei Mercedes an der Spitze wäre doch auch spannender als zwischen zwei, oder? Diskutiert wurde darüber, doch bis heute ist es bei zwei Wagen geblieben.

#9: Eine eigene Frauen-WM

#9: Eine eigene Frauen-WM
3/20

Foto: Daimler AG

Bereits Jahre vor Einführung der W-Series plädierte Ecclestone für eine eigene Frauen-WM im Rahmen der Formel 1. "Es wäre eine gute Idee, ihnen ein Schaufenster zu geben", fand er. Denn bis Susie Wolff hatte es gut 20 Jahre keine Fahrerin in die Formel 1 geschafft.

#9: Eine eigene Frauen-WM

#9: Eine eigene Frauen-WM
4/20

Foto: W Series

Und die Idee wurde tatsächlich umgesetzt! 2019 startet die reine Frauen-Meisterschaft W-Series erstmals im Rahmen der DTM. Ob es dadurch eine Frau auch wirklich in die Formel 1 schaffen wird, bleibt abzuwarten ...

#8: Punkte für das Freie Training

#8: Punkte für das Freie Training
5/20

Foto: Andrew Ferraro / Motorsport Images

Freitage können in der Königsklasse schon einmal langweilig werden. Fahrer stellen ihre Autos ein und häufig wird den Zuschauern kaum Fahraction auf der Strecke geboten. Das geht so nicht, dachte sich Bernie Ecclestone 2014.

#8: Punkte für das Freie Training

#8: Punkte für das Freie Training
6/20

Foto: Sutton Images

Um den Freitag aufzuwerten, mehr Zuschauer anzulocken und Teams zum Fahren zu zwingen, wollte er für den Trainingsschnellsten am Freitag eine Belohnung in Form eines WM-Punktes ausloben. Bei den Teams fand dieser Vorschlag jedoch keine Zustimmung ...

#7: Doppelte Punkte bei den letzten drei Rennen

#7: Doppelte Punkte bei den letzten drei Rennen
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Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Viele Fans erinnern sich noch mit Grausen an das Saisonfinale 2014 zurück. Als "Abu Double" ging eine verrückte Idee in die Geschichte ein, die nach einer Saison wieder eingestampft wurde. Das letzte Rennen sollte doppelte Punkte bringen.

#7: Doppelte Punkte bei den letzten drei Rennen

#7: Doppelte Punkte bei den letzten drei Rennen
8/20

Foto: Steve Etherington / Motorsport Images

Das reichte Ecclestone jedoch nicht: Er schlug vor, dass nicht nur das Saisonfinale doppelt bewertet werden würde, sondern sogar die letzten drei Rennen. Die Teams fürchteten jedoch, dass das teure Entwicklungsrennen später enden würde, und lehnten ab. "Ein Tor zählt in den letzten fünf Minuten ja auch nicht doppelt", verglich Vettel.

#6: Qualifying-Auslosung

#6: Qualifying-Auslosung
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Foto: LAT Images

Viel geschraubt wurde zu Beginn der 2000er an der Qualifikation. Das neue Einzelzeitfahren war Ecclestone jedoch ein Dorn im Auge. Mit seinem neuen Vorschlag würde er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

#6: Qualifying-Auslosung

#6: Qualifying-Auslosung
10/20

Foto: Sutton Images

Die Top 10 sollten Punkte nach ihrer Platzierung erhalten und dann hätte man ausgelost, welcher der zehn Piloten auf der Pole steht. "Dann hätte man jedes Mal eine andere Startaufstellung und alle aus den Top 10 hätten eine Chance auf die Pole", so die Idee des Briten. 2006 kam stattdessen das Format mit Q1, Q2 und Q3.

#5: Zusätzliche Boxenstopps für Sieger

#5: Zusätzliche Boxenstopps für Sieger
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Foto: LAT Images

Schon in den 80er-Jahren machte der Formel-1-Boss mit kuriosen Ideen auf sich aufmerksam. Eine ganz verrückte sollte die Dominanz von McLaren brechen: Ecclestone forderte zusätzliche Pflichtboxenstopps für Grand-Prix-Sieger!

#5: Zusätzliche Boxenstopps für Sieger

#5: Zusätzliche Boxenstopps für Sieger
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Foto: LAT Images

Der Plan: Wer ein Rennen gewinnt, sollte in den weiteren Saisonrennen jeweils einen Boxenstopp ableisten - bis zu drei pro Grand Prix! Damals waren Boxenstopps noch nicht so häufig, und die Topteams hätten mehr pushen müssen, um ihre Rivalen zu besiegen - mehr Aufregung wäre garantiert ...

#4: Abkürzungen

#4: Abkürzungen
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Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Überholen ist nicht erst in der modernen Formel 1 schwierig. Auch in früheren Jahren hat man sich bereits Gedanken gemacht, wie man das Überholen verbessern und die Rennen spannender machen kann. Ecclestones Lösung: Abkürzungen!

#4: Abkürzungen

#4: Abkürzungen
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Foto: Andrew Hone / Motorsport Images

Pro Rennen hätte ein Pilot eine gewisse Anzahl an Abkürzungen zur Verfügung und könnte so an einem Rivalen vorbeikommen, der ihn sonst aufhalten würde. Doch der Prozessionen wollte man mit einem anderen Vorschlag Herr werden: Ein Jahr nach Ecclestones Idee wurde DRS eingeführt.

#3: Künstliche Bewässerung

#3: Künstliche Bewässerung
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Foto: Srinivasa Krishnan

Fans lieben Regenrennen, weil der Guss von oben zusätzliche Würze in ein Rennen bringt und für unvorhergesehene Ereignisse sorgen kann. Doch warum auf den Regen warten, wenn man ihn selbst herbeiführen kann?

#3: Künstliche Bewässerung

#3: Künstliche Bewässerung
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Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Mittels Sprinkleranlagen sollten Strecken künstlich bewässert werden. Allerdings sollten Teams kurz vorher gewarnt werden, was dem Überraschungseffekt etwas entgegengewirkt hätte. In Le Castellet gibt es theoretisch eine eingebaute Bewässerungsanlage, doch bis heute überlässt man dem Wetter diesen Job.

#2: Medaillen-System

#2: Medaillen-System
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Foto: Sutton Images

Um die Meisterschaft spannender zu machen, wurde das Punktesystem schon mehrfach geändert. Die größte Veränderung wollte jedoch Bernie Ecclestone herbeiführen und den Sieger nach dem Olympischen System küren: Der mit den meisten Siegen wird Weltmeister.

#2: Medaillen-System

#2: Medaillen-System
18/20

Foto: Sutton Images

Glücklicherweise wurde der Vorschlag für 2009 nicht eingeführt, sonst wäre Jenson Button dank einer Siegesserie zu Saisonbeginn schon deutlich früher Champion gewesen. Und Lewis Hamilton hätte den Sack in den vergangenen Jahren noch früher zugemacht.

#1: Mehr Gefahr

#1: Mehr Gefahr
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Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Früher Haudegen, heute Playstation - Große Gefahr kennt man in der modernen Formel 1 heute kaum noch. Die Autos sind so sicher geworden und die großflächigen Auslaufzonen verzeihen viele Fehler spielerisch. Für Fans und Fahrer ist das wenig aufregend.

#1: Mehr Gefahr

#1: Mehr Gefahr
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Foto: Zak Mauger / Motorsport Images

Bernie Ecclestones Idee ging jedoch etwas weit: In Mexiko sagte er 2016, dass er um jede Kurve 40 Zentimeter hohe Mauern haben wolle. Damit sollten die Piloten wieder angehalten werden, die Streckenbegrenzungen einzuhalten. Was die Sicherheitsexperten dazu sagen, dürfte klar sein ...

Carlos Sainz stimmt seinem ehemaligen Teamkollegen dabei zu. Auch der Spanier will das Feld näher zusammenführen. "Das wird die Show zu 100 Prozent besser machen. Das Mittelfeld macht schon Spaß, dabei haben wir Autos, mit denen man unmöglich überholen kann - und trotzdem ist das Racing gut."

Kwjat würde sich wünschen, dass mehr Teams zu den bisherigen drei Topteams stoßen, die weit weg vom restlichen Feld sind. Zwar seien auch schon drei Teams interessant, weil jedes andere Stärken aufweist, "aber wenn man fünf Teams auf dem gleichen Niveau hat, wäre es noch interessanter. Dann reden wir über ein konkurrenzfähiges Feld wie in der MotoGP."

"Und das wird dann großartig sein, denn wie viele Kämpfe in den letzten Runden haben wir gesehen? Das ist cool, oder?", sagt er. "Dieses Ziel sollte die Formel 1 ins Visier nehmen."

Weitere Co-Autoren: Scott Mitchell. Mit Bildmaterial von LAT.

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