Lacher in FIA-PK: Was Vettel an Kimi Räikkönen fehlen wird

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Lacher in FIA-PK: Was Vettel an Kimi Räikkönen fehlen wird
Autor: Sven Haidinger
22.11.2018, 15:40

Ob es um Saubers Simulator, den Trennungsschmerz oder WM-Rang drei geht: Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen sorgen in der FIA-PK für köstliche Unterhaltung

Aufgeweckte, gelöste Stimmung in der letzten großen FIA-Pressekonferenz der Saison in Abu Dhabi (Formel 1 2018 live im Ticker). Ein Reporter will wissen, was Sebastian Vettel an Kimi Räikkönen am meisten vermissen wird. Der Vizeweltmeister hält einen Moment lang inne und antwortet mit betont sanfter Stimme: "Die Ruhe." Damit hat er die Lacher im Pressesaal auf seiner Seite. Doch auch Räikkönen sollte bei seinem letzten Donnerstags-Auftritt als Ferrari-Pilot noch beweisen, dass er nichts von seinen Qualitäten als Entertainer - wenn auch nicht immer ganz freiwillig - eingebüßt hat.

Was er bei seinem neuen Team Sauber besonders genießen wird? "Ja woher soll ich das denn jetzt schon wissen?", wundert sich Räikkönen über die Frage. Dann aber gibt er zu, dass er auf etwas mehr Purismus und weniger PR-Arbeit als bei der Scuderia hofft: "Es wird mehr um Racing und weniger um all die anderen Sachen gehen. Und es ist ein Vorteil, dass ich nicht weit weg von der Fabrik wohne."

Räikkönen hasst nicht nur die endlosen Stunden am Flughafen und an Bord, um die er als Formel-1-Pilot kaum herumkommt - er ist bekanntermaßen auch kein großer Fan von PR-Terminen. Und auch mit der Arbeit im Simulator konnte er sich nie anfreunden.

"Freust du dich auf Saubers Simulator, Kimi?"

"Hast du nicht gesagt, dass du dich auf den Simulator freust?", zieht ihn Noch-Teamkollege Vettel auf. "Ja, aber den habe ich ja zuhause...", antwortet Räikkönen. Vettel schüttelt den Kopf: "Nein, ich meine ihren Simulator..." Die Sauber-Truppe verfügt tatsächlich als eines von wenigen Teams über keinen eigenen Rennsimulator. "Ich hoffe, dass sie kein Geld dafür ausgeben", sagt Räikkönen ganz offen. "Ich habe einen zuhause. Daher ist das gelöst."

Plötzlich schaltet sich auch Max Verstappen ein: "Du wirst also die Set-up-Arbeit für das erste Training alleine machen?" Räikkönens trockene Antwort: "Ja. Das ist einfach. Man macht es einmal, und dann passt es." Ein Glück, dass die Nase des Finnen dabei nicht länger und länger wird.

Bildergalerie: Kimi Räikkönen in der Formel 1 2018

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Warum Räikkönen nicht Dritter werden will

Entwaffnend ehrlich zeigt sich der Ferrari-Routinier, der in der Fahrer-WM 14 Punkte hinter Valtteri Bottas liegt, hingegen auf die Frage, wie wichtig ihm Platz drei in der Fahrer-WM sei. "Das ist nichts Weltbewegendes", meint er. "Wenn ich Dritter werde, dann muss ich wohl zur Preisverleihung. Das ist natürlich ein Nachteil. Ich habe schon genug von den vielen Reisen."

Die Preisverleihung des Automobilweltverbandes findet dieses Jahr übrigens in Sankt Petersburg in Russland statt. Immerhin dürfte also einer Party mit etwas Wodka nichts im Wege stehen. Und er könnte noch einmal mit seinem Kumpel Vettel auf die gemeinsamen Jahre bei Ferrari anstoßen.

"Immerhin kann ich sagen, dass ich schon Übung darin habe, das Team zu verlassen, denn das habe ich ja schon einmal gemacht", verweist er auf seine ersten Abschied Ende 2009. Traurig sei er nicht, nun vermutlich endgültig sein vertrautes Umfeld verlassen zu müssen. "Dafür gibt es keinen Grund, denn wir bleiben ja Freunde. Wir werden einander ohnehin oft im Fahrerlager sehen. Da ändert sich also auch nicht viel", sagt er - und zeigt sich stolz, mit Ferrari neben seinem Fahrer-Titel im Jahr 2007 auch zweimal Konstrukteurs-Weltmeister geworden zu sein.

Vettel über Räikkönens Nachfolger: "Ein guter Junge"

Über seine Ziele mit Sauber habe er "noch nicht wirklich nachgedacht". Das hänge davon ab, wie gut das neue Auto sei. "Wenn man fragt, wie es nächstes Jahr laufen wird, dann hört man viele unterschiedliche Meinungen, aber wir werden es herausfinden und unser Bestes geben. Möglicherweise gibt es die Chance, etwas Großartiges zu schaffen", ist das Kapitel Formel 1 für ihn noch nicht beendet.

Doch wie wird es Vettel in Maranello ohne seinen besten Freund im Fahrerfeld gehen? Und wie wird er mit dem jungen Herausforderer Charles Leclerc klarkommen, der an nichts anderes denkt als Vettel das Leben schwer zu machen? "Natürlich ist Charles anders als Kimi", meint Vettel.

"Wir werden also sehen, wie es läuft, aber ich glaube, dass er ein guter Junge ist. Wir respektieren einander - und das hat mir in dieser Saison gefallen. Da gab es nie irgendeinen Blödsinn zwischen uns." Er glaube auch nicht, dass es in Zukunft viel Politik zwischen ihm und Leclerc geben. "Damit macht er es mir, sich selbst und dem Team leichter."

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