Längstes Gespräch: Wie Max Verstappen Helmut Marko überzeugen konnte

Helmut Marko war von Max Verstappen schon sportlich überzeugt, doch auch im persönlichen Gespräch wusste der Niederländer zu glänzen

Längstes Gespräch: Wie Max Verstappen Helmut Marko überzeugen konnte

Max Verstappen hatte 2014 die Qual der Wahl: Mercedes oder Red Bull? Beide wollten sich das niederländische Talent unbedingt schnappen und auf die Formel 1 vorbereiten. Am Ende fiel die Wahl auf Red Bull, die ihm schon ein Jahr später bei Toro Rosso einen Platz in der Königsklasse anbieten konnten.

Was viele dabei gar nicht mehr auf dem Schirm haben: Verstappen wurde damals in der Formel-3-Europameisterschaft sogar nur Dritter - hinter Alpine-Pilot und Ungarn-Sieger Esteban Ocon und dem heutigen Formel-E-Piloten Tom Blomqvist. Trotzdem galt Verstappen als Formel-1-Weltmeister der Zukunft.

Das hatte auch Motorsportkonsulent Helmut Marko erkannt. Vor allem dessen Auftritt am Norisring, als er unter wechselnden Bedingungen brillierte, ließ Marko aufhorchen. "Das waren permanent wechselnde Bedingungen. Es hat geregnet, abgetrocknet - und er ist dort, ich glaube, zwei Sekunden im Schnitt schneller gefahren als alle anderen", erinnert er sich bei 'Servus TV'. "Und da war das klar, dass das ein außergewöhnliches Talent ist."

Marko lud den Youngster daraufhin nach Graz ein, um ihn für das Red-Bull-Juniorprogramm zu gewinnen. Und auch da konnte Verstappen den Österreicher vollends überzeugen: "Da hat er sich gut vorbereitet, und das war eines der längsten Gespräche, das ich mit einem Fahrer gehabt habe", sagt er.

Normalerweise dauere ein solches Gespräch bei ihm rund 15 oder 20 Minuten - bei Verstappen waren es 60 bis 90. "Es ist einfach in die Tiefe gegangen und ich habe gemerkt, welcher Wille und welcher Ehrgeiz [vorhanden ist]", sagt Marko, "aber auch welche Vorbereitung in der Vergangenheit, die er mit seinem Vater unter auch sehr harten Bedingungen [gemacht hat]."

Papa Jos hatte Max schon in frühen Karttagen streng erzogen - das hat ihn geprägt. Vielleicht hat das auch geholfen, dass der Niederländer keine Angst vor Marko hat, der wegen seiner harten Gangart durchaus gefürchtet wird und dessen Anruf Fahrer nach einem schlechten Rennen nicht unbedingt mit Vorfreude erwarten.

Doch Verstappen sagt: "Ich weiß natürlich auch, wenn ich ein schlechtes Rennen gefahren bin. Schon im Kart war mein Vater oft ganz hart." Er erinnert sich nur an einen Vorfall, als Marko mal richtig sauer auf ihn war: "Das war in Austin. Da habe ich meinen eigenen Boxenstopp gemacht, ohne etwas zu sagen. Da war Helmut schon richtig böse."

Mit Bildmaterial von LAT.

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