Lance Stroll: Dieser Tripleheader ist auch für die Fahrer "brutal"

Der Katar-Grand-Prix bildet die letzte Station eines kräftezehrenden Tripleheaders, den auch viele Fahrer als härter als sonst empfinden - Ein Stimmungsbild

Lance Stroll: Dieser Tripleheader ist auch für die Fahrer "brutal"

Die Formel 1 zieht das Tempo in den letzten Zügen ihrer diesjährigen Saison noch einmal richtig an. Und damit ist nicht nur der Titelkampf zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen gemeint, sondern auch der Tripleheader, von dem nach Mexiko und Brasilien die Woche der Grand Prix von Katar ansteht.

Was für die Teams logistisch einer Mammutaufgabe gleichkommt, geht auch an den Fahrern nicht spurlos vorbei. "Es ist brutal", sagt Aston-Martin-Pilot Lance Stroll. "Ich habe ziemlich mit dem Schlaf und der Erholung zu kämpfen, aber das ist in Ordnung."

Den Eindruck, dass der Tripleheader und der Jetlag besonders bei diesem Rennen hart ist, hat auch Charles Leclerc. "Mir geht es ähnlich", verrät der Ferrari-Fahrer. "Ich schlafe normalerweise sehr gut. Aber ja, hier ist es seltsam. Ich habe keine Probleme, einzuschlafen. So um halb zehn, elf Uhr schlafe ich bereits."

Leclerc spürt den Tripleheader mehr als sonst

"Aber dann wache ich um vier Uhr morgens auf und bin einfach wach. Und später bin ich dann müde und will schlafen. Aber es ist okay. Sobald das Adrenalin einsetzt, bin ich mir ziemlich sicher, dass es mir gut gehen wird. Aber ja, das ist wahrscheinlich einer der Tripleheader, die ich in meiner Karriere am meisten gespürt habe."

Naturgemäß entspannter schätzt Kimi Räikkönen die Situation ein. Den erfahrenen Formel-1-Piloten bringt so schnell nichts aus der Ruhe, selbst wenn der Rekordkalender mit 22 Rennen auch für ihn neu und er selbst nicht mehr der Jüngste ist.

"Als ich anfing, hatten wir, glaube ich, 14 Rennen oder so etwas in der Art. 14 oder 15 im ersten Jahr. Das war natürlich anders, aber zwischen den Rennen gab es auch Tests. Ich weiß also nicht, was ich denke... Mehr Rennen sind eigentlich besser, als zu einem Rennen zu fahren und dann ein paar Tage, zwei, drei Tage zu testen und dann zum nächsten Rennen zu fahren", meint der Alfa-Romeo-Pilot.

Räikkönen: "Viele Leute werden ausbrennen"

"Ich glaube also nicht, dass es auf diese Weise einfacher war, auch wenn es weniger Rennen gab. Ich war zwischen all den Rennen zu Hause. Ich habe die Zeit dort genossen und hatte nicht wirklich große Probleme mit dem Jetlag", sagt Räikkönen weiter. Er denkt aber gleichzeitig auch an die anderen Teammitglieder.

"Natürlich haben die Mechaniker und viele andere Leute lange Arbeitstage, vor allem wegen der Probleme mit den Autos, die erst zu einem späteren Zeitpunkt ankamen. Beim letzten Rennen haben sie deshalb über Nacht gearbeitet, und das ist hart für sie."

"Viele Leute werden ausbrennen, und das ist für niemanden gut. Als Zuschauer und für viele Leute ist es schön, wenn es viele Rennen gibt. Aber für diejenigen, die die meiste Arbeit machen, ist es sehr schwierig, und es muss einen besseren Weg geben, damit umzugehen. Manche Teams können nicht einfach mehr Leute einstellen, weil sie kein Geld dafür haben, also ist es schwierig", gibt er zu bedenken.

Rookie Tsunoda litt in Brasilien "ziemlich viel"

Für Formel-1-Rookies wie Yuki Tsunoda ist der Tripleheader ebenso eine besondere Herausforderung. "In Brasilien habe ich es ein bisschen gespürt", gibt der Japaner zu. "Um ehrlich zu sein, nicht nur ein bisschen. Ziemlich viel. Ja, es ist nicht perfekt."

In dem Zusammenhang gibt sich der AlphaTauri-Pilot auch selbstkritisch: "Ich muss mich auf jeden Fall auch körperlich noch verbessern." Im Moment fühle er sich aber gut, versichert Tsunoda am Rande des Rennwochenendes in Katar. "Ich bin überrascht, dass ich die letzten zwei Tage wirklich gut geschlafen habe."

Sein Rookiekollege Mick Schumacher steckt den Tripleheader laut eigener Aussage bisher gut weg. "Ich muss sagen, dass ich persönlich nichts spüre. Offensichtlich war mein Rennen in Mexiko ziemlich kurz. Da gab es also nicht viel zu tun. Aber ich denke, dass es mir insgesamt körperlich gut geht", konstatiert der Deutsche.

Schumacher relaxed, Masepin "intern gestresst"

"Ich konnte für zwei Tage nach Hause, was definitiv gut war. Und offensichtlich sind es nur vier Stunden Zeitunterschied zu Brasilien, also wurde ich langsam hineingeworfen und das machte den Übergang ein bisschen akzeptabler, sagen wir mal so."

Für Schumachers Haas-Teamkollegen Nikita Masepin ist es die "erste richtige Erfahrung mit dem Reisen zwischen den Kontinenten", wie er verrät. "Ich war noch nie auf Kontinenten wie Mexiko, Brasilien und den USA, also war es großartig, dort zu sein, aber natürlich hatte ich nur vier Tage Zeit, um rüberzufliegen."

"Ich bin um elf Uhr gestartet und dann um acht Uhr abends hier gelandet. Es war dunkel, als ich abflog, und es war dunkel, als ich ankam, also ist mein Körper intern gestresst, aber ja, es ist ähnlich wie bei allen: Man wacht sehr früh auf und versucht dann, bis zum Morgen zu überleben, und hofft, dass der Abend schneller kommt."

Auf seine Fitness angesprochen, erklärt der Rookie: "Ich würde sagen, dass ich mich mental so sehr an das einfache Leben und die Rennen gewöhnt habe, dass es nicht wirklich zu einer Belastung wird. Es ist einfach etwas, das man jeden Donnerstag bis Sonntag macht. Insofern hätte ich nichts gegen ein paar mehr Rennen in diesem Jahr. Ich habe das Gefühl, dass wir mit dem Team immer besser werden."

"Es ist natürlich schwierig, im Fitnessstudio zu trainieren, wenn man so viel herumfliegt und der Körper nicht bei 100 Prozent ist. Aber wenn ich das Auto fahre, fühle ich mich fit genug, um das zu tun. Man hat Nackenprobleme, aber das war's auch schon."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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