Formel 1
Lance Stroll: So langsam ist der Honda-Motor wirklich!
Laut Lance Stroll verliert Aston Martin durch die Power-Unit von Honda pro Runde zwei Sekunden auf die Konkurrenz: Das Auto habe einen guten Schritt gemacht
Norman Fischer Stuart Codling
Bearbeitet: 02.10.2026, 15:30
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Lance Stroll kann sich 2026 sportlich nicht auszeichnen
Foto: LAT Images
Dass der Honda-Motor der große Schwachpunkt bei Aston Martin ist, ist bekannt, erstmals wird der Rückstand der japanischen Antriebseinheit aber auch von den Fahrern beziffert: "Uns fehlen zwei Sekunden beim Motor", verrät Lance Stroll in Malaysia.
Damit macht der Aston-Martin-Pilot deutlich, wie groß die Probleme aus seiner Sicht sind. Zwar hat das Team mit einem großen Upgrade-Paket in Budapest einen Schritt nach vorne gemacht. Doch während die Entwicklung des Chassis offenbar in eine klare Richtung geht, bleibt der Antrieb die große Unbekannte - auch mit Blick auf 2027.
"Ich denke, das große Fragezeichen ist der Motor. Wir wissen nicht, wo wir zu Beginn von '27 stehen werden", erklärt Stroll. Beim Auto wisse man dagegen, was zu tun sei: "Wir haben einen Plan, eine gute Richtung. Wir wissen, was wir tun müssen, um Abtrieb auf das Auto zu bringen."
Honda bleibt Aston Martins größte Baustelle
Der Rückstand fällt je nach Strecke unterschiedlich aus. Stroll spricht von einer bis zwei Sekunden pro Wochenende, die der Honda-Antrieb koste. Besonders auf Kursen mit langen Geraden werde das zum Problem. "Die Strecken mit langen Geraden sind schlechter für uns", sagt er. "Auf Strecken wie Baku und Monza kann man nicht viel machen, wenn einem zwei Sekunden beim Motor fehlen."
Wie groß der Anteil des Motors tatsächlich ist, lässt sich allerdings nicht ohne Weiteres feststellen. Honda beliefert ausschließlich Aston Martin, sodass ein direkter Vergleich mit einem anderen Team mit der gleichen Power-Unit fehlt. Damit bleibt auch offen, welchen Anteil das Chassis mit seinem Luftwiderstand an den Defiziten hat.
Dass Honda unter Druck steht, ist dennoch kein Geheimnis. Der Hersteller hat in diesem Jahr bereits zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten im Rahmen der sogenannten ADUO-Regelung erhalten. Weil der Verbrennungsmotor mehr als vier Prozent hinter der Referenz von Red Bull und Ford lag, wurden zusätzliche Ressourcen für Verbesserungen freigegeben.
Ursprünglich wollte Honda den Fokus weitgehend auf die Power-Unit für 2027 richten und in dieser Saison nur ein Upgrade bringen. Inzwischen wurde jedoch ein überarbeiteter Turbolader nachgereicht. Dieser soll unter anderem die Fahrbarkeit verbessern, mit der Alonso und Stroll bislang zu kämpfen hatten. Auch bei der Rekuperation und der Abgabe elektrischer Energie gibt es weiterhin Probleme.
Aston Martin sieht beim Chassis Fortschritte
Dass der Motor nicht die einzige mögliche Ursache ist, zeigt ein Blick auf die Vergangenheit. Als McLaren 2017 die Zusammenarbeit mit Honda beendete und zu einem anderen Motorenlieferanten wechselte, wurde deutlich, dass auch das eigene Chassis einen Teil der Probleme verursacht hatte. Ein hoher Luftwiderstand kann selbst einen leistungsfähigen Antrieb auf den Geraden ausbremsen.
Stroll sieht die Entwicklung des AMR26 dennoch auf einem besseren Weg. "Was das Auto angeht, wissen wir, dass wir im Vergleich zu allen anderen spät mit der Entwicklung für das neue Reglement begonnen haben. In Budapest haben wir einen großen Schritt gemacht", sagt er.
Wie groß dieser Fortschritt tatsächlich ist, hängt allerdings auch davon ab, wie viel Leistung Honda bis zum Saisonende noch freisetzen kann. Budapest mit seinen vielen Kurven und wenigen langen Geraden war laut Stroll wahrscheinlich das beste Rennen des Jahres. Auf Strecken mit langen Vollgaspassagen fällt der Rückstand dagegen besonders ins Gewicht.
"Wir müssen an den Themen rund um die Fahrbarkeit arbeiten. Das ist eine große Einschränkung für uns. Und dann eben einfach an der Leistung auf den Geraden", erklärt der Kanadier.
Für Aston Martin bleibt damit eine entscheidende Frage offen: Wie viel lässt sich am Auto noch verbessern, wenn der Motor weiterhin bis zu zwei Sekunden kostet? Strolls Vertragsverlängerung für 2027 ist bereits bestätigt. Ob das Team bis dahin auch bei der Antriebseinheit einen vergleichbaren Schritt machen kann, ist dagegen noch unklar.
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