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Lando Norris: Darum ist das Formel-1-Qualifying 2026 so frustrierend

Lando Norris erklärt, warum viele Formel-1-Piloten zuletzt so genervt vom Qualifying waren - Man sei aktuell gezwungen, gegen den eigenen Instinkt zu fahren

Lando Norris: Darum ist das Formel-1-Qualifying 2026 so frustrierend

Lando Norris hatte im Qualifying zuletzt nicht mehr besonders viel Spaß

Foto: LAT Images

Bereits ab dem Großen Preis von Miami am Wochenende greifen die Regeländerungen, die Formel 1 und FIA in der vergangenen Woche beschlossen haben. Unter anderem sollen diese dafür sorgen, dass die Fahrer im Qualifying wieder mehr ans Limit gehen können.

Lando Norris hat in diesem Zusammenhang erklärt, warum er und viele andere Piloten besonders in der Qualifikation zu Beginn des Jahres so frustriert waren. Kern des Problems sei die Tatsache, dass man häufig Zeit verliere, obwohl man als Fahrer eigentlich das Gefühl habe, schneller zu sein.

Früher sei es im Qualifying so gewesen, dass man einfach versucht habe, in jeder Kurve "so spät wie möglich zu bremsen", möglichst viel Speed in die schnellen Kurven mitzunehmen und am Kurvenausgang so früh wie möglich wieder auf dem Gas zu sein.

Zusammengefasst sei es einfach das Ziel gewesen, "jederzeit so nah wie möglich am Limit zu sein", erklärt der Weltmeister. Es sei letztendlich darum gegangen, welcher Fahrer "ein bis zwei Prozent" mehr als alle anderen pushen kann. Doch dieses Element sei 2026 verschwunden.

"Genau diese ein bis zwei Prozent sind das Besondere, was die Sache spannend macht", betont Norris und erklärt, ein Fahrer habe sich in der Vergangenheit überraschend auch einmal die Poleposition sichern können, "weil er diese paar kleinen Risiken eingegangen ist."

Risiko wird nicht mehr belohnt

"Und dieses Element hast du gewissermaßen weggenommen", sagt er frustriert. Doch warum ist das so? Hintergrund sind die neuen Autos in diesem Jahr, die die Fahrer dazu zwingen, selbst in der Qualifikation auf ihre Batterie zu achten. Wer zu schnell ist, dem geht auch zu schnell die Energie aus.

Norris nennt ein Beispiel aus China in diesem Jahr: "Ich habe [in einer Kurve] fünf oder zehn Meter früher Gas gegeben. Das fühlt sich gut an. Man sieht, wie das Delta kleiner wird. Dann kommt man auf die Gerade und fährt einfach langsamer. Das fühlt sich im Auto nicht gut an."

"Man denkt sich: Ich habe hier einen besseren Job gemacht. Ich bin das Risiko eingegangen", so Norris. Doch die Konsequenz sei wegen des dadurch entstandenen Energiemangels, "dass man auf der Geraden zehn km/h langsamer fährt und man verliert mehr, als man jemals gewinnt."

Während die entsprechende Situation in der Vergangenheit also zu einer besseren Rundenzeit geführt hätte, war Norris in diesem Fall sogar langsamer - obwohl der Fahrer nichts anders gemacht hat. Der Unterschied ist einzig und allein das Auto beziehungsweise der Antrieb.

Es kommt noch immer auf den Fahrer an, aber ...

Noch absurder sind laut Norris Fälle, in denen einem Fahrer "ein Fehler manchmal sogar zugute kommt, weil dadurch in gewisser Weise Batterie gespart wird", erklärt der Weltmeister und betont, dass man deshalb als Pilot quasi gegen den eigenen Instinkt fahren müsse.

"In einer idealen Welt gäbe es das alles gar nicht und man fährt einfach so schnell wie möglich. Man fährt immer noch so schnell wie möglich, aber unter bestimmten Gesichtspunkten darf man hier nicht Gas geben, dort nicht Gas geben", erklärt Norris.

Besonders kompliziert ist die Situation deshalb, weil der Fahrer auf die Energieabgabe keinen Einfluss hat. Diese wird von einem Machine-Learning-Algorithmus automatisiert gesteuert. Laut Norris heißt das aber nicht, dass der Computer nun in erster Linie für das Qualifyingergebnis verantwortlich ist.

"Als Fahrer muss man trotzdem gute Arbeit leisten", stellt er klar und betont: "Man darf demjenigen, der die Polposition holt, nichts absprechen, denn er muss schließlich auch fahren." Man müsse einfach "das Beste aus dem machen, was man hat", weiß der Weltmeister.

Doch das "besondere Gefühl" aus dem Qualifying von früher sei nicht mehr da. Noch bleibt abzuwarten, ob sich das mit den Regelanpassungen für Miami ändern wird.

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