Lando Norris: Hat für Hamilton "verdammt einfach" ausgesehen

Kurz vor Ende des Sprints in Brasilien musste Geburtstagskind Lando Norris doch noch Lewis Hamilton ziehen lassen - Beeindruckt war er von dessen Manöver nicht

Lando Norris: Hat für Hamilton "verdammt einfach" ausgesehen

Für Lando Norris war es durchaus ein arbeitsreicher 22. Geburtstag, an seinem Ehrentag konnte der McLaren-Pilot nach zuletzt unauffälligen Leistungen wieder glänzen. Im Sprint der Formel 1 in Brasilien wurde Norris Sechster und ließ dabei auch Charles Leclerc vom großen Konkurrenten Ferrari hinter sich.

Bis kurz vor Schluss sah es für Norris sogar nach Platz fünf aus, ehe Lewis Hamilton auf seiner Aufholjagd von ganz hinten in der letzten Runde mit einem gewagten Überholmanöver Ende Start/Ziel mit DRS an Norris vorbeiflog. Weil das Manöver extrem spät angesetzt war, sah es besonders spektakulär aus. Sergio Perez etwa war von der Höchstgeschwindigkeit des Briten fasziniert und von wie weit hinten er Norris in besagter Situation noch einfing.

Doch Norris hat kein großes Lob übrig. "Es sah für ihn schon verdammt einfach aus, oder? Er musste nicht einmal hart arbeiten", sagt Norris mit Blick auf Hamiltons Rennen und meint bezüglich der Aktion gegen ihn selbst: "So gut war das Überholmanöver nicht, da werde ich nicht lügen. Ich musste einfach kein unnötiges Risiko eingehen."

Norris: Hamilton in einer anderen Liga

Und das aus zwei Gründen. Durch Hamiltons Strafe rutscht der Mercedes-Pilot in der Startaufstellung ohnehin wieder hinter Norris. Und das Paket aus Hamilton und dem Boliden mit dem Stern ist dem McLaren einfach deutlich überlegen. "Im Vergleich zu uns ist er in einer anderen Liga unterwegs", stellt Norris klar.

Deshalb konnte er mit seinem Geburtstagsauftritt gut leben, trotz des spät verlorenen Platzes. "Für mich war es ein gutes Rennen, ich bin vor einem Ferrari gelandet, das ist unser Job. Der zweite wäre super gewesen, aber er war zu weit weg", sagt Norris. Carlos Sainz wurde Dritter und holte damit einen weiteren Zähler für die Konstrukteurs-WM im Duell mit McLaren. 14,5 Punkte liegt die Scuderia vorne.

Wie zuletzt auch sei Ferrari auch in Brasilien stärker als McLaren, betont Norris. McLaren entschied sich bei beiden Fahrern für die Mediums als Reifen für den Sprint, Ferrari splittete. Sainz fuhr auf Softs, Leclerc auf der mittleren Mischung. Diese Wahl war für Sainz der Schlüssel, denn mit einem herausragenden Start kam er zwischenzeitlich sogar bis auf Rang zwei nach vorne.

Norris zufrieden: Konnte mit Leclerc mithalten

Zwar musste er Max Verstappen dann ziehen lassen, doch Rang drei konnte er verteidigen. "Carlos hat einen guten Job gemacht", erkennt auch Norris die Leistung seines Kumpels an. Vor allem, dass der weiche Reifen bis zum Ende hielt, hatte er nicht erwartet. "Ich denke, die kühleren Temperaturen haben den Softs geholfen", meint er.

Während Sainz auf den Softs in der Anfangsphase wegzog, hielt Norris Anschluss an Leclerc. Und in der neunten Runde kam er schließlich vorbei. "Die Pace in der ersten Rennhälfte war überraschend gut und ich konnte mit Charles mithalten", schildert Norris. Er setzte sein Manöver am Ende der Gegengeraden, nachdem ihm Leclerc auf Start/Ziel ziemlich rabiat die Tür zugeworfen hatte.

"Er hatte einige Fehler drin und ich konnte mit einem guten Manöver davon profitieren", sagt Norris dazu. Danach aber sei nicht mehr möglich gewesen. Vielleicht auch, weil er eine kleine Mauerberührung hatte, wie er zugibt.

Norris scherzt: Hamilton sollte mit drei Rädern fahren

Am Sonntag im Hauptrennen des Wochenendes soll es deutlich wärmer werden, was laut Norris für McLaren "nicht ganz so gut" sei. "Aber wir haben heute einiges über die Reifen gelernt, wie man mit ihnen umgehen muss. Das ist wichtig für morgen", sagt er. Einige Punkte wolle er aber auf jeden Fall mitnehmen.

Aufgrund der Strafversetzung gegen Hamilton startet er von Platz fünf, doch Norris gibt sich keinen Illusionen hin, bei normalem Rennverlauf am Ende vor dem WM-Zweiten zu landen. Den Kampf mit Hamilton werde er definitiv nicht suchen.

"Auf keinen Fall werde ich meine Reifen verschwenden, um diesen Kerl hinter mir zu halten", stellt er klar und fügt süffisant an: "Wenn er es in 24 Runden vom letzten auf den fünften Platz schafft, dann sollte er vielleicht mit drei Rädern fahren, damit es etwas schwieriger für ihn ist."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Mercedes: Heckflügel-Fehler lag im Bereich von 0,2 Millimetern
Vorheriger Artikel

Mercedes: Heckflügel-Fehler lag im Bereich von 0,2 Millimetern

Nächster Artikel

Ferrari-Teamchef Binotto: Doppelbelastung, wenn nicht vor Ort

Ferrari-Teamchef Binotto: Doppelbelastung, wenn nicht vor Ort
Kommentare laden