Lando Norris lobt: McLaren-Pace war eine positive Überraschung, aber ...
Lando Norris fährt in Barcelona als Dritter auf das Podium und lobt die Pace von McLaren in Spanien: Warum das Weltmeister-Team trotzdem viel Arbeit erwartet
McLaren hat in Barcelona einen guten Eindruck hinterlassen
Foto: LAT Images
Vor lauter Jubel über den ersten Ferrari-Sieg von Lewis Hamilton und die Diskussionen rund um das Mercedes-Duell zwischen Kimi Antonelli und George Russell geriet beinahe in Vergessenheit, dass Weltmeister Lando Norris als Dritter auf das Podium fuhr und eine seiner stärksten Leistungen der laufenden Saison zeigte.
"Es war zwar nicht so, dass ich direkt gegen die Mercedes gekämpft hätte, aber ich war immer in Schlagdistanz", resümiert der McLaren-Pilot, der zeitweise sogar Druck auf Antonelli ausüben konnte. "Ich lag gar nicht weit zurück, und ich hatte wohl nicht damit gerechnet, das ganze Rennen über so nah dran zu bleiben."
Dabei hatte sich Norris nach dem ersten Stint bereits einen beachtlichen Rückstand von rund zehn Sekunden eingehandelt. "Dass wir das dann noch drehen konnten und offenbar die richtigen Runden für unsere Stopps erwischt haben und solche Dinge, zeigt, dass die Richtung stimmt", sagt der Weltmeister.
"Ich finde ehrlich gesagt, dass ich ein sehr gutes Rennen gefahren bin", ergänzt Norris im Gespräch mit Sky. "Selbst wenn man ein sehr gutes Rennen fährt, heißt das noch lange nicht, dass man gewinnt oder Ähnliches. Es bedeutet einfach, dass ich das Gefühl habe, alles aus dem Auto herausgeholt zu haben."
Lando Norris glaubt: Ferrari könnte zur Gefahr werden
"Wir wissen, dass das Auto nicht schnell genug ist. Wir arbeiten hart daran, und das Team macht einen guten Job, um Verbesserungen zu finden. Gleichzeitig entwickeln sich aber auch alle anderen weiter. Ferrari macht Fortschritte, und heute hat man gesehen, wie schnell sie sind."
Bis McLaren wieder um Siege kämpfen kann, dürfte es allerdings noch etwas dauern. "Ich glaube, wir müssen vor allem verstehen, wie wir das Auto unter allen Bedingungen fahrbarer machen können", gibt Norris zu. "Offensichtlich funktioniert es hier ganz ordentlich und auch in Miami hat es besser funktioniert."
"Im Moment können wir froh sein, dass Ferrari keinen stärkeren Motor hat", meint der Brite, der überzeugt ist, dass die Italiener sonst "alles dominieren" würden. "Was die Kurvenperformance angeht, sind sie derzeit die Referenz im Feld, und wir sind nicht einmal annähernd auf ihrem Niveau. Das ist die Realität."
"Wir sind noch sehr weit von dem Punkt entfernt, an dem wir sein müssen", räumt der McLaren-Pilot ein und fürchtet, dass Ferrari "alle bloßstellen" wird, wenn die Scuderia auf der Motorenseite weitere Fortschritte erzielt. "Deshalb müssen wir den Kopf runternehmen und genau schauen, welche Verbesserungen wir selbst finden können."
Podestplatz für Lando Norris ein wichtiges Zeichen
"Das Team arbeitet hart, daran liegt es nicht. Wir geben wirklich alles. Jeder in der Fabrik macht das Bestmögliche", lobt der Weltmeister. "Manche Dinge brauchen einfach Zeit. Aber im Moment müssen wir unsere Entwicklung deutlich beschleunigen, denn wir wollen im Kampf bleiben."
Norris zeigte sich nach seinem zweiten Podestplatz der Saison dennoch sehr zufrieden, auch wenn er letztlich vom Ausfall Antonellis profitierte. "Ich glaube, man konnte klar sehen, wie viel mehr ich pushen musste als sie, vor allem im ersten und zweiten Drittel eines Stints."
Erst im letzten Drittel eines jeden Stints machte sich der Reifenverschleiß deutlich stärker bemerkbar als bei der Konkurrenz. "Trotzdem so nah dran zu sein, ist ein positives Zeichen für uns als Team", lobt der Brite. "Es war ein besserer Tag, als ich erwartet hatte. Mit einem Podium habe ich definitiv nicht gerechnet."
"Deshalb ist es einfach schön, wieder hier oben zu stehen, schön, ein Rennen zu Ende gefahren zu haben", erinnert Norris an seine Ausfälle in Kanada und Monaco. "Ich habe schon eine Weile keine Zielflagge mehr gesehen, daher fühlt es sich gut an, hier zu sein und dem Team wieder etwas zurückzugeben."
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.