Lando Norris: Sotschi-Aufarbeitung mit zwei Tagen Simulator

Wie McLaren-Fahrer Lando Norris den Russland-Grand-Prix in Sotschi und den verpassten ersten Formel-1-Sieg aufgearbeitet und was er dabei gelernt hat

Lando Norris: Sotschi-Aufarbeitung mit zwei Tagen Simulator

Ihn trennten nur wenige Kilometer vom bisher größten Erfolg seiner Motorsport-Karriere, doch Lando Norris hat den ersten Sieg in der Formel 1 beim Russland-Grand-Prix in Sotschi aufgrund eines Wetterumschwungs verpasst. Gemeinsam mit seinem Team McLaren hat er sich deshalb auf Spurensuche begeben. Thema: Was hätten er und seine Crew besser machen können?

Laut Norris hat sich McLaren direkt nach dem Rennen in Sotschi zwei Tage lang intensiv mit genau dieser Frage beschäftigt. "Wir haben uns alles nochmal angesehen, von der ersten Runde an bis zum Ende. Natürlich mit Priorität auf die letzten zehn Runden", sagt Norris.

Ihm und dem Team sei es darum gegangen, wie sie die Situation gemeinsam hätten zu einem besseren Ende bringen können. Konkret: "Wie kann ich dem Team besser helfen und wie das Team mir? Wir haben einfach die gesamte Kommunikation auf den Prüfstand gestellt", so der McLaren-Fahrer.

Kommunikation als Faktor

Tatsächlich war der intensive Austausch zwischen Renningenieur Peter Bonnington und Lewis Hamilton bei Mercedes ein Faktor, der sich in der Schlussphase des Grand Prix entscheidend bemerkbar gemacht hat. Bei McLaren und Norris aber wurde weitaus weniger ausführlich am Funk debattiert. Das Rennergebnis ist bekannt.

Deshalb nun also die Analyse im McLaren-Werk in Woking. "Da haben wir uns gefragt, wie wir miteinander sprechen, um es nächstes Mal besser zu machen", erklärt Norris. "Ich sage nicht, was wir gelernt haben, aber wir haben einiges gelernt. Das ist keine Garantie, aber hoffentlich kriegen wir es beim nächsten Mal besser hin."

Für sich selbst habe er "einiges mitgenommen", meint Norris. Denn ihm sei es vor allem darum gegangen, ein Verständnis aufzubauen, wie er bei einer ähnlichen Situation cleverer vorgehen könne.

"Das Ding ist nur: Es ist kompliziert. Wenn du das Rennen am TV verfolgst, dann sieht alles so einfach aus, als wäre es die einfachste Entscheidung der Welt. Doch so einfach ist es eben nicht. Es spielen so viele Faktoren hinein, eine gute und korrekte Entscheidung zu treffen."

Noch weitere Chancen auf Topergebnisse?

Und rückblickend ist klar: Länger auf Slicks draußenzubleiben, obwohl die Strecke immer feuchter wurde, das war aus Norris-Sicht keine gute Idee. Bei Hamilton wiederum lohnte sich der frühere Reifenwechsel auf Intermediates, denn diese Strategie wurde mit dem Sotschi-Sieg belohnt.

Doch Norris glaubt an weitere Chancen mit McLaren. In den restlichen Saisonrennen 2021 sei sein Paket mit dem MCL35M "hoffentlich überall" ähnlich konkurrenzfähig wie zuletzt in Monza oder Sotschi. Explizit nennt Norris Austin und Mexiko-Stadt als potenziell gute McLaren-Strecken, insgesamt aber sei das vorab "schwer zu sagen".

Begründung: "Wir hatten nicht erwartet, in Sotschi so gut auszusehen und in Zandvoort so schlecht. Auch so spät im Jahr lernen wir noch über das Auto und was es schnell oder langsam macht. Es geht uns aber natürlich auch darum, in Erfahrung zu bringen, was es braucht, damit wir 2022 immer schnell und nie langsam sind."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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