Lando Norris lobt Sebastian Vettels "tolle Entscheidung" vor Crash in Q3

Lando Norris überstand seinen Unfall in Spa physisch und mental weitgehend unbeschadet - Vergangenes Jahr hätte das noch anders sein können, meint er

Lando Norris lobt Sebastian Vettels "tolle Entscheidung" vor Crash in Q3

Der Unfall von Lando Norris im Formel-1-Qualifying in Spa am Samstag ließ bei allen Beobachtern den Atem kurz stocken. Der Abflug des McLaren-Piloten bei hoher Geschwindigkeit in Eau Rouge/Raidillon sorgte nicht nur für die sofortige Unterbrechung der Qualifikation, sondern auch für Verstimmungen etwa bei Sebastian Vettel, der bereits unmittelbar vorher eine rote Flagge wegen des starken Regens gefordert hatte.

Norris selbst steckte den Unfall ganz gut weg, wenngleich er zur genaueren Untersuchung zunächst ins Krankenhaus gebracht wurde. Von dort kam allerdings schnell Entwarnung, auch ein Start am Sonntag wäre möglich gewesen.

Der 21-Jährige, der aktuell in seinem dritten Jahr in der Formel 1 fährt, glaubt jedoch, dass der Unfall einen größeren Einfluss auf ihn gehabt hätte, wenn er noch Rookie gewesen wäre. "Wenn so ein Unfall im ersten oder zweiten Jahr passiert, dann hätte es mich mehr mitgenommen als jetzt", sagt Norris.

Norris: Nach ein paar Massagen war es gut

Körperlich spürte er am Sonntagmorgen noch ein paar kleine Nachwirkungen. "Ich bin aufgewacht und habe mich nicht so toll gefühlt. Aber nach ein paar Massagen und solchen Dingen war es gut. Und als ich gefahren bin, habe ich nichts gespürt", sagt Norris, der aber wie alle anderen Fahrer am Sonntag auch gar nicht die Möglichkeit bekam, wirklich schnelle Runden zu drehen.

Schmerzhafter als der Unfall selbst sei für Norris jedoch das Gefühl der verpassten Chance gewesen. Nach Q2 am Samstag sah es so aus, als hätte er gute Chancen, um die Poleposition mitzukämpfen. Da das Qualifikationsergebnis schlussendlich auch das Rennergebnis war, tat der Fehler doppelt und dreifach weh.

"Ich war überzeugt, wenigstens unter die besten Zwei kommen zu können, vielleicht sogar vor Max. Das wäre am Sonntag ein richtig gutes Ergebnis gewesen, auch wenn ich das Gefühl habe, dass das Ergebnis am Sonntag mit Punkten belohnt werden sollte", sagt er.

Norris: "Fühle mich schlecht für das Team"

Den Unfall selbst habe er immer wieder im Fernsehen gesehen. "Überall, wo ich auf den Fernseher geschaut habe, liefen Wiederholungen von mir. Ich konnte es also nicht nicht sehen", schildert er. Die Schuld für den Abflug nimmt Norris auf sich - zumindest zu großen Teilen.

"Ich fühle mich schlecht für das Team und enttäuscht von mir selbst. Es war mein Fehler, ich war derjenige, der gefahren ist. Und andere sind nicht abgeflogen", sagt der aktuelle WM-Dritte.

Gleichzeitig seien die Bedingungen jedoch fast unmöglich zum Fahren gewesen. "Ich hatte nicht das Gefühl, zu viel Risiko eingegangen zu sein oder dergleichen. Das hilft mir, denn es fühlt sich nicht wie mein Fehler an, auch wenn er es war", sagt Norris.

Norris lobt Vettel: "Tolle Entscheidung"

Dass Vettel unmittelbar vor seinem Abflug sogar eine Unterbrechung gefordert hatte, bestärkt Norris in seiner Meinung. "Ich finde, Seb hat eine tolle Entscheidung getroffen", sagt Norris. Vettel habe so viel Erfahrung, daher hätte man früher auf seine Meinung hören müssen.

"Ich habe gesagt, es sollte eine rote Flagge geben, Seb sagte dasselbe. Da die Bedingungen sogar schlechter waren als am Sonntag, war es die falsche Entscheidung, weiterzumachen", sagt Norris. Auch Rennleiter Michael Masi gab inzwischen zu, dass er mit dem Wissen der Ereignisse und Gespräche danach das Q3 wohl nicht gestartet hätte.

Die Schilderungen von Norris zum Unfallhergang untermauern diese Annahme. "Ich bin durch die Kurve gefahren und bekam Aquaplaning an den Bodenwellen. Dabei habe ich das Auto verloren. Ich hatte nicht das Gefühl, als hätte ich versucht, die beste Runde meines Lebens zu fahren und in der ersten Runde in Eau Rouge alles zu riskieren", sagt Norris.

Er sei stattdessen sogar eher vorsichtig gewesen. "Ich bin ganz normal durchgefahren, habe ein paar Gänge heruntergeschaltet, gebremst und gelupft. Aber da war einfach zu viel Wasser", meint Norris.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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