Lando Norris: Was ihm Hamiltons Lob bedeutet

Was Lewis Hamilton im Österreich-Grand-Prix über Lando Norris gesagt hat und wie Norris nach dem Formel-1-Rennen auf diesen Kommentar reagiert

Lando Norris: Was ihm Hamiltons Lob bedeutet

"Lando ist ein wirklich großartiger Fahrer." Das funkte Lewis Hamilton an die Box, nachdem er Lando Norris nach 19 Runden im Österreich-Grand-Prix endlich überholt hatte. Fast ein Drittel der Renndistanz hatte Hamilton hinter seinem britischen Landsmann gelegen, immer in DRS-Reichweite, aber doch nie richtig in Schlagdistanz. Doch als er vorbei war, sprach er seinem Rivalen ein Lob aus.

Wie Norris darauf reagierte? Der McLaren-Fahrer bekam den Funkspruch im Rennen natürlich nicht live mit, sondern erfuhr erst später davon. "Ich habe nicht gehört, was er am Funk gesagt hat, aber ich glaube, er meinte, ich fahre ganz gut", sagte Norris kurz nach der Zieldurchfahrt.

"Es ist cool, solchen Respekt zu erfahren. Wenn Lewis das sagt, bedeutet mir das sehr viel. Es sind nette Worte, und die nehme ich dankbar auf."

Erster Stint: Norris hält Hamilton auf Distanz

Norris hatte sich im ersten Stint rundenlang erfolgreich gegen Hamilton zu Wehr gesetzt und seine Position wiederholt verteidigt. "Der gesamte erste Stint war nicht so einfach", erklärt er. "Mercedes war schneller als ich, was aber nicht überraschend kam. Das hatte ich schon erwartet. Aber dass ich sie so lange hinter mir halten konnte, damit hatte ich nicht gerechnet."

Und so kämpfte er auf der Strecke "zum ersten Mal so richtig" mit Hamilton, sagt Norris weiter. Er schwärmt: "Da kriegst du schon mit, wie er fährt, wie er seine Duelle austrägt, wie er an die Dinge herangeht, wann er was riskiert und so."

"Doch so sehr ich seine Worte zu schätzen weiß: Perfekt unterwegs war Lewis nicht", meint Norris. Er habe den Weltmeister gleich mehrfach bei Fahrfehlern beobachtet. "Er ist mal in Kurve 1 zu weit rausgekommen oder hat in Kurve 3 einen Fehler gemacht. Mercedes ist also nicht unantastbar."

Was Norris von Hamilton gelernt hat

Das sei eine weitere Lektion, die ihn das zweite Spielberg-Rennen gelehrt habe, sagt Norris: "Man kann das schon packen, wenn man ein Auto hat, das gut funktioniert. Dann merkst du: Du hast eine Chance gegen Mercedes. Das ist immer schwer zu sagen, bis man mal ein direktes Duell gegen sie austrägt, mit einem ebenbürtigen Auto. Und normal sind sie ja meilenweit vor mir."

Es sei "cool" gewesen und ein "gutes Gefühl", einen direkten Zweikampf mit Hamilton auszutragen und in der Spitzengruppe um Valtteri Bottas, Sergio Perez und Max Verstappen dabei gewesen zu sein, meint Norris. "Und auch, sagen zu können: Wir haben um einen Podestplatz gekämpft, weil unser Speed so gut war."

Was das für das anstehende McLaren-Heimrennen in Silverstone bedeute, wird Norris dann gefragt. Er scherzt: "Ärgerlich [an diesem Ergebnis] ist nur, dass jetzt viele Leute dergleichen jede Woche von mir erwarten!"

Wiederholung in Silverstone? Norris zweifelt

In Spielberg seien viele Umstände zusammengekommen, die für McLaren ein Podestergebnis möglich gemacht hätten. "Wir hatten selbst nicht gedacht, heute so schnell zu sein, aber: Das Wetter, ein paar Verbesserungen am Auto, P2 im Qualifying, nur eineinhalb Zehntel hinter Red Bull und vor Mercedes zu sein, all das zeigt: Wir haben uns im Vergleich zur Vorwoche gesteigert. Das haben wir auch im Rennen gesehen."

"Andererseits will ich vor Silverstone nicht zu viel erwarten. Es wird eher wieder zurück zur Normalität gehen für uns", sagt Norris, der sich sofort dem Vorwurf der Tiefstapelei ausgesetzt sieht. Seine Antwort: "Ich wünschte, ich würde das nur tun, damit ich am Ende gut aussehe." Er habe aber gute Gründe zur Annahme, dass es in Silverstone schwieriger werde.

Norris erklärt: "In Österreich waren wir immer schon stark, jedes Jahr. Silverstone war vergangenes Jahr aber nicht so toll für uns. Ich will nicht negativ rüberkommen, ich bin nur realistisch. Und ich glaube: Viele werden jetzt erwarten, dass wir sowas jedes Wochenende zeigen, und dann kommen Beschwerden, wenn wir nicht schnell sind."

Deshalb betont Norris noch einmal: Beim britischen Grand Prix dürfe man nur "normale Resultate" von McLaren erwarten. "Normal", das bedeutet in Norris-Maßstäben anhand des bisherigen Saisonverlaufs: zweistellige Punkte. Denn bisher hat er sich im Rennen nur einmal nicht in den Top 5 klassiert.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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