Lange Checkliste "im Zeitplan": Ferrari sieht sich bislang gut aufgestellt
Ferrari konnte am Donnerstag gute Kilometer im Trockenen fahren und viele Dinge auf seiner Liste abhaken: Da steht zwar noch viel drauf, aktuell sei man aber im Plan
Ferrari konnte am Donnerstag die meisten Runden aller Teams fahren
Foto: Ferrari Ferrari
Nach dem Testauftakt unter nassen Bedingungen am Dienstag konnte Ferrari mit seinem zweiten Shakedown-Tag am Donnerstag durchaus zufrieden sein. Denn mit 174 Runden drehte man gestern die meisten Umläufe der sechs anwesenden Teams und auch mehr als der bisherige Branchenprimus Mercedes.
Lewis Hamilton hatte am Vormittag 85 Runden abgespult, Teamkollege Charles Leclerc kam am Nachmittag sogar auf noch vier Runden mehr. "Das war eine sehr gute Session mit etwa 180 Runden auf dem Konto", freut sich Teamchef Frederic Vasseur. "Das ist wichtig für das Team, für die Fähigkeit, Kilometer zu sammeln und etwas über das Auto zu lernen."
Der Franzose weiß: "Es ist eine riesige Herausforderung für alle, und je mehr Kilometer man fährt, desto mehr lernt man, und das ist gut. Aber es gibt noch viel zu tun. Es ist noch ein weiter Weg, ein weiter Weg bis Melbourne und zur Saison, aber ich denke, es war ein erster Schritt - der heutige war ein sehr guter."
Endlich im Trockenen fahren
Natürlich sind auch die Fahrer zufrieden, dass sie erstmals echte Testzeit unter trockenen Bedingungen machen konnten: "Es war schön, im Trockenen rauszukommen und einige Runs zu absolvieren", nickt Hamilton, der mit einer Zeit von 1:18.654 Minuten am Ende des Tages Rang sechs belegte.
"Es war also großartig, einige Runs machen zu können und die Reifen zu verstehen", so der Brite, der 85 Runden für "fantastisch" hält. "Und das ist wirklich all den Leuten in der Fabrik zu verdanken, die so einen großartigen Job gemacht haben, um sicherzustellen, dass das Auto bisher wirklich zuverlässig ist", lobt er.
"Es ist super interessant", meint auch Teamkollege Charles Leclerc, der den Tag mit 1:18.223 Minuten auf Rang drei beendet hatte. "Es ist für mich gewissermaßen der erste Tag im Auto unter normalen Bedingungen, also gibt es viel zu lernen und viel zu entdecken", so der Monegasse, der an dieser Aufgabe durchaus seine Freude hat.
"Es ist ein sehr anderes Auto im Vergleich zu dem, was wir gefahren sind, seit ich in der Formel 1 angekommen bin. Ich nehme das also wieder als Herausforderung an, und ich mag es eigentlich sehr, dass alles neu ist - das könnte für uns Fahrer eine Gelegenheit sein, 'outside the box' zu denken. Es war also ein interessanter Tag. Wieder keine Probleme, ziemlich viele Runden, das ist gut."
Fragezeichen bei der Performance
Wo Ferrari nach den ersten beiden Tagen steht, das ist die große Frage. Hamilton konnte am Vormittag nicht so viel zeigen, da er hauptsächlich mit den harten C1- und C2-Reifen gefahren war und eine kalte Strecke hatte, auf der die Reifen nicht gut funktionierten. "Trotzdem haben wir ein gewisses Verständnis dafür bekommen, wo das Auto steht und wo wir uns verbessern müssen."
Das scheint seinem Teamkollegen hingegen noch komplett zu fehlen: "In Bezug auf die Performance habe ich absolut keine Ahnung, wo wir stehen", zuckt Leclerc mit den Schultern. "Es ist einfach ein riesiges Fragezeichen, und es gibt nichts, was mir sagt: Okay, wir sind mehr oder weniger hier oder dort."
"Aber was die Checklisten der Dinge angeht, die wir durchgehen wollten, sind wir mit unserer Programmplanung im Zeitplan, das ist also gut", betont er.
Nur: Die Checkliste ist bis zum Saisonauftakt in Melbourne noch lang. "Man hat tonnenweise Themen am Auto abzuarbeiten, von der Aero über die Mechanik bis zum Motor. Die Energienutzung ist für alle ein großes Thema", sagt Vasseur. "Das bedeutet, dass man jeden einzelnen Parameter scannen muss, und das braucht Zeit."
Hamilton: Letztes Jahr war schlechter
Aber mit noch zwei vollen Testwochen in Bahrain und dem Abschlusstag in Barcelona gibt es für die Scuderia auch noch eine Menge Zeit, diese Dinge abzuhaken.
Bislang sieht man sich bei Ferrari auf einem guten Weg. Hamilton erinnert: "Letztes Jahr hatten wir einen schlechteren Start in die Tests." Daher sei es trotz neuem Regelwerk deutlich besser als in der Vergangenheit.
"Ich bin also sehr hoffnungsvoll, dass das so anhält", sagt er. "Wir haben bereits jetzt gute Daten gesammelt. Es geht einfach darum, diese zu verstehen und sicherzustellen, dass man wirklich klare und präzise Entscheidungen trifft, was man in Zukunft testen will, bevor wir nach Bahrain kommen."
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