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Launch Red Bull RB16B: Attacke auf Mercedes mit Evolution statt Revolution

Die ersten Bilder vom Red-Bull-Honda RB16B: Max Verstappen und Sergio Perez wollen mit diesem Auto Mercedes in der Formel-1-WM 2021 auf die Hörner nehmen

Launch Red Bull RB16B: Attacke auf Mercedes mit Evolution statt Revolution

Mit Red Bull hat am Dienstagmorgen das erste Topteam sein neues Auto für die Formel-1-Saison 2021 präsentiert. Der RB16B ist eine konsequente Weiterentwicklung des 2020er-Modells RB16, setzt aber auf die bestehende technische Plattform auf. Ziel des Teams ist, mit dem Boliden Mercedes herauszufordern und im besten Fall erstmals seit 2013 wieder den WM-Titel zu gewinnen.

Zuletzt hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff Red Bull mit Neuzugang Sergio Perez (statt Alexander Albon an der Seite von Max Verstappen) in einem Interview mit der 'Speedweek' als "ganz starke Kombination" bezeichnet: "Red Bull Racing hatte Ende des vergangenen Jahres eigentlich das schnellste Auto."

Doch bei Red Bull lässt man sich trotz der aufsteigenden Formkurve Ende 2020 die Favoritenrolle nicht so einfach in die Schuhe schieben: "Im Moment wird nicht gefahren, also muss man mit Worten für Spannung sorgen", weist Helmut Marko die Wolff-Einschätzung zurück.

Für den Österreicher ist und bleibt Mercedes "klarer Favorit", wie er gegenüber 'F1-Insider.com' erklärt. Red Bull hoffe zwar darauf, mit dem RB16B "ganz vorne mitfahren zu können", aber: "Seit der Hybridära 2014 hat Mercedes alle Titel gewonnen", unterstreicht Marko.

60 Prozent neue Teile im Vergleich zu 2020

Nur rund 60 Prozent der Teile am heute präsentierten RB16B sind wirklich neu. Das hat Teamchef Christian Horner bereits Ende 2020 verraten. Das Vorgängermodell galt als grundsätzlich schnell, aber unberechenbar und zu wenig konstant auf unterschiedlichen Streckentypen.

"Ich würde nicht sagen, dass unsere Probleme nur im Aero-Bereich gelegen sind", sagt Horner. "Solche Dinge spielen immer zusammen. Aber ich glaube, dass wir 2020 gute Fortschritte gemacht haben."

"Wir werden sehen, wie der RB16B mit den Herausforderungen durch die Regeländerungen zurechtkommt. Aber die sind für alle Teams gleich. Hoffentlich gelingt es uns, die 2020 gelernten Lektionen in dieses aktualisierte Auto einfließen zu lassen."

Was ist neu bei Red Bull in der F1 2021?

Die wahrscheinlich gravierendste Änderung im Red-Bull-Team betrifft 2021 die Fahrerbesetzung. Alexander Albon wurde nach der enttäuschenden Saison 2020 zum Test- und Ersatzfahrer für Red Bull und AlphaTauri degradiert, darf außerdem DTM fahren. An seiner Stelle wird Sergio Perez neuer Teamkollege von Max Verstappen.

Perez ist seit Mark Webber (2007 bis 2013) der erste Red-Bull-Stammfahrer in der Formel 1, der nicht im hauseigenen Red-Bull-Juniorteam ausgebildet wurde. Nach Sauber (2011-2012), McLaren (2013) und Force India (später Racing Point, 2014-2020) ist Red Bull das vierte Formel-1-Team für den 31-jährigen Mexikaner.

Was viele nicht wissen: Bei jener Juniorensichtung, bei der Daniel Ricciardo einst in den Red-Bull-Kader aufgenommen wurde, war auch Perez einer der Bewerber. "Wir hatten mit Perez mal eine Sichtung - lang, lang ist's her! In Estoril", erinnert sich Marko im Interview mit 'Motorsport-Total.com'.

"Ricciardo war auch dort. Im Longrun war er gleich schnell wie Ricciardo. Wir haben dann aber auch über vier Runden eine Art Qualifying-Simulation gemacht, und da war er eine Spur langsamer. Das war kurz bevor er dann Ferrari-Junior wurde. Wir haben also eine gewisse Vergangenheit mit ihm", sagt er.

Verstappen bestreitet 2021 seine insgesamt siebte Saison in der Formel 1, und seine sechste im A-Team von Red Bull. 2019 und 2020 hatte er jeweils hinter den beiden Mercedes-Fahrern den dritten Platz in der Weltmeisterschaft belegt. 2020 hat Verstappen seine letzte Chance verpasst, sich als jüngster Weltmeister einen Platz in der Formel-1-Geschichte zu sichern.

Aus Verstappen-Sicht könnte 2021 ein Jahr der Weichenstellung werden. Zwar läuft sein Vertrag bis Ende 2023. Dieser beinhaltet jedoch eine Ausstiegsklausel, sollte Red Bull gewisse Performance-Ziele nicht erreichen. Es gibt nicht wenige in der Branche, die munkeln, dass der Niederländer im Falle eines enttäuschenden Saisonverlaufs bei Mercedes schon 2022 das Erbe von Lewis Hamilton antreten könnte.

Motorenlieferant Honda bleibt bei Red Bull

Was den Motorenlieferanten betrifft, bleibt erstmal alles beim Alten. Red Bull arbeitet im Bereich Antriebsstrang weiterhin mit Honda zusammen, allerdings nur noch bis Ende 2021. Honda hat für die letzte Saison vor dem Ausstieg aus der Formel 1 nochmal alles in die Waagschale geworfen und jenes große Technik-Update, das eigentlich erst für 2022 geplant war, um ein Jahr vorgezogen.

Wenn Honda dann Ende 2021 aus der Formel 1 aussteigt, fahren Red Bull und AlphaTauri trotzdem mit Honda-Power weiter. Denn Red Bull hat mit dem japanischen Hersteller einen Deal vereinbart, der es gestattet, die technologische Basis weiterhin zu nutzen und als Red-Bull-Motor einzusetzen. Dafür sind inzwischen auch alle bürokratischen Hürden überwunden.

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Mit Bildmaterial von Red Bull Content Pool.

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