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Laurent Mekies: FIA sollte nur verbieten, was sie auch kontrollieren kann

Laut Laurent Mekies sind restriktive Regeln anfälliger für Grauzonen, zudem sollte die FIA nur Dinge verbieten, die man auch nachweisen kann

Laurent Mekies: FIA sollte nur verbieten, was sie auch kontrollieren kann

Laurent Mekies hat früher selbst für die FIA gearbeitet

Foto: Sutton Images

Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies hat sich für ein offeneres Formel-1-Reglement ausgesprochen, um Grauzonen wie beim Streit um das Verdichtungsverhältnis der Antriebe besser vermeiden zu können. Gleichzeitig sollte der Verband Dinge auch nur verbieten, wenn er sie auch wirklich kontrollieren kann.

"Ich will es nicht zu sehr vereinfachen, aber bei Regeln ist es so: Je restriktiver sie sind, desto anfälliger werden sie für Grauzonen", erklärt Mekies im Gespräch mit Motorsport.com Italien, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network. "Wenn man sich für ein offeneres Regelwerk entscheidet, sinkt die Wahrscheinlichkeit für Streitigkeiten."

Doch dem Red-Bull-Teamchef ist natürlich auch bewusst, dass ein offenes Reglement für die Formel 1 "kein Allheilmittel" ist, weil es auch einige Nachteile mit sich bringen würde: "Der erste ist die Kostenexplosion, was heutzutage massiven Druck auf die Budgetobergrenze ausüben würde", sagt er.

"Das andere Risiko bei weniger strengen Regeln ist, dass das Feld viel weiter auseinanderfällt. Wenn man mehr Freiheit gewährt, werden manche diese Bereiche besser nutzen als andere, und der Abstand zwischen den Besten und den Schlechtesten könnte potenziell größer werden."

Es ist daher eher eine Frage, welches Gut man höher bewertet. Für Mekies wäre in der Frage aber eines wichtig: "Ich war schon immer der Meinung, dass man nur das verbieten sollte, was man auch tatsächlich kontrollieren kann."

Das ist beim Thema Verdichtungsverhältnis im Motor jedoch nicht der Fall. Zwar gibt es Tests bei Umgebungstemperatur, doch das Aggregat von Mercedes soll das erlaubte Verhältnis während des laufenden Betriebs überschreiten - dort wird jedoch nicht gemessen.

Theoretisch wäre Mercedes ein Verstoß daher nicht nachzuweisen, auch wenn die Konkurrenz auf den Passus beharrt, dass ein Formel-1-Auto zu jeder Zeit legal unterwegs sein muss.

Die FIA hat auf Drängen der Konkurrenz jedoch noch einmal nachjustiert und wird seine Messungen ab dem 1. August verschärfen: Dann soll das Verhältnis nicht mehr nur bei Umgebungstemperaturen gemessen werden, sondern auch bei einer repräsentativen Betriebstemperatur von 130 Grad Celsius.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte gemeint, er lehne das zwar "philosophisch" ab, dennoch lenkten die Silberpfeile im Streit ein.

Mekies will bei dem Thema vor allem eines: Klarheit. "Sagt uns, was wir tun dürfen, und der Rest ist nebensächlich", meint er. "Es ist entscheidend, genau zu verstehen, was erlaubt ist - und dann sollte meiner Meinung nach jeder Teilnehmer die Freiheit haben, das Ziel auf dem Weg zu erreichen, den er für den besten hält. Das gilt nicht nur für die Antriebseinheit, sondern für alles."

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