Lawrence Stroll: Sebastian Vettel ist mein teuerster Mitarbeiter

Aston-Martin-Vorstandschef Lawrence Stroll spricht über die Leistungen von Sebastian Vettel und Lance Stroll und den Traum von Superstar Lewis Hamilton

Lawrence Stroll: Sebastian Vettel ist mein teuerster Mitarbeiter

Über die Gehälter der Fahrer wird in der Formel 1, anders als etwa in vielen amerikanischen Profiligen, eisern geschwiegen. So überlassen es die Teams den Medien, auf Basis von Hörensagen im Paddock Schätzungen abzugeben, wer wie viel verdient.

Auch bei Sebastian Vettel ist nicht klar, wie viel der viermalige Weltmeister bei Aston Martin kassiert. Durchgesickert ist, dass ein substanzieller Teil seines Gehalts nicht vom Formel-1-Team, sondern vom Sportwagenhersteller Aston Martin bezahlt wird, für seinen Wert als Markenbotschafter. Und dank Helmsponsor BWT verdient er sich nebenbei auch noch ein nettes Zubrot.

Sicher ist eins: Vettel ist der teuerste aller Aston-Martin-Mitarbeiter. Auf die konkrete Frage, ob das der Fall sei, antwortet Vorstandschef Lawrence Stroll: "Ist er unser teuerster Angestellter? Ja." Zahlen nennt der kanadische Geschäftsmann aber keine. Die Plattform 'RaceFans' schätzt Vettel auf ein Gesamtjahresgehalt von 15 Millionen US-Dollar (umgerechnet knapp 13 Millionen Euro).

Stroll: So bewertet er Vettels erste Rennen

Vettel habe einen "langsamen Saisonstart" gehabt, findet Stroll, "aber jetzt ist er auf Tempo". Der holprige Beginn habe "mit den Problemen, die wir beim Testen hatten" zu tun gehabt. "Da hatten wir alle möglichen technischen Probleme mit dem Auto", sagt der Aston-Martin-Boss und unterstreicht: "Ja, er ist unser teuerster Mann. Aber er leistet großartige Arbeit."

Im Qualifyingduell gegen Lance Stroll, den Sohn des Chefs, führt Vettel vor dem Grand Prix von Großbritannien in Silverstone mit 5:4; nach WM-Punkten, auch dank des Überraschungspodiums in Baku, sogar mit 30:14. (ANZEIGE: Die Formel 1 live erlebst Du in Deutschland nur auf Sky. Entweder mit Sky Q oder ganz flexibel und ohne Receiver mit einem Sky-Ticket!)

Aus Sicht von Stroll sen. keine beunruhigende Bilanz: "Lance hat einen außergewöhnlichen Job gemacht. Er ist erst 22, stand aber schon auf Pole und ein paar Mal auf dem Podium. Er ist dieses Jahr ungefähr auf Augenhöhe mit Sebastian. So gesehen habe ich im Hinblick auf seine Leistungen keinerlei Sorgen."

Aber auch wenn Stroll davon überzeugt ist, mit Vettel-Stroll eine starke Fahrerpaarung bei Aston Martin zu haben, wäre er nicht er selbst, würde er nicht insgeheim vom ganz großen Coup träumen. Lewis Hamilton zu holen, das könne er sich "absolut" vorstellen, sagt er: "Es wäre verrückt, nicht zu wollen, dass Lewis für einen fährt."

Hamilton und der "Billionnaire Boys Club"

Allerdings hat Hamilton erst kürzlich kritisiert, wie teuer der Weg in die Formel 1 für junge Rennfahrer geworden ist, und in diesem Zusammenhang von einem "Club der Milliardärssöhne" gesprochen - eine flapsige Bemerkung, mit der er wohl Fahrer wie Nikita Masepin, aber eben auch Stroll gemeint haben dürfte.

Stroll sen. fasst diese Kritik nicht als beleidigend auf. Man müsse entweder "eine sehr wohlhabende Einzelperson oder ein sehr großes Unternehmen" sein, um sich die Formel 1 leisten zu können. Und er sagt: "Ich weiß nicht genau, wie Lewis seine Aussage gemeint hat. Aber es stimmt schon, dass das ein kapitalintensiver Sport ist [...]."

"Das Rennfahren ist definitive eine sehr teure Angelegenheit", unterstreicht Stroll. "Das beginnt schon im Kartsport. Es ist viel billiger, Golf oder Tennis zu spielen. Motorsport ist teuer. Da ist einmal das Auto, das ganze Material. Und dann das Team, das du rundherum brauchst. Das kostet alles Geld."

Übrigens: Auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de gibt's aktuell ein Interview mit Marc Surer, in dem der Experte den bisherigen Saisonverlauf von Vettel bei Aston Martin analysiert. Vettel habe das Rennfahren sicher nicht verlernt, sagt er. Das ganze Video mit dem Schweizer Ex-Rennfahrer dauert 10:48 Minuten.

Mit Bildmaterial von LAT.

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