Leclerc analysiert Hamilton-Daten nach Kanada-Frust
Charles Leclerc kämpfte in Montreal mit Reifen, Bremsen und Rhythmus - Hamilton hingegen fuhr sein bestes Ferrari-Ergebnis ein
Charles Leclerc ratlos nach Kanada-Grand-Prix
Foto: Formel 1
Charles Leclerc sucht weiterhin nach den Ursachen für sein enttäuschendes Wochenende beim Grand Prix von Kanada. Im Vergleich zu Teamkollege Lewis Hamilton fehlte dem Ferrari-Piloten in Montreal durchgehend die Pace. Um Antworten zu finden, analysiert Leclerc inzwischen die Daten seines Teamkollegen. Der Monegasse sprach nach dem Rennen vom "schwierigsten Wochenende" seiner bisherigen Formel-1-Karriere.
Trotz der Probleme kam Leclerc am Ende noch auf Rang vier ins Ziel. Dabei profitierte er unter anderem vom Ausfall von George Russell sowie von einem Strategiefehler und ebenfalls einem Ausfall bei McLaren.
Hamilton deutlich stärker als Leclerc
Schon im Sprint-Qualifying musste sich Leclerc teamintern Hamilton geschlagen geben. Zwar lag er im Sprint zunächst vor dem Briten, fiel im weiteren Verlauf jedoch zurück. Während Leclerc nach eigener Aussage mit seinem Ferrari zu kämpfen hatte, fuhr Hamilton in Kanada sein bislang bestes Ergebnis seit dem Wechsel zur Scuderia ein und beendete das Rennen über 30 Sekunden vor seinem Teamkollegen.
"Es war ein schreckliches Wochenende", erklärt Leclerc nach dem Grand Prix. "Ich bin wirklich enttäuscht über meine Leistung. Es war vermutlich das schwierigste Rennen meiner gesamten Formel-1-Karriere. Die Pace, die ich das gesamte Wochenende hatte, war am Sonntag wahrscheinlich am besten. Ich habe aber noch immer nicht verstanden, warum ich an diesem Wochenende so große Schwierigkeiten hatte."
Vor allem im Umgang mit den Reifen habe Ferrari auf seiner Seite keine Lösung gefunden. "Wir konnten die Reifen nie im richtigen Arbeitsfenster halten. Das hatte nichts mit dem Auto zu tun. Lewis hat einen unglaublichen Job gemacht und Glückwunsch an ihn. Auf meiner Seite habe ich einfach große Probleme gehabt", sagt Leclerc.
Leclerc analysiert Hamiltons Arbeitsweise
Trotz der enttäuschenden Vorstellung versucht der Ferrari-Pilot, aus dem Wochenende Erkenntnisse mitzunehmen. "Die gute Nachricht ist, dass ich Lewis im selben Auto habe und mir ansehen kann, was er an diesem Wochenende gemacht hat, um Antworten darauf zu finden, warum ich solche Schwierigkeiten hatte."
Besonders interessant sei für ihn die unterschiedliche Vorbereitung auf das Rennwochenende gewesen. Laut Leclerc verzichtete Hamilton in diesem Jahr erstmals auf die Nutzung des Ferrari-Simulators vor einem Grand Prix. Hamilton selbst berücksichtigte diesen Faktor jedoch nicht und verwies stattdessen auf die wechselhaften Bedingungen in Montreal, die ihm bei der Anpassung geholfen hätten.
Montreal bleibt für Leclerc eine Problemstrecke
Leclerc sieht darüber hinaus auch einige Streckencharakteristiken als Ursache für seine Schwierigkeiten. "Montreal ist keine Strecke, auf der ich mich jemals besonders wohlgefühlt habe", erklärt der Ferrari-Pilot. Sein bislang einziges Podium in Kanada holte er 2019. "Ähnlich wie in Melbourne gibt es in Montreal viele Kurven, in denen ich mit meinem Fahrstil große Probleme habe. Dort fühlt sich das Auto für mich einfach nicht gut an."
Zusätzliche technische Probleme am Freitag erschwerten laut Leclerc den Einstieg ins Wochenende. Vor allem mit den Bremsen und den Reifen habe er große Schwierigkeiten gehabt, einen konstanten Rhythmus aufzubauen.
"Wenn man dann noch die Probleme vom Freitag berücksichtigt, konnte ich nie richtig Vertrauen aufbauen. Am Samstag ging es dann fast nur noch darum, die Reifen zu managen. Am Sonntag war das nicht ganz so extrem, aber ich hatte trotzdem nie das Gefühl, wirklich im Rhythmus zu sein."
Ferrari weiter Zweiter in der Konstrukteurswertung
In der Fahrerwertung liegt Leclerc weiterhin auf Rang drei, mit 75 Punkten, und hat derzeit drei Punkte Vorsprung auf Hamilton der an vierter Stelle liegt. Ferrari belegt in der Konstrukteurswertung aktuell Platz zwei, der Rückstand auf Mercedes beträgt 72 Punkte.
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