Leclerc hofft auf Befreiungsschlag: "Es war viel zu lange immer irgendetwas"
Charles Leclerc will nach mehreren Rückschlägen endlich wieder ein problemloses Rennwochenende erleben und sieht dafür gute Chancen in Österreich
Charles Leclerc hofft auf den Befreiungsschlag in Österreich
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Für Charles Leclerc waren die vergangenen Wochen alles andere als zufriedenstellend. Obwohl Ferrari zuletzt regelmäßig das Potenzial hatte, um Spitzenplätze zu kämpfen, blieb der Monegasse mehrfach hinter seinen Möglichkeiten zurück. Technische Defekte und ein fehlendes Vertrauen ins Auto kosteten wichtige Punkte - entsprechend groß ist nun der Wunsch nach einem Neustart.
Vor dem Grand Prix von Österreich spricht Leclerc deshalb vor allem über eines: Endlich soll wieder einmal ein Wochenende ohne Zwischenfälle gelingen. "Die letzten beiden Wochenenden waren ziemlich hart", sagt der Ferrari-Pilot mit Blick auf die technischen Probleme, die ihn zuletzt immer wieder ausbremsten.
Über die genaue Ursache des jüngsten Defekts in Barcelona möchte Leclerc zwar nicht sprechen, eine größere Sorge für die Zukunft sieht er jedoch nicht. "Es ist sehr plötzlich passiert, aber ich glaube nicht, dass wir uns deshalb für die Zukunft Sorgen machen müssen."
Viel wichtiger sei nun, den Negativlauf endlich zu beenden. "Ich freue mich einfach darauf, endlich wieder ein sauberes Wochenende zu haben und dort zu sein, wo wir eigentlich hingehören."
"Es war viel schlechter, als es hätte sein dürfen"
Leclerc blickt mit gemischten Gefühlen auf die vergangenen Rennen zurück. Vor allem Monaco und Barcelona hätten aus seiner Sicht deutlich bessere Ergebnisse hergeben müssen. "Wenn ich objektiv auf die letzten Rennen schaue, dann waren sie nicht schön."
Besonders frustrierend sei dabei, dass Ferrari die Geschwindigkeit grundsätzlich gehabt habe. "Monaco und Barcelona waren viel schlechter, als sie auf dem Papier hätten sein dürfen. Wir hatten zwei technische Probleme in zwei Rennen hintereinander. Das hat uns viele Punkte gekostet."
Allerdings gibt Leclerc auch zu, dass nicht ausschließlich die Technik verantwortlich gewesen sei. "Es stimmt auch, dass ich mich im Auto nicht mehr so wohl gefühlt habe wie am Anfang der Saison." Immerhin sieht er inzwischen eine positive Entwicklung. "In Barcelona habe ich dieses Gefühl wiedergefunden."
Deshalb blickt Leclerc optimistisch auf das kommende Rennwochenende. "Ich möchte jetzt einfach gemeinsam mit dem Team endlich wieder ein komplettes Wochenende zusammenbringen. Es ist schon viel zu lange her, dass nicht irgendeine Sache dazwischengekommen ist und uns daran gehindert hat, das umzusetzen, was wir am Sonntag erreichen wollten."
Leclerc widerspricht Spekulationen über Hamilton
Zuletzt wurde mehrfach darüber spekuliert, ob sich Leclerc mit der Entwicklung des SF-26 möglicherweise schwerer tue als Teamkollege Lewis Hamilton. Der Rekordweltmeister hatte zuletzt erklärt, dass ihm das aktuelle Auto deutlich besser liege und er bei dessen Entwicklung größeren Einfluss gehabt habe.
Leclerc weist einen Zusammenhang jedoch klar zurück. "Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das der Fall ist." Er fühle sich mit dem aktuellen Ferrari keineswegs grundsätzlich unwohl. "Es ist nicht so, dass ich mich mit dem diesjährigen Auto nicht wohlfühle."
Vielmehr hätten die Probleme in Monaco und Montreal sein Vertrauen zeitweise beeinträchtigt. "Dort hatten wir einige Schwierigkeiten, durch die ich etwas Vertrauen ins Auto verloren habe." Mit dem Fahrzeugkonzept selbst habe das aber nichts zu tun. "Nicht mit dem Paket an sich."
Leclerc betont außerdem, dass Ferrari beide Fahrer in die Entwicklung einbeziehe und die heutigen Formel-1-Autos ohnehin umfangreiche Set-up-Möglichkeiten bieten. "Wir haben heutzutage sehr viele Möglichkeiten beim Set-up, damit das Auto zum jeweiligen Fahrstil passt."
Österreich liegt Leclerc besonders
Mit dem Red Bull Ring verbindet Leclerc ohnehin positive Erinnerungen. Warum ihm die Strecke so gut liegt, kann er allerdings selbst nicht genau erklären. "Ich habe Österreich schon immer gemocht." Normalerweise könne er genau benennen, weshalb ihm bestimmte Strecken liegen. Beim Red Bull Ring falle ihm das jedoch schwer.
"Ich weiß eigentlich immer, warum ich eine Strecke mag. Hier ist das irgendwie anders." Vor allem der Rhythmus der Strecke passe einfach gut zu seinem Fahrstil. "Der Streckenverlauf liegt mir einfach." Zusätzlichen Druck verspürt Leclerc trotz seiner langen Siegpause nicht. "Dass wir schon lange nicht mehr gewonnen haben, erzeugt für mich keinen besonderen Druck."
Natürlich habe Hamiltons jüngster Erfolg den eigenen Hunger auf Siege wieder verstärkt. "Wenn Lewis gewinnt, möchte ich natürlich auch wieder gewinnen." Gleichzeitig glaubt Leclerc, dass Ferrari inzwischen wieder in einer Position angekommen ist, regelmäßig um Rennsiege kämpfen zu können.
Ferrari muss jetzt liefern
Dass Ferrari grundsätzlich das Potenzial besitzt, steht für Leclerc außer Frage. Nun müsse es dem Team endlich gelingen, dieses Potenzial auch konstant auszuschöpfen. Für den Red Bull Ring sieht der Monegasse dabei mehrere wichtige Faktoren. Neben einer guten Höchstgeschwindigkeit sei vor allem ein effizientes Gesamtpaket gefragt.
"Die Topspeed ist hier sehr wichtig." Persönlich bevorzuge er zudem ein Auto mit einer sehr starken Vorderachse. "Ich mag eine sehr starke Front." Genau dieses Fahrgefühl habe Ferrari in dieser Saison grundsätzlich auch bieten können. "Dieses Jahr scheint das der Fall zu sein, und das ist eine gute Sache."
Trotzdem seien die Abstimmungsmöglichkeiten im Vergleich zum Vorjahr etwas eingeschränkter. "Im vergangenen Jahr konnten wir noch stärker mit verschiedenen Abtriebsniveaus spielen." Heute sei Ferrari dagegen nahezu permanent mit maximalem Abtrieb unterwegs, weil insgesamt noch Downforce fehle.
"Wir fahren praktisch immer am Limit, weil wir insgesamt nur wenig Abtrieb haben." Deshalb konzentriert sich Leclerc vor allem auf ein Ziel: Endlich wieder ein Rennwochenende ohne technische Rückschläge, ohne verlorenes Vertrauen und ohne unnötige Punktverluste.
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