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Mehr Sound ja, mehr Experimente nein - Ferrari-Pilot Charles Leclerc bezieht klar Stellung zur Zukunft der Formel 1 und ihrem Motorenformat

Leclerc: V8-Motoren wären ein Traum, aber die F1-DNA muss bleiben!

Charles Leclerc

Foto: Getty Getty

Ferrari-Pilot Charles Leclerc hat sich klar zur aktuellen Debatte über die Zukunft der Formel 1 geäußert. Während er sich lautstark für eine Rückkehr zu den früheren, emotionaleren Motoren einsetzt, spricht er sich gegen größere Experimente am Rennformat aus.

"Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Anzahl der Sprints, die wir im Moment haben, absolut ausreichend ist. Mehr brauche ich nicht", sagte Leclerc am Rande des vergangenen Wochenendes in Aserbaidschan. "Das Reverse-Grid? Ich weiß nicht. Auf einem normalen Rennwochenende jedenfalls nicht."

Die Formel 1 hatte 2021 erstmals Sprint-Rennen eingeführt, um den Fans zusätzliche Action zu bieten. 2026 sind sechs dieser Kurzrennen geplant, unter anderem in Silverstone, Singapur und erstmals auch in Zandvoort. Serienchef Stefano Domenicali redet auch schon länger von einem Reverse-Grid-Format.

Leclerc kein Fan von "Reverse Grid"

Das würde bedeuten, dass die Startaufstellung in umgekehrter Reihenfolge des Qualifying-Ergebnisses festgelegt wird. Dadurch würden die schnellsten Fahrer von weiter hinten ins Rennen gehen und sich nach vorn kämpfen müssen.

Leclerc hält das für problematisch: "An einem Sprint-Wochenende könnte man es vielleicht einmal ausprobieren. Aber es ist wirklich nichts, was ich als Teil der DNA der Formel 1 sehe. Ich finde, die Formel 1 sollte so bleiben, wie sie im Moment ist. Wir müssen da nichts neu erfinden."

Damit steht er im Fahrerfeld nicht alleine da. Bereits Mercedes-Pilot George Russell hatte sich ebenfalls gegen die umgekehrte Startaufstellung ausgesprochen. F1-Boss Domenicali hingegen sprach unlängst von einer "wachsenden Zustimmung" unter den Fahrern.

Kommen die V8 zurück?

Neben dem Rennformat wird auch die Motorenfrage heiß diskutiert. Hersteller, Rechtehalter und der Weltverband FIA sprechen über eine mögliche Rückkehr zu einfacheren und günstigeren V8-Aggregaten. Eine Einführung vor 2031 scheiterte bislang am fehlenden Konsens.

Leclerc, Jahrgang 1997, hat mit diesen Triebwerken eine ganz persönliche Verbindung. "Das würde ich mir sehr wünschen. Viel mehr Lärm wäre wirklich großartig", erklärte der Monegasse.

V8-Kreischen in Monaco

In den Häuserschluchten klingen die V8 besonders intensiv.

In den Häuserschluchten klingen die V8 besonders intensiv.

Foto: Sutton Images

"Ich würde definitiv normale V8- oder V10-Motoren bevorzugen, vor allem wegen des Sounds. Genau das vermisse ich am meisten im Sport. Das war der Grund, warum ich mich damals in die Formel 1 verliebt habe."

Besonders an seine Heimat hat er starke Erinnerungen: "Ich komme aus Monaco, und ich erinnere mich, wie die Formel-1-Autos damals durch die Straßen gefahren sind. Das hat mir eine Gänsehaut verpasst. Heute, denke ich, hat man dieses Gefühl nicht mehr, und das ist schade."

Damit positioniert sich Leclerc sehr klar in einem Spannungsfeld, das die "Königsklasse" seit Jahren umtreibt. Auf der einen Seite stehen Forderungen (vor allem der Promoter) nach noch mehr Spektakel und neuen Formaten, auf der anderen die Sehnsucht nach den klassischen Elementen, die die Formel 1 über Jahrzehnte geprägt haben.

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