Lewis Hamilton emotional: Sieg erinnerte mich an McLaren-Rauswurf

Lewis Hamilton feiert beim Formel-1-Rennen in Brasilien einen emotionalen Sieg, der ihn an einen wegweisenden Moment seiner Karriere erinnert

Lewis Hamilton emotional: Sieg erinnerte mich an McLaren-Rauswurf

In die brasilianische Flagge eingehüllt und unter dem tosenden Jubel der Fans in Sao Paulo nahm Lewis Hamilton den Siegerpokal entgegen, der sich am Ende der Saison vielleicht als Sinnbild für eine historische WM-Wende herausstellen könnte. Nach einem Wochenende voller Emotionen schaffte der siebenmalige Weltmeister den nicht für möglich geglaubten Sieg beim Formel-1-Rennen in Interlagos und meldete sich eindrucksvoll zurück.

"Vor diesem Wochenende hätte ich nie gedacht, dass wir die Lücke so schließen können, wie wir es getan haben. Und dann sind auch noch alle Dinge gegen uns gelaufen", sagt ein sichtlich bewegter Hamilton nach seinem 101. Grand-Prix-Sieg, der für ihn aber nochmal einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt.

"Ich kann mich an kein anderes Wochenende wie dieses erinnern. Das letzte Mal, dass es so ähnlich war, war in der Formel 3 beim ersten Rennen in Bahrain", blickt er zurück. 2004 war das, und damals stand seine Karriere schon vor ihrem eigentlichen Beginn vor dem Ende.

Hamilton: Mein Dad erinnerte mich an 2004

"McLaren hatte meinen Vertrag gekündigt und ich erinnere mich noch, dass ich damals für mein Leben gefahren bin", so Hamilton. Damals startete er vom 22. Platz und beendete das Qualifikationsrennen auf Rang elf, im zweiten Rennen fuhr er bis zum Sieg nach vorne, was ihm schließlich einen neuen Vertrag bescherte.

Um seine sportliche Zukunft ging es nun in Brasilien nicht, aber die Ausgangslage und das Endresultat waren recht ähnlich. "Mein Dad hat mich an diese Geschichte erinnert. Er meinte nur, mach dir keine Sorgen, vergiss es und mach weiter. Das habe ich dann auch getan. Ich wusste zwar nicht, dass ich gewinnen würde, aber das war immer mein Ziel", sagt er. Dass er es tatsächlich geschafft hat, sei "überwältigend".

Noch 24 Stunden vor seiner Triumphfahrt vor den Toren der Metropole Sao Paulo sah es so aus, als sei die WM für ihn gelaufen, die Disqualifikation nach dem Qualifying traf Mercedes bis ins Mark. Doch Hamilton ließ sich nicht unterkriegen und fuhr im Sprint vom letzten Platz bis auf Rang fünf nach vorne.

Hamilton: Einfach, den Kopf hängen zu lassen

Noch viel emotionaler allerdings war dann seine Vorstellung im Rennen, das er wegen seiner Motorenstrafe vom zehnten Platz aus starten musste. Nach einer in diesem Tempo von niemandem erwarteten Aufholjagd war er bereits nach sechs Runden auf Rang drei gekommen. Was folgte, war ein erneutes Duell mit Max Verstappen, das Hamilton dieses Mal jedoch für sich entschied.

Die Folge: Sah es vor dem Sprint so aus, als würde Verstappen die WM in Brasilien vorentscheiden, ist Hamilton plötzlich bei nur noch 14 Punkten Rückstand wieder mittendrin im Spiel. "Es ist einfach, den Kopf hängen zu lassen, wenn man mit schwierigen Dingen wie Strafen konfrontiert wird", sagt Hamilton. Doch "Fokus und Entschlossenheit" des Teams und besonders der Mechaniker seien riesig gewesen.

"Ich muss ihnen und dem gesamten Team in der Fabrik ein großes Dankeschön aussprechen. Ich weiß, dass sie positiv denken und die Hoffnung nicht aufgeben, und das macht den großen Unterschied aus", hält Hamilton fest.

Unterstützung der Fans begeistert Hamilton

Dankbar zeigte sich der WM-Rekordjäger auch für die "unglaubliche Unterstützung" der Zuschauer, die ihn nach seiner Show am Sonntag mit "Senna, Senna"-Sprechchören feierten und ihm bei der Siegerehrung frenetisch zujubelten, während Verstappen einige Buhrufe kassierte.

"So etwas hatte ich seit Silverstone nicht mehr. Damals hatte ich meine Fans dabei, aber seither war es schwierig. Das hier das gesamte Wochenende über erlebt zu haben, hat mich demütig werden lassen", so Hamilton, der gerade bei den letzten Europa-Rennen meist der "Orange Army" der Verstappen-Fans ausgesetzt war.

In Brasilien aber war das ganz anders, die Fans auf den Tribünen bejubelten jede gute Szene von Hamilton. Der Mercedes-Pilot dankte es mit einer Inszenierung auf der Auslaufrunde nach dem Rennen mit brasilianischer Flagge im Auto und dann auf dem Podium um die Schultern.

Seinen Sieg gegen alle widrigen Umstände des Wochenendes versteht Hamilton auch als Botschaft weit über die Grenzen der Formel 1 hinaus. "Es zeigt einfach jedem, dass man niemals aufgeben darf, egal, womit man es zu tun hat. Man muss einfach weitermachen, sich immer wieder aufrappeln, weiterkämpfen und darf nie, nie aufhören zu kämpfen", sagt er deutlich. Nach den Rückschlägen zuvor ist damit klar: Hamilton ist wieder da.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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