Lewis Hamilton geht motiviert ins Jahr 2026: "Diese Person gibt es nicht mehr"
Nach einer ermüdenden Debütsaison zieht Lewis Hamilton radikale Konsequenzen - der Brite startet mit verändertem Mindset in die neue Formel-1-Ära
Lewis Hamilton geht runerneuert und zuversichtlich in die Formel 1 Saison 2026
Foto: Sutton Images
Die Geister der Vergangenheit sind vertrieben. So scheint es zumindest, wenn man Lewis Hamilton dieser Tage reden hört. Nach einem ermüdenden ersten Jahr bei Ferrari blickt er hochmotiviert auf die Saison 2026.
Und auch die Körpersprache des siebenmaligen Weltmeister ist eine andere. Die Winterpause hat er genutzt, um einen knallharten Trainingsplan durchzuziehen. Zudem wurde sein engstes Arbeitsumfeld rigoros umgekrempelt.
Nach insgesamt vier durchwachsenen Ground-Effect-Jahren mehrten sich Zweifel an der Zukunft des einstigen Dominators. Der sportliche Frust spiegelte sich auch abseits der Strecke wider. Hamilton wirkte oft wie ein Schatten seiner selbst, speiste die Presse mit extrem knappen Antworten ab und verlor nach einem Q2-Aus in Ungarn sogar völlig die Fassung. (Zur Formel 1 Datenbank)
Der Brite bezeichnete sich selbst als "nutzlos" und suggerierte, Ferrari bräuchte vielleicht einen anderen Piloten. 2026 markiert das letzte Jahr seines aktuellen Vertrags. Sollte ein weiteres "Katastrophenjahr” folgen, könnte ein mögliches Karriereende real im Raum stehen.
"Diese Person existiert nicht mehr"
Doch rechtzeitig zum Saisonauftakt in Melbourne sendet der Brite völlig andere Signale. Denn anders als 2025 profitiert Hamilton in dieser Saison von der Mitgestaltung des 2026er Ferrari. Laut eigener Aussage kommt er aus einer "wirklich positiven" Winterpause.
Diesen positiven Ansatz hat Hamilton im Winter geradezu trainiert. "Das ist nicht mein erstes Rodeo", betonte er. "Ich weiß, wie man den Schalter umlegt, auch wenn das nicht jedes Mal einfach ist. Ich spreche oft davon, eine positive Grundeinstellung zu kultivieren, und genau darauf habe ich mich konzentriert."
Der Schlüssel dazu lag in schonungsloser harter Arbeit. Bereits am ersten Weihnachtsfeiertag schuftete Hamilton im Gym. "Ich habe mir selbst bewiesen, dass ich härter arbeite als alle anderen um mich herum. Ich glaube an mich. Mich selbst neu zu entdecken, war ein riesiger Teil dieses Prozesses."
Mit den Dämonen aus 2025 hat der Brite jedenfalls abgeschlossen. Seine Kampfansage an die Konkurrenz fällt deutlich aus: "Ich glaube, ich hatte für einen kurzen Moment aus den Augen verloren, wer ich eigentlich bin. Aber diese Person ist weg. Die werdet ihr nicht wiedersehen."
Leclerc glaubt nicht an runderneuerten Hamilton
Diese viel zitierte "Wiedergeburt" sieht sein Teamkollege Charles Leclerc etwas nüchterner. Von einem veränderten oder gar völlig neuen Hamilton will er nichts wissen. "Sehe ich Lewis an einem anderen Punkt? Nein, das tue ich nicht. Ich glaube, er ist einfach nur hochmotiviert", relativiert Leclerc.
"Er war letztes Jahr schon super heiß, als er zum Team stieß, und er freut sich jetzt riesig auf die neuen Autos - genau wie ich. Wir wollen einfach alle mit dem richtigen Fuß in dieses erste Rennen starten."
Oftmals würden bei Ferrari Erwartungen geschürt, die schlichtweg nicht der Realität entsprächen. "Ich bin jetzt schon ein paar Jahre bei diesem Team und weiß, wie der Hase läuft. Für Ferrari zu fahren, ist etwas ganz Besonderes, aber es bringt auch eine Menge Nebengeräusche mit sich."
Neuer Ingenieur, neues Management
Ein weiterer Grund für den frischen Wind ist ein personeller Kahlschlag: Hamiltons Renningenieur Riccardo Adami wurde intern versetzt. 2025 kam es zwischen den beiden oft zu Kommunikationsproblemen. Interimsmäßig übernimmt jetzt Carlo Santi, Ferraris Chef für Remote-Engineering, den Posten am Funk. Zudem beendete Hamilton die Zusammenarbeit mit seinem Manager Marc Hynes, der mittlerweile bei Cadillac anheuerte.
Auf die Frage nach den Beweggründen für diese harten Schnitte antwortete der Champion nüchtern: "Das hat sich über einen längeren Zeitraum aufgestaut, das ist völlig normal. Es ist wichtig, dass man sich wieder aufrappelt, analysiert, wo man steht, und dann mit einer positiven mentalen Einstellung zurückkehrt."
Mit dem runderneuerten Umfeld laufe die Zusammenarbeit nun wesentlich reibungsloser. Egal, ob nun hochmotiviert oder runderneuert: Ein zufriedener, motivierter und hungriger Hamilton dürfte auch auf der Strecke ganz andere Signale senden.
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