Lewis Hamilton hält sich an di Restas Ratschlag und unterstützt Bottas

Lewis Hamilton ist in die Frage, wer 2022 sein Teamkollege wird, eingebunden, und verteidigt Valtteri Bottas gegen die Kritik an dessen Leistungen

Lewis Hamilton hält sich an di Restas Ratschlag und unterstützt Bottas

Die Frage, wer 2022 Teamkollege von Lewis Hamilton bei Mercedes wird, ist momentan ein heiß diskutiertes Thema in der "Silly Season" der Formel 1. In diversen Fancommunitys gibt es dazu im Wesentlichen zwei Standpunkte. Erstens: Aus Hamilton-Sicht wäre Valtteri Bottas wahrscheinlich der bequemere "Wingman", eine bekannte Größe. Zweitens: Mercedes muss an die Zukunft denken und wäre so gesehen mit George Russell besser bedient. Der birgt dafür mehr Explosionspotenzial.

Paul di Resta hat Hamilton daher den Ratschlag gegeben, sich hinter Bottas zu stellen: "Ich bin sicher, Lewis möchte nicht, dass sich die Grundfesten des Teams ändern, weil er damit Weltmeisterschaften gewonnen hat. Wenn Lewis schlau ist, dann wird er sich jetzt hinter Valtteri stellen und ihn bestmöglich unterstützen, und dem Team so auch zeigen, dass er ein absoluter Teamplayer ist", so der 'Sky'-Experte.

Ein Ratschlag, den Hamilton offenbar beherzigt. Er habe zwar grundsätzlich noch nicht viel über diese Frage nachgedacht, "aber so, wie ich meine Beziehung zu Valtteri kenne, ist er ein toller Teamkollege. Das habe ich immer schon gesagt. Und wenn ich ehrlich bin, dann habe ich das Gefühl, dass wir momentan die Paarung haben, die am besten liefert, wenn es ums Gleichgewicht im Team geht und das Wissen darüber, wie wir unser Auto weiterentwickeln können."

"Irgendwann", sagt der siebenmalige Weltmeister, "wird sich das ändern. Ich werde nicht für immer hier sein, und Valtteri auch nicht. Aber für den Moment finde ich, dass wir unsere Leistung in all den Jahren gut abgeliefert haben, und das können wir auch weiterhin." Bottas werde schlechter geredet als er ist: "Die Leute müssen ihn auch mal in Ruhe lassen, damit er sich auf seine Arbeit konzentrieren kann."

In die Kritik geraten ist Hamiltons finnischer Teamkollege aber nicht nur, weil er im Qualifyingduell mit 3:6 und nach Punkten mit 92:150 im Rückstand liegt, de facto jetzt schon keine realistischen Chancen auf den WM-Titel 2021 mehr hat. Sondern auch, weil er seine Rolle als "Wingman" etwa in Barcelona nicht perfekt ausgeführt hat. Die Sekunde, die er Hamilton dort beim Überholen gekostet hat, hatte beim Grand Prix von Spanien auch rennentscheidend sein können.

"Es geht sicher immer besser", so Hamilton damals über die Situation, als er mit frischen Reifen von hinten das Feld aufrollte und von Bottas erst nach ein paar Kurven durchgelassen wurde. "Ich habe mir auch das Video von Sergio und Max angeschaut. Wenn Max ein paar Sekunden später auf Sergio getroffen wäre, hätte er vielleicht auch mehr Zeit verloren. Die hatten vom Timing her einfach Glück."

"Wir werden weiterhin als Team zusammenarbeiten, wie wir das seit vielen Jahren gut machen", sagt Hamilton und unterstreicht: "Ich habe immer gesagt, dass Valtteri insgesamt der beste Teamkollege ist, den ich je hatte. Und wenn ich das sage, meine ich nicht nur die Performance, sondern auch die Moral im Team und wie in dem Umfeld zusammengearbeitet wird. Wir werden weiterhin versuchen, unsere Kommunikation zu verbessern, und hoffentlich meistern wir solche Dinge in Zukunft dann noch besser."

Die Frage, die sich viele stellen, etwa auch Formel-1-Experte Marc Surer in seiner Analyse des Transfermarkts 2022 auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de: Wie viel Mitspracherecht hat Hamilton, wenn es um die Besetzung des zweiten Cockpits geht? Und gilt auch hier di Restas Analyse, dass es schwer vorstellbar sei, dass Hamilton seinen Vertrag verlängert, mit Toto Wolff aber noch nicht darüber gesprochen hat, wer im anderen Auto sitzen wird?

"Lewis ist Teil des Teams und hat bei solchen Entscheidungen schon immer zum innersten Kreis gehört. Einfach weil wir seine Meinung schätzen", so Wolff noch vor der Unterschrift unter den inzwischen bereits geregelten Hamilton-Vertrag. "Wenn wir also über die Fahrer sprechen, dann gibt es nichts, was wir vor ihm verbergen. Da sind wir sehr transparent." Das gelte aber genauso für Bottas und Russell, betont der Österreicher.

Und er stellt klar: "Wir müssen die Situation im Hinblick auf unsere Zukunft bewerten. Valtteri hatte einige sehr gute Wochenenden, aber er hatte auch ein paar schlechte Wochenenden. Die müssen wir minimieren. Dann werden wir eine Entscheidung treffen. Und welche Entscheidung das auch immer sein wird, ob für Valtteri oder für George: Die Person, die es betrifft, wird es zuerst erfahren. Und das ist dann unser Fahrer."

Wann genau die Entscheidung getroffen werden soll, diesbezüglich hat sich Wolff bisher noch nicht festgelegt. Formel-1-Experte Martin Brundle fände eine Bekanntgabe eines rein britischen Fahrerduos am kommenden Wochenende in Silverstone charmant. Wolff hat zuletzt jedoch angedeutet, dass man Silverstone und Budapest wahrscheinlich noch verstreichen lassen wird und die Entscheidung erst in der Sommerpause fallen könnte.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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