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Lewis Hamilton: „Ich bin ein bisschen verrückt“
Der Weltmeister gibt nichts auf Aussagen, dass sein etwas ausschweifender Lebensstil daran schuld ist, dass er in den letzten Saisonrennen des Jahres 2015 schwächere Leistungen zeigte als sein Teamkollege Nico Rosberg.

Petra Wiesmayer
Bearbeitet: 04.12.2015, 08:01
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McLaren-Chef Ron Dennis war in letzter Zeit nicht der Einzige, der sich Gedanken über Lewis Hamiltons Lebensstil machte. Seit der Mercedes-Pilot seinen dritten WM-Titel in der Tasche hatte, schien die Luft raus zu sein.
In den letzten drei Rennen hatte er dem Großangriff seines Teamkollegen Nico Rosberg nichts mehr entgegenzusetzen und Kritiker des 30-Jährigen wollen wissen, woran das liegt. Hamiltons Vorliebe für Partys und andauernde Reisen rund um die Welt würden ihn zu sehr ablenken und zu viel Kraft kosten.
Stimmt nicht, sagte Hamilton nun und betonte, er würde versuchen, immer die richtige Balance zwischen Arbeit und Vergnügen zu finden.
„Dieses Jahr war das erste, in dem ich das jemals getan habe“, sagte er bei BBC Radio 1. „Und wisst ihr was? Ich habe Partys gefeiert, bin zum Rennen gefahren und habe gewonnen.“
Zuvor sei er im Grunde nie ausgegangen, erklärte der Brite weiter. „Ich glaube, letztes Jahr war ich etwa drei Mal aus. Ich war viel zu konzentriert. Aber das ist zu extrem.“
Große Veränderung
„Dieses Jahr war für mich eine echte Veränderung. Meine Freunde sagten, ‚Hey, willst du auf einen Drink gehen oder zum Essen?‘ und in der Vergangenheit habe ich dann gesagt, ‚Nein, ich muss früh aufstehen und trainieren.‘“
„Jetzt gehe ich mit und trainiere trotzdem. Man muss die richtige Balance finden und dieses Jahr war erstaunlich.“
„Es war eines der erfolgreichsten – das erfolgreichste Jahr – meiner gesamten Karriere. Es war einfach großartig, dass ich, auch wenn die Leute all diese Geschichten schreiben, auftauche und meine Leistung bringe. Ich werde also weitermachen.“
Während die meisten Fahrer einen Passus in ihren Verträgen haben, der es ihnen verbietet, bestimmte Sportarten auszuüben, die als gefährlich gelten, hat Hamilton diesen Teil aus seinem Vertrag streichen lassen.
„Ich mache alles. Ich fahre Wake-Board, ich laufe Ski, ich gehe Fallschirmspringen. Ich habe diese Klausel aus meinem Vertrag genommen und versuche, bei allem eine gute Balance zu finden.“
„Ich will nicht meine gesamte Formel-1-Karriere lang nur Auto fahren. Natürlich will ich aber auch nicht, dass ein anderer mein Auto fährt. Also bin ich sehr, sehr vorsichtig, wenn ich diese Dinge tue, aber ich bin eben ein bisschen verrückt.“
„Ich verliere nie gerne“
„Es macht mir Spaß und man muss Spaß bei seiner Arbeit haben. Man arbeitet so hart und es ist ein sehr langes Jahr“, sagte Hamilton weiter. Wenn man so hart arbeite, müsse man auch für den entsprechenden Ausgleich sorgen.
Kritik, dass seine Motivation geschwunden sei, seit er seinen dritten Titel hat, wies ebenfalls zurück.
„Man muss immer noch alles geben und sehr hart arbeiten, aber natürlich ist es irgendwie, ‚Mein Job ist getan, ich wünschte, die Saison wäre vorbei. Ich wünschte, ich könnte jetzt in Urlaub fahren.‘“
„Es gibt diese verbleibenden Rennen aber noch, es sind viele Leute im Team, die weiterarbeiten, also muss man es ihnen gleichtun.“
„Ich war im Rest des Jahres nicht erfolgreich, aber immer noch Zweiter in den Rennen und das ist nicht so schlecht. Es stimmt zwar, dass es auf die Meisterschaft keinen Einfluss hat, aber ich verliere nie gerne.“
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