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Lewis Hamilton: Lasse mich von Michael Schumachers Rekord nicht treiben

Macht Lewis Hamilton Ende 2021 weiter, falls er den achten Titel gewonnen und Michael Schumacher überholt haben sollte? Das sagt er selbst dazu!

Lewis Hamilton: Lasse mich von Michael Schumachers Rekord nicht treiben

Der Gedanke, Michael Schumacher mit einem achten WM-Titel übertreffen und alleiniger Rekordhalter in der Geschichte der Formel 1 werden zu können, war für Lewis Hamilton, so beschreiben das Kenner aus seinem Umfeld, bisher ein starker Antrieb. Doch vor dem allerletzten Schritt dorthin hat der 36-Jährige offenbar für sich entschieden, sich davon nicht mehr treiben zu lassen und stattdessen zu versuchen, mit einer Grundgelassenheit in die Saison 2021 zu starten.

Als ein Journalist wissen will, ob ein achter Titel (oder auch nicht) einen Einfluss darauf haben könnte, ob er seine Karriere in der Formel 1 fortsetzen wird oder nicht, entgegnet Hamilton: "Das ist eine gute Frage." Und stellt klar: "Ich denke, ich habe für mich die wirklich wichtige Entscheidung getroffen, dass ich das nicht zum entscheidenden Faktor werden lassen möchte."

Mercedes-Teamchef Toto Wolff geht davon aus, dass selbst im Falle eines historischen achten Titels das letzte Kapitel von Hamiltons Erfolgsgeschichte noch nicht geschrieben ist: "Ich glaube, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass Lewis weitermachen möchte. Weil ihm die Fahrerei Spaß macht [...]", sagt der Österreicher.

Hamilton nickt: "Ich habe mit dem Rennfahren angefangen, weil ich es liebe. Und ich habe das Gefühl, dass das immer im Kern dessen stehen muss, was ich mache. Wenn ich das Rennfahren nicht mehr lieben sollte und nur noch wegen Ruhm und Ehre weitermache, dann laufe ich Gefahr, dass ich von meinem Weg abkomme."

Hamilton sagt: Acht Titel wären "der ultimative Traum"

Der achte Titel, räumt Hamilton ein, sei "der ultimative Traum, aber ich glaube nicht, dass das zwangsläufig der entscheidende Faktor wird, ob ich bleibe und weitermache. Da geht's mir mehr darum, ob ich noch ein Lächeln im Gesicht habe, wenn ich den Helm aufsetze."

Die große Frage sei letztendlich: "Macht mir das alles noch Spaß? Vergangenes Jahr war für alle ein hartes Jahr, mich eingeschlossen. Trotzdem gab es einige kraftvolle Momente. Ob das auch dieses Jahr der Fall sein wird, werden wir sehen. Macht es mir noch genauso viel Spaß? Wir werden sehen. Aber ich bin schon einigermaßen aufgeregt. Insofern glaube ich: Schon, ja!"

Mit dem Einjahresvertrag hat Hamilton alle Möglichkeiten, den Helm notfalls auch an den Nagel zu hängen, falls die Freude am Fahren nicht mehr ausreichen sollte. Und dass er schon mal mehr auf den Erfolg gebrannt hat als bei der Mercedes-Präsentation am Dienstag, ist Beobachtern aufgefallen - unter anderem Christian Nimmervoll und Stefan Ehlen in ihrer Launch-Analyse auf dem YouTube-Kanal von Motorsport-Total.com.

Einjahresvertrag bedeutet auch, dass die lästige Fragerei nach der Zukunft schon sehr bald wieder losgehen wird. Aber das juckt Hamilton kaum: "Ist ja nicht so, dass das mein erstes Rodeo wäre", sagt er und grinst: "Ich kenne das schon, wie das ist, wenn du immer und immer wieder die gleiche Frage gestellt bekommst. In der Hinsicht lasse ich mich nicht unter Druck setzen."

Auch, weil seine Beziehung zu Mercedes "außergewöhnlich" und "unglaublich tief" sei und er ohnehin davon ausgeht, eines Tages mehr als Rennfahren gemeinsam zu machen - siehe Hamilton-Kommission, siehe die neue Stiftung. Ob er seine Karriere nach 2021 fortsetzen möchte, sinniert der Brite, "das wird mich schon rechtzeitig überkommen, da bin ich mir sicher".

Hamiltons Einjahresvertrag: Widersprüchliche Darstellungen

Rund um Hamiltons Einjahresvertrag gab's am Dienstag übrigens widersprüchliche Darstellungen. Während Wolff behauptet, die Idee, sei "von beiden" Seiten ausgegangen, behauptet der siebenmalige Weltmeister: "Ich habe mich bewusst entschieden, nur einen Vertrag über ein Jahr zu machen. So kann ich mir anschauen, wie das Jahr so läuft und wo wir zur Halbzeit oder gegen Ende der Saison stehen."

Wolff stellt das in einem Interview mit 'Sky' ein bisschen anders dar: "Wir sind Ende Dezember zu dem Schluss gekommen, dass wir nie wirklich die Möglichkeit hatten, uns hinzusetzen und im Detail zu verhandeln, wie die Jahre danach aussehen können. Und zwar nicht nur die Jahre des Fahrens, sondern auch nach dem Fahren. Und da gibt's verschiedene interessante Varianten."

"Irgendwann im Januar haben wir dann gesagt: 'Wir müssen jetzt diesen Vertrag fertigmachen, damit wir losstarten können in die Saison. Dann werden wir uns mehr Zeit nehmen, um einfach über die Zukunft zu diskutieren.' Deswegen war dieser Einjahresvertrag dann eigentlich auch die logische Konsequenz", erklärt der Mercedes-Teamchef.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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