"Spaziergang für Verstappen": Deshalb sieht Hamilton Mercedes ohne Chance

Warum Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton nicht an eine Siegchance in Spielberg glaubt und weshalb Mercedes nicht einmal mit McLaren mithalten kann

"Spaziergang für Verstappen": Deshalb sieht Hamilton Mercedes ohne Chance

Die Poleposition war das erklärte Ziel von Mercedes, doch dieses Ziel haben Lewis Hamilton und Valtteri Bottas im Qualifying zum Österreich-Grand-Prix 2021 in Spielberg verfehlt, und das deutlich: Am Ende fehlten 0,294 Sekunden auf die Bestzeit, und mit diesem Rückstand blieben für die Mercedes-Fahrer sogar nur die Positionen vier und fünf in der Startaufstellung.

Wie sich Hamilton das erklärt? Er meint, es sei einfach "noch schwieriger als vergangene Woche. Es fehlt uns weiter an Leistung. Wir haben alles versucht, um mehr aus dem Auto herauszuholen. Aber das ist nun einmal die Pace, die wir im Augenblick haben."

Bottas, der weitere 0,035 Sekunden auf Hamilton verloren hat, gibt an, er habe definitiv mehr erwartet von seinem Team. "Tatsächlich aber haben wir im Vergleich zur Vorwoche Rückschritte gemacht oder die anderen Teams mehr Fortschritte als wir", erklärt er.

Hamilton glaubt nicht an Siegchance in Spielberg

"Ich denke, uns fehlen ein bis zwei Zehntel auf das, wo wir eigentlich sein sollten. Ich weiß nicht, ob das an der Soft-Mischung liegt, aber McLaren hat ganz offensichtlich etwas gefunden. Und bei uns war heute nicht mehr drin im Auto."

Das bedeutet: Hamilton und Bottas stehen beim Rennstart nicht nur hinter Red-Bull-Speerspitze Max Verstappen, sondern auch hinter McLaren-Fahrer Lando Norris und Sergio Perez im zweiten Red Bull.

An den Sieg denkt Hamilton daher gar nicht. Er meint: "Von der reinen Pace her dürften wir [dafür] nicht in Frage kommen. Erstens hat [Red Bull] gleich zwei Autos da vorne, an denen wir vorbei müssten. Und dann sind sie auch noch um drei Zehntel schneller als wir."

Mercedes spricht schon von Schadensbegrenzung

Er habe den Eindruck gewonnen, der RB16B sei an diesem Wochenende noch einmal optimiert worden. "Ich würde daher sagen, es wird ein Spaziergang für Max. Wir müssen schauen, ob wir es vielleicht wenigstens vor Perez schaffen, um an diesem Wochenende Schadensbegrenzung hinzukriegen", sagt Hamilton.

Bottas denkt ähnlich: "Im Renntrimm sollten wir besser aufgestellt sein. Unterm Strich haben wir uns mit dem Set-up und allem eher hin zum Rennen orientiert. Aber natürlich müssen wir aus diesem Samstag lernen und auch am Sonntag unsere Lektionen mitnehmen."

In erster Linie gelte es für Mercedes, so Hamilton, "in den kommenden Rennen mehr Leistung zu finden. Wir müssen einfach schauen, dass wir uns steigern."

Warum Mercedes auch gegen McLaren alt aussah

Eine konkrete Mercedes-Schwäche aber konnte Hamilton auf Nachfrage nicht benennen. Er sagte nur: "Wenn ich mir die Runde von Max ansehe, dann [verlieren wir] überall, in der ganzen Runde. Überall ein bisschen."

Vielleicht, weil es Mercedes nicht gelungen sein könnte, die Abstimmung des W12 ähnlich gut zu verfeinern wie es Red Bull beim RB16B und McLaren beim MCL35M gelungen ist? Laut Bottas habe sein Team im Vergleich zur Vorwoche in Spielberg "nicht genug gefunden" und das Auto sei auf den Geraden auch "nicht schneller", sondern "genau gleich".

Was die Niederlage im Qualifying für Mercedes noch schmerzhafter gestalten dürfte: Norris im McLaren-Mercedes kam wesentlich besser zurecht als die Werksmannschaft. Das erkennt Hamilton an: Sein Ex-Team McLaren habe "megastark" ausgesehen, Norris sei "großartig" gewesen. Und Mercedes müsse jetzt seine Hausaufgaben machen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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