Lewis Hamilton: Simulatorarbeit macht mir noch immer keinen Spaß

Wieso sich Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton entgegen seiner Gewohnheit in den Mercedes-Simulator gesetzt hat und wie er die Zusatzeinheit bewertet

Lewis Hamilton: Simulatorarbeit macht mir noch immer keinen Spaß

Lewis Hamilton macht keinen Hehl aus seiner Abneigung für den Formel-1-Simulator. Doch nach dem Steiermark-Grand-Prix am Sonntag hat der WM-Titelverteidiger von Mercedes eine Ausnahme gemacht: Hamilton reiste zurück nach Brackley in England und versuchte sich am virtuellen W12. Warum, das erklärt er zurück in Spielberg den Medienvertretern.

Die "zuletzt schwierigen Rennen" hätten ihn demnach dazu bewogen, über seinen Schatten zu springen, so Hamilton. "Ich wollte sehen, ob es irgendwas gibt, wobei ich dem Team helfen kann, um besser vorbereitet zu sein. Ich glaube, wir sind auf ein paar gute Sachen gestoßen, aber nichts Außerordentliches."

Er wolle in jedem Fall weiter am Simulator-Projekt mitwirken, dabei aber nicht im Vordergrund stehen, meint Hamilton. Er erklärt: "Wir haben gute Fahrer, die viel Simulatorarbeit verrichten. Mir geht es mehr um die Prozesse und die Kommunikation mit [den Ingenieuren] in dem Programm, damit wir die richtigen Dinge ausprobieren."

Insgesamt sei es eine "positive" Erfahrung gewesen, sich mit dem Mercedes-Simulator zu beschäftigen, sagt Hamilton. Eine Einschränkung aber macht er doch: "Es hat mir nicht notwendigerweise viel Freude bereitet."

Alonso: Warum er auf einmal Trackwalks macht

Vor Ort an der Rennstrecke ist Hamilton übrigens kein Fan des Trackwalks, der Erkundung einer Strecke zu Fuß oder auf dem Fahrrad, in Begleitung der Ingenieure. Auch Fernando Alonso verzichtet oft darauf, wurde bei den jüngsten Grands Prix jedoch häufiger vorab auf der Strecke gesichtet.

Darauf angesprochen, erklärt Alonso: "Ich habe dieses Jahr in Portimao einen Trackwalk gemacht, weil es eine neue Strecke war. Prompt hatten wir unser bisher bestes Wochenende mit guten Punkten. Wir fühlten uns dort konkurrenzfähig."

"In Barcelona und in Monaco haben wir keinen Trackwalk gemacht und blieben ohne Punkte. Also haben wir es in Baku wieder probiert. Dort wurden wir Sechster, nach unserem bisher besten Rennen."

Alpine und Alonso haben ihre Schlüsse aus diesen Erfahrungen gezogen. Alonso: "Jetzt bleiben wir dran und machen unseren Trackwalk, damit wir sonntags in die Punkte fahren!" Er sagt aber auch: "Im Moment ist das reiner Aberglaube."

Praktischer Nebeneffekt vor dem Österreich-Grand-Prix: Alpine-Freitagsfahrer Guanyu Zhou schloss sich Alonso beim Trackwalk an und profitierte so von der Expertise des zweimaligen Weltmeisters, ehe Zhou das erste Freie Training anstelle von Alonso bestreiten wird.

Mick Schumacher: Muss mich an Simulator gewöhnen

Auf dem Red-Bull-Ring traf das Alpine-Duo womöglich Mick Schumacher an. Der Haas-Fahrer geht an jedem Wochenende zur Vorbereitung die Strecke ab, trainiert aber vorab schon virtuell im Simulator, um sich auf einen Kurs einzustellen.

"Wir machen dann in einer Simulator-Einheit meistens gleich mehrere Strecken durch", sagt Schumacher. "Das heißt, ich habe die Chance, mehrere Strecken zu sehen."

Ihm gehe es dabei jedoch wie Hamilton: Das echte Fahren reize ihn mehr. "So viel dazu", meint Schumacher. "Im Endeffekt wird der Simulator aber mehr und mehr zu dem Job dazugehören. Von daher muss ich das irgendwie lieben lernen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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