Lewis Hamilton über Russell: Keine Angst vor neuer Rosberg-Situation

Lewis Hamilton freut sich auf die Herausforderung durch seinen künftigen Teamkollegen George Russell, und hält Vergleiche mit Nico Rosberg für unzulässig

Lewis Hamilton über Russell: Keine Angst vor neuer Rosberg-Situation

Mit Shootingstar George Russell bekommt Lewis Hamilton 2022, im vielleicht vorletzten Jahr seiner Formel-1-Karriere (sein aktueller Mercedes-Vertrag läuft bis Ende 2023), einen neuen Teamkollegen. Viele Experten glauben, dass ihm der 23-Jährige das Leben viel schwerer machen wird als Valtteri Bottas, und dass sein Image darunter leiden könnte, sollte er das Stallduell verlieren.

Selbst Max Verstappen geht davon aus, dass Russell größeren Druck auf Hamilton ausüben könnte. Aber der hat davor keine Angst: "Ich hatte einige unglaubliche Fahrer als Teamkollegen. In meinem Debütjahr bin ich neben Fernando gefahren. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich noch irgendwas beweisen muss", sagt der siebenmalige Weltmeister.

Dass er trotzdem lieber Bottas als Russell an seiner Seite gewusst hätte, davon ist zum Beispiel 'ORF'-Experte Alexander Wurz überzeugt. Russell habe sich die Chance bei Mercedes zwar "vollkommen verdient". Aber: "Ob das Hamilton recht ist oder nicht, das ist ein anderes Thema. Es ist ihm unrecht, glaube ich. Er hat sich ja für Bottas ausgesprochen."

Doch Hamilton stellt sich der nun bevorstehenden Herausforderung: "George ist ein unglaublich talentierter Fahrer. Seine Qualifyingrunde in Spa war erstaunlich. Er ist bescheiden, hat eine großartige Einstellung. Und ich könnte mir vorstellen, dass es für die interne Kommunikation auch hilfreich ist, dass er Brite ist."

"Es ist schön zu sehen, dass die Jungen jetzt langsam den Durchbruch schaffen. Die sind stürmisch, ehrgeizig. Ich sehe viel von mir selbst in dieser jungen Generation. Sie sind die, von denen unser Sport in Zukunft leben wird", lobt der 36-Jährige. Weshalb er davon ausgeht, nicht nur Russell Dinge zu lernen, sondern auch von Russell lernen zu können.

Dass es bei Mercedes zu einer vergifteten Stimmung mit zwei Lagern kommen könnte, so wie in den letzten Jahren des Duells mit Nico Rosberg, glaubt Hamilton nicht: "Wir sind als Team heute besser aufgestellt und haben viel darüber gelernt, wie wir gewisse Dinge handhaben müssen. Da sind uns in der Vergangenheit viele Fehler passiert. Aber das bereitet mir kein Kopfzerbrechen."

Gleichzeitig räumt er ein: "Wenn ein Neuer ins Team kommt, dauert es immer ein bisschen, bis alles gut zusammenspielt. Das ist bei einem neuen Ingenieur oder Mechaniker nicht anders. Aber George war ja schon bei uns an der Strecke, hat sogar schon ein Rennen absolviert und war oft im Hintergrund dabei. Er kennt das Umfeld gut."

"Wichtig ist, dass der Respekt immer intakt ist. Das steht im Mittelpunkt unserer Kommunikation", sagt Hamilton. "Wir haben ein ganz erstaunliches Team, was die Moral betrifft, was unsere Prozesse betrifft. Die Fahrer haben immer das Gefühl, vom Team unterstützt zu werden. Darum ist die Harmonie so groß. Wir sind viel besser vorbereitet als früher."

Für Bottas bricht nun ein neues Kapitel seiner Karriere an. Doch Ralf Schumacher glaubt, dass der Finne sich letztendlich nicht beschweren darf: "Valtteri ging es darum, in der Formel 1 zu bleiben. Der kommt jetzt mal in eine Position, wo er das Team anführen darf. Ich glaube, das braucht er auch jetzt", sagt der 'Sky'-Experte.

Und: "Das Talent hat er, aber neben Hamilton war es immer schwierig für ihn. Der Druck war zu groß, von allen Seiten. Jetzt kann er das in aller Ruhe anführen, hat das gesamte Team hinter sich. Das wird schön sein für ihn. Er hat sehr viel Geld verdient, saß im besten Auto der Welt, für viele Jahre. Er hat keinen Grund, traurig zu sein, dass er jetzt was anderes macht."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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