Lewis Hamilton vor Kanada: Neuer Motor wäre hilfreich gewesen

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Lewis Hamilton vor Kanada: Neuer Motor wäre hilfreich gewesen
Dominik Sharaf
Autor: Dominik Sharaf
Co-Autor: Adam Cooper
07.06.2018, 19:43

Ist Ferrari dank eines Updates zu stark für Mercedes? Die Fahrer machen sich mit alten Antrieben weniger Sorgen um die Zuverlässigkeit als um die Leistung

Lewis Hamilton hat sich besorgt darüber geäußert, dass seine Mercedes-Mannschaft beim Kanada-Grand-Prix am kommenden Wochenende Formel 1 2018 live im Ticker! nicht auf ein überarbeitete Version des hauseigenen V6-Hybrid-Antriebes zurückgreift. Dass das ursprünglich eingeplante Update verschoben wurde, Ferrari und Red Bull in Montreal aber mit Neuerungen aufwarten werden, lässt den Weltmeister vermuten: "Leistungsmäßig werden wir wohl keine Wunder vollbringen."

Die Skepsis rührt daher, dass Kanada nicht nur als Powerstrecke verschrien ist, sondern Mercedes schon in Bahrain, in China und in Aserbaidschan an den Enden der langen Geraden langsamer war als Ferrari. In Sachen Topspeed scheint die Scuderia 2018 also überraschend die Nase vorn zu haben. "Besonders, wenn sie auf einen überarbeiteten Motor zählen können", vermutet Hamilton und wittert ein enges Duell zwischen Rot und Silber: "Mag sein, dass das Wochenende schwierig wird."

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Er traut es Ferrari zu, mit den Neuerungen ein bis zwei Zehntelsekunden pro Runde herauszuholen. Ein eigenes Update hätte da "definitiv geholfen" und die Situation sei "unglücklich", sagt Hamilton, nennt die Entscheidung zum Verzicht aber "vernünftig". Neben einem möglichen Leistungsdefizit sorgt sich der Brite auch um die Zuverlässigkeit und altersbedingte Nachteile. "Der Motor macht schon sein siebtes Rennen", weiß Hamilton, "nach rund 7.000 Kilometern muss es an PS fehlen."

Teamkollege Valtteri Bottas spricht hingegen von einem "sehr guter Zustand", in dem sich sein Antrieb befände. Er hätte in den ersten sechs Rennen des Jahres den Motor häufig geschont und macht sich damit Mut, dass Mercedes mit der zweiten Ausbaustufe "nur einen kleinen Vorteil" gegenüber der aktuellen Version gehabt hätte, im Saisonendspurt aber auf frische Teile zurückgreifen kann.

Geplant ist, beim Ungarn-Grand-Prix wo es aufgrund des Streckenlayouts weniger auf die Motorpower ankommt – wieder auf die erste Variante zu setzen und sich die frischen Pferdestärken für Powerkurse wie Spa-Francorchamps und Monza aufzuheben. Gut auch für die Laufleistung.

Allerdings: Abgeschrieben hat Hamilton einen möglichen Sieg in Kanada nicht. "Ich bin ganz entspannt", sagt er. "Dass die Saison mit diesem Rennen stehen und fallen würde, erkenne ich nicht." Bestärkt hat ihm in seinem Glauben sein dritter Platz in Monaco. Perfekte Schadensbegrenzung. "Ich habe auf einer Strecke, die neben Singapur unser schlechtestes Pflaster ist, nur drei Punkte (auf Vettel; Anm. d. Red.) verloren. Das hätte ich auch vorher so unterschrieben", meint Hamilton.

Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1

Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1

Foto: Andrew Hone / LAT Images

Hinzu kommt, dass er in Montreal schon sechs Siege auf der Habenseite hat und damit so viele wie sonst nur Michael Schumacher, der es auf sieben Erfolge brachte. Es ist sein Terrain. "Ich fahre aggressiv über die Randsteine und bin in der Lage, dicht an die Mauern heranzukommen. Hier kann ich das ausnutzen, weil es das braucht", erklärt er sein Erfolgsrezept auf der Ile de Notre-Dame.

Der Stallgefährte liebäugelt damit, seinerseits für Mercedes zu gewinnen: "Monaco war ein einmaliger Ausrutscher", versichert Bottas auf seine jüngsten Probleme mit Pirellis weichsten Mischungen und den Rückstand auf Hamilton angesprochen. Er betont, dass Mercedes es mittlerweile verstanden hätte, wie sich mit der Hypersoft-Mischung schnelle Runden fahren ließen.

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