Lindblad: Der Racing Bulls lässt sich einfacher fahren als ein F2-Auto
Arvid Lindblad findet seinen Formel-1-Boliden deutlich einfacher zu fahren als die Formel 2 - Laut Liam Lawson soll der Red Bull aber nicht schwieriger sein
Arvid Lindblad im Formel-1-Boliden von Racing Bulls
Foto: Formel 1
Für viele junge Rennfahrer sollte der Sprung von der Formel 2 in die Formel 1 der größte in ihrer Karriere sein, doch was das reine Fahren angeht, findet Rookie Arvid Lindblad nicht, dass der Sprung so schwierig ist. Im Gegenteil: Sein VCARB 03 sei deutlich einfacher zu fahren als ein Formel-2-Auto, mit dem er noch im vergangenen Jahr unterwegs war.
Das liegt laut ihm einfach an den deutlich umfangreicheren Möglichkeiten, die ein Formel-1-Team im Vergleich zu einem Rennstall in der Juniorserie hat. "Die Teams haben viel mehr Möglichkeiten zur Steuerung, alles ist technisch extrem fortgeschritten", sagt Lindblad. "Die Formel 2 ist im Grunde sehr simpel aufgebaut - ehrlich gesagt ist das eine Formel 4 mit Flügeln. Daran ist nichts Hochkomplexes."
Was im ersten Moment aber nach einem höheren Schwierigkeitsgrad für die Formel 1 klingt, ist es aus Fahrersicht aber gar nicht: "In der Formel 1 kann man unfassbar tief ins Detail gehen. Dadurch ist einfach alles besser", meint er. "Die Teams können so viel feingliedriger arbeiten, wodurch das gesamte Paket viel ausgereifter ist."
"Außerdem haben wir die Schalter am Lenkrad, mit denen wir verschiedene Kurven oder einzelne Kurvenphasen viel einfacher anpassen können", so Lindblad.
Dieses präzise Feintuning mache es dem Fahrer in der Formel 1 einfacher, während ein Fahrer in der Formel 2 nur ein 45-minütiges Training am Freitag hat, um sich auf den Rest des Wochenendes vorzubereiten.
"Das Auto ist viel einfacher konstruiert, und wenn Probleme auftreten, muss man einfach damit klarkommen und fahren. In der Formel 1 hingegen kann man an extrem vielen Stellschrauben drehen", erklärt er.
Red Bull laut Lawson nicht schwieriger
Der Racing Bulls gilt aber auch in Formel-1-Kreisen als gutmütiges Auto, wie die Punkteausbeute und die geringe Fehlerquote seiner beiden unerfahrenen Piloten zeigt. Die Gutmütigkeit soll vor allem gegenüber dem Red Bull ein deutlicher Pluspunkt sein, mit dem in den vergangenen Jahren einzig Max Verstappen zurechtkam.
Yuki Tsunoda und Liam Lawson zeigten im vergangenen Jahr im B-Team deutlich bessere Leistungen als im A-Team, und auch zuletzt in Monza schien Lawson als Ersatz von Isack Hadjar bei Red Bull wieder einige Probleme gehabt zu haben.
Doch dass der RB22 deutlich schwieriger zu fahren sei, scheint nicht der Fall zu sein: "Wenn ich mich mit Liam unterhalte, der den Red Bull gefahren ist, sagt er keineswegs, dass das ein schlechteres Auto sei", meint Lindblad. "Er meinte, manche Aspekte daran seien sogar deutlich angenehmer. Von daher: Ich weiß es nicht genau."
Zufrieden mit dem Formel-1-Einstand
Er selbst kann natürlich nur sein eigenes Auto einschätzen und scheint damit gut zurechtzukommen. Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: In den vergangenen acht Rennen kam der Rookie sieben Mal in die Punkte, bei neun von 13 Qualifyings schaffte er den Sprung in die Top 10.
"Ich bin wirklich zufrieden damit, wie das Jahr bisher gelaufen ist", sagt Lindblad. "Ich denke, ich habe einen guten Job gemacht." Gleichzeitig sei die Statistik aber auch ein gutes Zeugnis für das Team. "Ich habe ein gutes Auto. Ich denke, wir waren über weite Teile des Jahres eines der besten - wenn nicht sogar das beste - Team im Mittelfeld."
"Ob es nun leicht zu fahren ist oder nicht, kann ich schwer beurteilen, weil mir die Vergleiche fehlen, aber es ist auf jeden Fall einfacher zu fahren als ein Formel-2-Auto und ich würde sagen, es ist ein ziemlich umgängliches Fahrzeug."
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