Lockere Bestzeit auf Mediums: Hamilton "ziemlich glücklich"

Lewis Hamilton hat die Testfahrten in Barcelona mit einer klaren Bestzeit abgeschlossen und fühlt sich schon jetzt in seinem Auto pudelwohl

Lockere Bestzeit auf Mediums: Hamilton "ziemlich glücklich"

Lewis Hamilton hat am letzten Tag der ersten Formel-1-Testwoche in Barcelona ein Ausrufezeichen gesetzt und sich noch einmal die Bestzeit geholt. Der Brite fuhr mit 1:19.333 Minuten die schnellste Zeit des Tages und war damit rund eine halbe Sekunde schneller als die Konkurrenz. Damit unterbot er auch die bisherige Wochenbestmarke von Sebastian Vettel (Ferrari) um mehr als drei Zehntelsekunden.

Der erste Schlagabtausch 2018 geht somit an die Silberpfeile. Was die Zeit heute noch beeindruckender macht, ist die Tatsache, dass Hamilton bei seinem Versuch die Medium-Reifen aufgeschnallt hatte. Der Drittplatzierte Sebastian Vettel war bei seiner Bestzeit heute auf Soft-Reifen unterwegs, Stoffel Vandoorne (McLaren) auf Platz zwei erzielte seine Zeit sogar auf Hypersoft - beides weicher und damit schneller als Hamiltons Wahl.

"Bislang war es doch wirklich gut", meint der Brite nach Abschluss des vierten Testtages. "Ich war wirklich froh, dass ich heute auf die Strecke konnte. Normalerweise bin ich niemand, der Testfahrten mag, aber heute war ich wirklich heiß darauf, auf die Strecke zu gehen, weil wir bislang nicht viele Runden fahren konnten." Das lag bislang allerdings eher am Wetter als an mangelnder Zuverlässigkeit des F1 W09.

"Definitiv schneller als im Vorjahr"

In Sachen Zuverlässigkeit scheint Mercedes nämlich bereits in guter Form zu sein. Insgesamt 129 Runden schafften Valtteri Bottas (60) und Hamilton (69) heute - der Finne durfte am Vormittag bei schwierigeren Bedingungen fahren und wurde daher nur Zwölfter (+3,456 Sekunden). In der Wochen-Endwertung haben die Silberpfeile mit 306 Umläufen die zweitmeisten aller Teams gedreht - überraschend hinter Toro Rosso (324) mit dem Honda-Motor!

Zwar schauen die Teams in der ersten Testwoche noch nicht unbedingt auf die Performance, doch Hamiltons Bestzeit auf Mediums war schon einmal ein guter Gratmesser für Mercedes. Ob er in die Fußstapfen des erfolgreichen Vorgängers treten kann, wird sich erst im Laufe der Saison zeigen, doch den Performance-Vergleich scheint der W09 schon einmal gewonnen zu haben: "Es ist definitiv ein schnelleres Auto als im Vorjahr", betont Hamilton.

Allerdings will er noch nicht einschätzen, wie viel Performance Mercedes gewonnen hat oder wie viel Performance die verbesserte Strecke bringt. In Barcelona wurde die Strecke jüngst neu asphaltiert, wodurch sie deutlich ebener und griffiger und somit schneller geworden ist. "Wir werden erst nächste Woche ein besseres Verständnis bekommen", winkt er ab.

Hamilton will endlich loslegen

Auch den gewonnenen Vergleich mit Ferrari will Hamilton noch nicht überbewerten, denn über die Scuderia nachgedacht habe er noch gar nicht. "Bei diesen Testtagen schaut man nicht auf andere Teams. Man fokussiert sich darauf, den Plan abzuarbeiten, das Auto auf der Strecke zu halten, so viel wie möglich zu lernen und gutes und konstruktives Feedback zu geben." Was Ferrari gemacht hat, wisse er hingegen nicht.

Bildergalerie: Der Donnerstag in Barcelona

Doch Hamilton brennt darauf, es endlich herauszufinden. Schon jetzt hat der viermalige Weltmeister keine Lust mehr auf die Testfahrten. "Wegen mir könnten wir auch jetzt schon nach Melbourne gehen und einfach fahren", sagt er. "Ich möchte einfach fahren. Beim Testen gibt es keinen Wettbewerb, und das vermisse ich." Ihm würde ein halber Testtag reichen, bevor es losgehen kann.

Das sieht man bei Mercedes naturgemäß anders. Die Silberpfeile wollen die verbliebenen vier Testtage intensiv nutzen, um sich bestmöglich auf die Saison vorzubereiten, nachdem die erste Testwoche eher schwieriges Terrain war. Auch heute hatte man sich ein intensives Programm zurechtgelegt, um die verlorene Zeit aufzuholen.

Wohlfühlfaktor jetzt schon hoch

Am Vormittag absolvierte Bottas Systemchecks und wechselte bei abtrocknender Strecke während eines Rennstints von Regen auf Trockenreifen, um den richtigen Zeitpunkt für einen Wechsel herauszufinden. Hamilton begann am Nachmittag mit einem Trockenprogramm, um Auto und Reifen zu verstehen, zudem arbeitete der Brite an den Fahrzeugsystemen.

Der 4. Testtag im Video!

Bei Mercedes standen am Donnerstag zudem noch die Flügel im Mittelpunkt. Laut Informationen von 'auto motor und sport' klemmten die Silberpfeile am Morgen GoPro-Kameras an die Nase, um die Verbiegung des Frontflügels nachvollziehen zu können, später passte man an Front- und Heckflügel noch einige Dinge an.

In der kommenden Woche stehen noch einmal vier Tage in Barcelona an, bevor sich die Teams zum Saisonauftakt nach Melbourne machen. Dann werden sich die Teams auch verstärkt um die Performance kümmern und anfangen, die Hosen runterzulassen. Lewis Hamilton hat auf jeden Fall schon angefangen, es sich bequem zu machen. "Ich war schon nach zehn Runden wieder voll dabei. Ich bin ziemlich glücklich und fühle mich schon ziemlich wohl."

geteilte inhalte
kommentare
Trotz Verstappen-Crash: Red Bull sieht sich als Mercedes-Jäger

Vorheriger Artikel

Trotz Verstappen-Crash: Red Bull sieht sich als Mercedes-Jäger

Nächster Artikel

McLaren auf Rang zwei: Wiederauferstehung mit Fragezeichen

McLaren auf Rang zwei: Wiederauferstehung mit Fragezeichen
Kommentare laden