Logan Sargeant: Formel-1-Autos sind "einfach verrückt"

Erst vor wenigen Tagen gab es für Logan Sargeant den ersten Formel-2-Einsatz und nun das Formel-1-Debüt für Williams - Wie er es erlebt hat und worauf er 2022 hofft

Logan Sargeant: Formel-1-Autos sind "einfach verrückt"

Hinter Logan Sargeant liegen aufregende Tage. In Saudi-Arabien durfte er vor knapp zwei Wochen sein Formel-2-Debüt geben, am gestrigen Dienstag folgte dann gleich der nächste Schritt mit der ersten Ausfahrt in einem Formel-1-Boliden. "Das war einer der besten Tage meiner Rennfahrer-Karriere, das ist klar", strahlt er. "Es war alles, was ich erwartet hatte - und noch mehr!"

Was dieses mehr ist? "Ich habe einfach eine Menge Grip erwartet, aber nicht so viel", erklärt der Amerikaner, der für Williams ins Lenkrad greifen durfte und den Tag auf Platz 15 beschloss. "Es ist einfach verrückt, wie sie am Boden kleben. Sie bewegen sich wirklich nicht. Das war einfach geil."

An den Grip und den Abtrieb musste sich Sargeant erst noch gewöhnen, und das war auch das größte Thema für ihn beim Test - genau wie die Bremsen, die er als "absolut verrückt" beschreibt. "Wenn du in Juniorserien auf das Bremspedal trittst, beeinträchtigt es dich nicht wirklich. Aber hier wirft es deinen gesamten Körper nach vorne. Die Bremskraft ist anders als alles, was ich je gefühlt habe."

Doch Williams hatte dem Amerikaner ein Testprogramm zusammengestellt, mit dem er sich an das Auto gewöhnen konnte: "Ich würde sagen, dass es eher mir entgegenkam", meint er. "Am Morgen haben wir ein paar Longruns gemacht, um einfach ein paar Kilometer zu bekommen. Am Nachmittag haben wir dann einige kürzere Runs gemacht."

"Du weißt nie, wann die nächste Chance kommt ..."

"Ich kann mich nicht beschweren, es war wirklich gut", lobt er das Programm. "Ich glaube, sie haben sich eher Gedanken darüber gemacht, dass ich Zeit im Auto habe, als dass sie wirklich etwas getestet haben", sagt Sargeant, der das Auto aber nach 92 Runden aufgrund eines Motorenproblems vorzeitig abstellen musste.

 

Der 20-Jährige ist aber trotz der Probleme froh, dass er diese Formel-1-Chance bekommen hat: "Du weißt nie, wann die nächste Chance kommt - oder ob sie überhaupt kommt", sagt er. Denn noch vor einem Jahr schien seine Karriere in der Sackgasse zu stecken, obwohl er mit dem Vizetitel in der Formel 3 seine erfolgreichste Saison gefahren hatte.

"Wir wussten aber nicht wohin", erklärt Sargeant. "Wir hatten nicht das Budget für die Formel 2 und es sah nicht so gut aus." Bei Charouz erhielt er aber noch einmal eine späte Chance in der Formel 3, und Sargeant nahm sie an, obwohl er wusste, dass er mit dem Team wohl nicht die gleichen Erfolge einfahren würde wie zuvor mit Prema.

Trainingseinsatz in Miami?

Am Ende wurde es mit einem Saisonsieg der siebte Platz in der Gesamtwertung. "Ich denke, wir hatten ein gutes Jahr, wenn man sieht, wo sie die beiden Jahre davor waren. Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht", betont er.

In Saudi-Arabien folgte der Aufstieg in die Formel 2, wo er bei HWA ein Wochenende bestreiten durfte, zudem holte ihn auch Williams in sein Nachwuchsprogramm und gab ihm in Abu Dhabi die Chance in einem Formel-1-Auto.

Wie es für ihn 2022 neben seinem Formel-2-Engagement weitergeht, ist aktuell noch offen, doch einen Traum hat er: Er würde gerne für Williams das Freie Training in Miami bestreiten. "Ich bin 20 Minuten von Miami entfernt geboren (in Fort Lauderdale; Anm. d. Red.)", sagt er. "Das wäre schön, aber es ist nicht meine Entscheidung."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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