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Longruns Barcelona: Ferrari vor Mercedes, McLaren mit Problemen

Reifen-Chaos in Barcelona: Ferrari überrascht im Longrun, Red Bull schwächelt, Pirelli erwartet "mindestens zwei Stopps" im Formel-1-Rennen

Reifen-Schock in Barcelona: Ferrari fährt die schnellsten Longruns!

Charles Leclerc fuhr im zweiten Training von Barcelona die schnellsten Longruns

Foto: LAT Images

Beim Großen Preis von Barcelona-Catalunya deutet sich eine regelrechte Reifenschlacht an. In den Longruns zum Ende des zweiten Freien Trainings zeigte sich vor allem eines: ein außergewöhnlich hoher Reifenverschleiß bei allen Teams.

Teilweise verloren die Fahrer innerhalb von nur zehn Runden bis zu fünf Sekunden an Pace - selbst auf dem eigentlich robusten C3-Reifen, dem Medium für dieses Wochenende. Genau dieser extreme Verschleiß könnte das Kräfteverhältnis der Formel 1 am Rennsonntag völlig durcheinanderwirbeln.

Charles Leclerc im Ferrari setzte im Longrun am Ende der Session die Bestmarke. Die Scuderia brachte nicht nur acht Updates am SF-26 nach Spanien, sondern offenbar auch ein Auto, das traditionell Schwierigkeiten hat, die Reifen optimal aufzuwärmen, dafür aber weniger Verschleiß zeigt - ein möglicher Trumpf in Barcelona.

Bereinigt um unterschiedliche Stintlängen und Reifenmischungen war Leclerc um 0,16 Sekunden pro Runde schneller als Andrea Kimi Antonelli im Mercedes. Die Teamkollegen Lewis Hamilton (+0,83) und George Russell (+1,4) hatten hingegen deutliche Probleme mit der Longrun-Pace.

Ist Ferrari wirklich Favorit in Barcelona?

Diese Ergebnisse kommen durchaus überraschend. Der Circuit de Barcelona-Catalunya galt in den vergangenen Jahren eher als schwierige Strecke für Ferrari, während Mercedes und McLaren dort traditionell stärker auftraten.

Das Weltmeisterteam McLaren lag in den Longruns im Schnitt 0,39 Sekunden pro Runde zurück und kämpfte gleichzeitig mit starkem Reifenabbau. Dafür überzeugte McLaren eher auf eine schnelle Runde, ebenso wie Mercedes.

Ein klarer Favorit für den weiteren Verlauf des Wochenendes lässt sich daher kaum ausmachen. Die Teams haben nun Zeit, die Daten auszuwerten und ihre Set-ups auf den hohen Verschleiß anzupassen - das Kräfteverhältnis könnte sich noch verschieben.

Red Bull nur vierte Kraft?

Auch Red Bull ist nur schwer einzuordnen. Max Verstappen brachte es in der Qualifying-Simulation lediglich zu Rang sechs, auch die Longruns (+0,45) lagen eher auf dem Niveau von McLaren - mit deutlichem Abstand zu Ferrari und Mercedes.

Dabei zeigte sich Red Bull im topspeedstarken ersten Sektor besonders konkurrenzfähig, verlor jedoch in den Kurven Zeit. Ferrari hingegen schwächelte auf den Geraden, konnte dafür im zweiten Sektor deutlich zulegen. Mercedes und McLaren präsentierten sich über alle drei Sektoren hinweg solide.

Mittelfeld: Endlich wieder Punkte für Audi?

Im Mittelfeld überzeugten - wie schon in Monaco - Racing Bulls und Audi mit starker Pace. Arvid Lindblad belegte im zweiten Training Rang sieben, Gabriel Bortoleto folgte im Audi direkt dahinter auf Platz acht. Auch in den Longruns hinterließ das deutsche Team einen stabilen Eindruck.

Mit einem durchschnittlichen Rückstand von 1,02 Sekunden pro Runde auf die Spitze setzte Nico Hülkenberg die beste Longrun-Pace eines Mittelfeldfahrers - und das mit deutlichem Abstand. Der nächstschnellste Mittelfeldpilot war Oliver Bearman im Haas, der bereits fast zwei Sekunden pro Runde verlor.

Weniger gut lief es für Williams, die zuletzt vor zehn Jahren in Barcelona in die Punkte fuhren. Auch in diesem Jahr reicht die Pace voraussichtlich nicht aus: Im Longrun fehlten 2,75 Sekunden pro Runde zur Spitze. Nur Cadillac (+3,13) und Aston Martin (+4,56) waren noch langsamer.

Reifenschlacht: Pirelli erwartet "mindestens zwei Stopps"

Das zentrale Thema des Wochenendes bleiben die Reifen. Der Verschleiß war am Freitag enorm, und auch im Qualifying-Trimm zeigten die drei Mischungen nur geringe Unterschiede. Große Zeitgewinne beim Wechsel von Medium auf Soft blieben aus.

Für das Spanien-Wochenende hat Pirelli bewusst eine weichere Reifenpalette gewählt: Statt C1 bis C3 kommen C2 bis C4 zum Einsatz. Dennoch war bereits im Vorjahr die Zweistoppstrategie die schnellste Option - und unter den aktuellen Bedingungen dürfte sie zwingend sein.

"Wir wollten mehr Boxenstopps fördern, zumindest mehr als einen", erklärt Pirelli-Motorsportchef Dario Marrafuschi bei Sky die Entscheidung. "Wir gingen von zwei Stopps aus, aber unter diesen Bedingungen kommt es zu starkem Reifenverschleiß."

"Die Hinterachse überhitzt stark und macht den Fahrern das Leben schwer. Am Sonntag werden wahrscheinlich mindestens zwei Boxenstopps nötig sein - alles Weitere hängt von den Bedingungen ab."

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