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Mercedes dominiert die Longruns im zweiten Training der Formel 1 in Japan, während Red Bull im Mittelfeld untergeht - Ferrari weiterhin zweite Kraft

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Mercedes ist auch in Japan der haushohe Favorit auf den Sieg

Foto: Getty Getty

Im zweiten Freien Training zum Großen Preis von Japan setzte sich überraschend McLaren-Pilot Oscar Piastri an die Spitze. Der Australier fuhr eine Bestzeit von 1:30,133 und distanzierte die beiden Mercedes-Piloten Andrea Kimi Antonelli und George Russell um rund eine Zehntelsekunde.

Wer nun auf einen engen Kampf an der Spitze oder einen Durchbruch von McLaren hofft, sollte jedoch vorsichtig sein. In den entscheidenden Longruns am Ende der Session - also mit viel Sprit im Auto - war erneut Mercedes die dominierende Kraft, und das mit deutlichem Vorsprung.

Bereinigt man die Longrun-Zeiten um unterschiedliche Reifenmischungen und Stintlängen, war Antonelli mit Abstand der schnellste Fahrer. Der Italiener war im Schnitt etwa zweieinhalb Zehntelsekunden pro Runde schneller als sein Teamkollege Russell. Von McLaren hingegen war in dieser Wertung wenig zu sehen.

Daten: Ferrari erneut zweite Kraft hinter Mercedes

Hinter Mercedes folgt - mit deutlichem Abstand - wie schon an den vergangenen Wochenenden die Scuderia Ferrari. Charles Leclerc fehlten rund 0,66 Sekunden pro Runde auf die Longrun-Pace von Mercedes.

Schlecht lief es für seinen Teamkollegen Lewis Hamilton, der überhaupt nicht in Rhythmus kam. Der siebenmalige Weltmeister verlor im Schnitt 1,3 Sekunden pro Runde und kämpfte zudem mit einem sehr hohen Reifenverschleiß.

Dazwischen ordnete sich McLaren ein: Piastri lag im Longrun durchschnittlich 0,96 Sekunden pro Runde hinter Mercedes. Sein Teamkollege Lando Norris absolvierte aufgrund technischer Probleme gar keinen Longrun, da er lange an der Box stand.

Wo Mercedes die entscheidende Zeit gewinnt

Fest steht: In puncto Qualifying-Pace hat Mercedes vermutlich noch nicht alles gezeigt und geht damit auch in Japan als klarer Favorit ins restliche Wochenende. Doch wo genau holen die Silberpfeile ihre Zeit?

Ein Blick auf die durchschnittlichen Sektorzeiten der Longruns zeigt: Vor allem in den Sektoren eins und drei nimmt Mercedes Ferrari deutlich Zeit ab. Im zweiten Sektor ist Leclerc hingegen nahezu auf Augenhöhe. Entscheidend sind vor allem die langen Geraden in Sektor eins und drei.

Mercedes erreicht auf den Geraden - etwa auf dem Weg zur ersten Kurve sowie zur Schikane im letzten Sektor - deutlich höhere Topspeeds. Richtung Kurve eins beträgt der Vorteil teilweise bis zu 15 km/h, im letzten Sektor rund 10 km/h. In den schnellen Esses des ersten Sektors ist Ferrari hingegen fast gleichauf - der Großteil der Zeit geht klar auf den Geraden verloren.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei McLaren: Auch hier geht der größte Teil der Zeit auf den Geraden verloren, obwohl man den gleichen Motor verwendet. Zusätzlich kommt jedoch eine schwächere Performance in den Kurven hinzu, wodurch McLaren letztlich hinter Ferrari zurückfällt.

Red Bull im Niemandsland: Motor nicht das Hauptproblem

Für Red Bull sieht es hingegen erneut schlecht aus. Mit einem durchschnittlichen Longrun-Rückstand von 1,49 Sekunden pro Runde ist Max Verstappen nicht nur weit von der Spitze entfernt, sondern liegt sogar hinter Haas (+1,35) und Alpine (+1,37).

Nach drei Rennwochenenden verdichtet sich zunehmend der Eindruck, dass Red Bull aktuell lediglich ein Mittelfeldteam ist - und das liegt offenbar nicht primär an der Motorleistung. Tatsächlich ist der dritte Sektor mit der langen Geraden Richtung Kurve 16 der einzige Abschnitt, in dem Red Bull einigermaßen mithalten kann.

Wie bereits in China verliert der RB22 den Großteil seiner Zeit in den Kurven. Die Telemetriedaten zeigen sogar, dass Red Bull auf den Geraden besser abschneidet als Ferrari und McLaren. Doch insbesondere in den schnellen Esses des ersten Sektors fehlt es massiv an Performance.

Auffällig ist zudem, dass das Schwesterteam Racing Bulls mit demselben Motor deutlich mehr Zeit auf den Geraden verliert. Möglicherweise hat Red Bull ein zu aggressives Low-Downforce-Set-up gewählt oder das Fahrzeug ist grundsätzlich zu stark auf Effizienz ausgelegt, wodurch es generell an notwendigem Abtrieb fehlt.

Mittelfeld: Haas und Alpine geben den Ton an, Audi mischt mit

Im Mittelfeld zeigt sich ein ähnliches Bild wie zuletzt in China. Haas (+1,35) und Alpine (+1,37) verfügen über die beste Longrun-Pace, während Audi (+1,52) dahinter lauert.

Der Longrun von Nico Hülkenberg begann vielversprechend, doch die starke Anfangsphase ging mit hohem Reifenverschleiß einher. Insgesamt bewegte sich Audi damit auf Augenhöhe mit Red Bull - wobei fraglich ist, ob das eher für Audi spricht oder die Schwäche von Red Bull unterstreicht.

Racing Bulls (+2,05) verlor bereits deutlich auf das vordere Mittelfeld, ebenso enttäuschte Williams (+2,43) erneut. Die Schlusslichter bilden Cadillac (+3,12) und Aston Martin (+3,65). Bitter: Die Qualifying-Pace von Aston Martin entsprach in etwa der Longrun-Pace von Mercedes mit vollem Tank.

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