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Nichts kommt für Emerson Fittipaldi an den Lotus 72 heran

Foto: LAT

Formel-1-Legende Emerson Fittipaldi bezeichnet den Lotus 72 als sein Lieblingsauto im Grand-Prix-Sport. "Das war das beste Auto meiner gesamten Karriere", so die Worte des zweimaligen Weltmeisters im Podcast "Beyond The Grid".

"Wir haben das Auto während dem gesamten Jahr mit Colin [Chapman] entwickelt", erklärt Fittipaldi. "Wir haben an der Geometrie der Aufhängung gearbeitet, am Abtrieb und an den Flügen."

"Aber es war auf der Strecke immer ein unglaubliches Auto. Ich würde ins Paddock zurückkommen, einen Blick mit ihm teilen und mich mit dann ihm kurzschließen. Es war eine Erweiterung meines Körpers."

Von 1970 bis 1973 fuhr der spätere McLaren-Pilot für den Rennstall von Colin Chapman. Im Lotus 72 gelang es Fittipaldi 1972, die Formel-1-Weltmeisterschaft zu gewinnen. 1974 folgte der zweite WM-Titel im McLaren M23.

Gerade Lotus-Ikone Chapman spielt für den Indy-500-Champion von 1989 und 1993 eine wichtige Rolle: "Colin war ein Genie, und er hatte das richtige Gespür dafür, wie man ein Auto abstimmt", erklärt der 79-Jährige.

"Ich erinnere mich daran, wie er, wenn ich über das Auto sprach, zwei Finger [an seiner Schläfe] platzierte. Dann folgte prompt die richtige Lösung. Es war unglaublich, denn es gab damals ja keine Telemetrie. Es war einfach nur ein Gefühl. Du hast Colin etwas erzählt, er hat sich damit beschäftigt und das Auto verbessert. Es war ein fantastisches Auto."

Den M23, mit dem Fittipaldi vor kurzem in Miami zu sehen war, bezeichnet der zweimalige Champion im Podcast als ein konventionelleres Auto. "Lotus hatte Drehstabfedern, mit denen man nur schwer den richtigen Winkel treffen konnte", erklärt Fittipaldi.

"Wir haben die ganze Zeit daran gearbeitet. Bei McLaren war das Auto konventioneller, dafür hatten wir aber drei verschiedene Radstände. Wir hatten einen langen Radstand, einen mittleren Radstand und einen kurzen Radstand für kurze Strecken wie Monaco."

"Es gab noch ein gutes Beispiel für die Logistik von McLaren. Wir konnten die Gewichtsverteilung so anpassen, dass wir auf kurzen Strecken mit mehr Gewicht auf der Vorderachse gefahren sind. Wir hatten von Strecke zu Strecke mehr Vorbereitung, um den M23 auf verschiedene Kurse und Eigenschaften anzupassen, vor allem im Vergleich zu Lotus. Das lag an Alastair Caldwell und Gordon Coppuck."

Am Ende stehen für den Paulista 14 Siege in der Formel-1-Weltmeisterschaft zu Buche. Nach seinem Stint bei McLaren folgten fünf mehr oder weniger erfolgreiche Jahre mit einem eigens aufgebauten Rennstall. Später sollten weitere Erfolge in der CART-Serie folgen.

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