Alpine hat nach Sieg Blut geleckt: "Wir wollen sehr viel mehr"

Der Überraschungssieg von Esteban Ocon in Ungarn ist für Alpine Genugtuung und Ansporn zugleich - Fahrer als Vorbilder in Sachen Teamwork

Alpine hat nach Sieg Blut geleckt: "Wir wollen sehr viel mehr"

Der Überraschungssieg von Esteban Ocon und Alpine beim Formel-1-Rennen in Ungarn war für Exekutivdirektor Marcin Budkowski auch eine Genugtuung, nachdem das Team gute Chancen zuvor nicht zum Sieg nutzen konnte.

"Es war eine Gelegenheit, die sich uns bot. Wir waren da, um sie zu nutzen. Das ganze Team hat seinen Job gemacht, um diesen Sieg zu holen", sagt Budkowski in der Show "The Week with Will Buxton" bei 'Motorsport.tv'.

Dies sei eine Verbesserung im Vergleich zu vorherigen Rennen, bei denen das Chaos überwog. "Bei früheren Gelegenheiten, wie in Monza im letzten Jahr oder sogar in Baku in diesem Jahr, waren wir nicht da, um diese Gelegenheiten zu nutzen, weil wir nicht gut genug positioniert oder schnell genug waren oder weil wir einige operative Fehler gemacht haben", sagt er.

Budkowski: Sind uns der Umstände des Sieges bewusst

In Budapest aber schlugen die Franzosen dann doch Kapital aus den Umständen. Zu Höhenflügen lässt sich Budkowski aber nicht hinreißen. "Wir sind uns bewusst, dass wir nicht gewonnen haben, weil wir alle anderen und die schnelleren Autos um uns herum geschlagen haben, sondern weil wir ein bisschen Glück mit den Umständen hatten", gibt der Pole zu.

Dies mache den Sieg jedoch nicht weniger wertvoll, immerhin war es der erste Erfolg für das in Enstone ansässige Team seit 2013. Damals gewann Kimi Räikkönen im noch auf den Namen Lotus hörenden, schwarz-goldenen Boliden den Australien-Grand-Prix.

Budkowski hofft, dass der Sieg auch Auftrieb für die kommenden Monate gibt, wenn die Entwicklung des 2022er-Autos in Enstone und der neuen Powerunit in Viry in die finale Phase geht.

Budkowski: Alpine muss besser werden

"Wir arbeiten hart für das nächste Jahr, denn jetzt haben wir einen Vorgeschmack bekommen. Die Podiumsplätze im letzten Jahr, der Sieg in diesem Jahr; wir wollen mehr, aber wir wissen, dass wir besser sein müssen, um regelmäßig mehr zu erreichen. Wir müssen ein besseres Team sein, wir müssen ein besseres Auto entwerfen und bauen", stellt er klar.

Der bisherige Saisonverlauf stimme Alpine nicht zufrieden. "Es ist enttäuschend, dass das Team in dieser Saison viel besser arbeitet, man kann es in den Werken sehen, aber dass es sich nicht in Rundenzeiten niedergeschlagen hat. Ich hoffe, dass das im nächsten Jahr der Fall sein wird, und ich bin zuversichtlich, dass es so sein wird, denn wir wollen mehr. Wir wollen sehr viel mehr", sagt Budkowski.

Das Zusammenspiel zwischen Ocon und Fernando Alonso, der durch seine Verteidigungsfahrt gegen Lewis Hamilton den Sieg mutmaßlich erst ermöglichte, sei für das ganze Team eine Inspiration gewesen.

Ocon und Alonso als Vorbilder

"Die Fahrer haben uns gezeigt, wie wichtig Teamwork ist, dem ganzen Team an der Strecke. Ich glaube, jeder hier weiß, dass wir besser sind als andere, und das ist ein fantastisches Gefühl. Wenn Fahrer, die als Einzelkämpfer unterwegs sind, so etwas schaffen und zusammenarbeiten können, dann können wir das alle, und das führt zu größeren Dingen", blickt er voraus.

Den Sieg habe das Team dann auch vor Ort noch genüsslich ausgekostet. "Der Sonntag ging bis tief in die Nacht hinein, und wir haben den Sieg ein bisschen gefeiert", sagt er. Nach seiner Rückkehr nach Enstone habe Budkowski "einen Teil des Vormittags damit verbracht, in der Fabrik herumzulaufen und jedem zu seinem Sieg zu gratulieren, denn es war ein echter Teamsieg auf der Strecke", sagt er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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