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Mario Andretti kritisiert Hamilton: "Warum musste er so militant werden?"

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Mario Andretti kritisiert Hamilton: "Warum musste er so militant werden?"
Autor:
Co-Autor: Diego Meija
21.07.2020, 04:20

Mario Andretti, Formel-1-Weltmeister von 1978, sieht kein Rassenproblem im Motorsport und findet Lewis Hamiltons BlackLivesMatter-Engagement übertrieben

Mit seinem Engagement für die BlackLivesMatter-Bewegung hat Lewis Hamilton in den vergangenen Wochen für viel Aufsehen gesorgt. Einerseits verdiente er sich Anerkennung weit über die Grenzen der Formel 1 hinaus, weil es schon lange keinen Rennfahrer mehr gegeben hat, der sich gesellschaftlich so leidenschaftlich für seine Anliegen einsetzt. Andererseits gab es aber auch kritische Zwischentöne.

In deren Reihen gesellt sich nun IndyCar-Legende Mario Andretti, der Formel-1-Weltmeister von 1978. Der 80-Jährige findet, dass sich Hamilton mit seinem gesellschaftlichen Engagement keinen Gefallen tut: "Ich respektiere Lewis sehr. Gleichzeitig frage ich mich aber: Warum musste er bis zu einem gewissen Grad so militant werden?"

Andrettis Aussagen sind rund um den Saisonauftakt der Formel 1 2020 in Spielberg in der chilenischen Zeitung 'El Mercurio' erschienen. Um bei einem so sensiblen Thema Übersetzungsfehler auf Basis der spanischen Veröffentlichung zu vermeiden, haben wir uns von den Kollegen das englische Originalinterview besorgt.

In dem führt Andretti aus: "Lewis hat nie etwas falsch gemacht und wurde immer bestmöglich akzeptiert. Er hat sich den Respekt des ganzen Planeten verdient. Ich finde, dass einige der Ziele, die sie haben, ein bisschen übers Ziel hinausschießen. Das ist mein Gefühl. Und ich befürchte, dass das zu Problemen zwischen uns allen führen könnte, die völlig überflüssig sind."

Tatsächlich beobachten wir bei Artikeln zum Thema Hamilton und Rassismus eine sehr starke Polarisierung der Leserschaft. Das merkt man am ehesten an Userkommentaren in den sozialen Netzwerken. Einige wenige freuen sich da über die gute Sache. Doch viel lauter sind in der Regel Hamilton-kritische Hasskommentare.

Dass Hamilton jetzt erreicht hat, die klassischen Mercedes-Silberpfeile schwarz zu lackieren, versteht Andretti nicht. Er sei schon lange dabei, und Rennfahrer mit unterschiedlichen ethnischen Hintergründen seien im Motorsport immer "mit offenen Armen" empfangen worden.

"Ganz egal, welche Hautfarbe du hast: Du musst dir deine Position durch Ergebnisse erarbeiten. Punkt", unterstreicht Andretti. "Das ist für jeden gleich." Und: "Du kannst meiner Meinung nach immer Probleme erschaffen, die nicht existieren."

 

Auf den Einwand des Journalisten, dass schwarze Rennfahrer weiterhin eine Minderheit seien und der Motorsport insgesamt von weißen Männern dominiert wird, entgegnet Andretti: "Ich weiß, dass sie eine Minderheit sind. Aber das bedeutet doch noch lange nicht, dass sie nicht willkommen sind."

"Wir hatten schwarze Fahrer bei den IndyCars, und wir hatten schon vor Jahren ein paar schwarze Fahrer in der NASCAR, die immer herzlich willkommen waren. Wir wurden Freunde. Ich bin heute noch mit einigen von ihnen befreundet. Ich verstehe nicht, was das Problem sein soll. Was willst du da machen?"

Aber Hamilton, das hat er oft betont, geht es nicht darum, dass einige wenige Rennfahrer aus ethnischen Minderheiten von der Community vorurteilsfrei aufgenommen werden. Sein Engagement bemüht sich um Gleichstellung. Und er kritisiert, dass etwa viele schwarze Menschen aufgrund ihrer sozialen Stellung gar nicht erst die Chance haben, ein Bein in den Motorsport zu bekommen ...

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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