Helmut Marko: Verstappen-Unfall kostet Dreiviertelmillion

Hamilton-Jubel und Toto Wolff bei den Kommissaren: Helmut Marko ist das Verhalten von Mercedes in Silverstone sauer aufgestoßen - Kein Sinn auf weitere Schritte

Helmut Marko: Verstappen-Unfall kostet Dreiviertelmillion

Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko hat das Verhalten von Mercedes in Silverstone scharf kritisiert und als "niveaulos" bezeichnet. Streitpunkt war natürlich der Unfall zwischen den WM-Rivalen Lewis Hamilton und Max Verstappen in der ersten Runde des britischen Grand Prix. Während dieser für Verstappen im Krankenhaus endete, feierte Hamilton später ausgelassen seinen Sieg.

"Das habe ich eher als niveaulos empfunden", sagt Marko auf Nachfrage gegenüber 'RTL'. Hamilton hatte seinen späten Erfolg im Rennen vor mehr als 140.000 Heimfans in Silverstone bejubelt, ohne laut Marko nur einen Gedanken oder Wort an Verstappen zu verschwenden. Hamilton selbst hatte gesagt, dass er bis nach dem Rennen nicht wusste, dass sein Konkurrent im Krankenhaus ist.

Dem geht es mittlerweile wieder "erstaunlich gut", wie Marko verrät. "Wir hätten gedacht, dass er völlig steif sein wird von diesem unglaublichen Aufprall mit 51g, aber bis auf ein paar Nackenschmerzen ist erfreulicherweise alles okay." Für Marko ein Wunder: "Ich glaube, ein Normalsterblicher überlebt so etwas nicht."

Unverständis für Gang zu den Kommissaren

Doch noch ein anderes Verhalten stieß dem Motorsportkonsulenten am Sonntag sauer auf: Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte Rennleiter Michael Masi kurz nach dem Unfall eine E-Mail mit einem Diagramm geschickt, das Hamiltons Unschuld an dem Unfall beweisen sollte. Der verwies ihn an die Rennkommissare, zu denen der Österreicher gehen sollte.

Für Marko ist das, als würde der Trainer einer Mannschaft beim Fußball während des Spiels in den Raum der Videoschiedsrichter gehen, um diese zu beeinflussen. "Das ist eine neutrale Institution. Und dass man das sofort nutzt, um dort zu beeinflussen, das war schon der erste Schritt, der uns da irritiert hat", sagt er.

 

Zwar wurde später auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner bei den Kommissaren vorstellig, das soll allerdings nur eine Reaktion auf den Besuch von Wolff gewesen sein.

"Es hat auch bis heute keinen Anruf bei Max gegeben. Aber das ist halt der Stil des Hauses", kritisiert Marko weiter. "Wir nehmen das zur Kenntnis." Von einem Revanchefoul will er aber absehen und die Antwort in Ungarn lieber auf der Rennstrecke geben.

Warum ein Einspruch keinen Sinn hätte

Für Red Bull könnte der Unfall aber auch über Silverstone hinaus noch teuer werden. Zum einen wäre da die ungeklärte Motorensituation um den Honda-Antrieb. Noch ist nicht klar, ob das Team den Motor abschreiben muss, was im späteren Saisonverlauf vermutlich eine Strafe nach sich ziehen könnte, weil man über das erlaubt Kontingent hinauskommt.

Zum aktuellen Stand der Motorenstrafen

Zum anderen verschlingt der Unfall auch eine Menge Kosten, die am Ende für die Budgetgrenze von Belang werden. Laut Marko spricht man von einer Dreiviertelmillion Euro, die Red Bull bezahlen muss. "Das schon ein signifikanter Betrag, der uns natürlich auch wehtut", sagt er.

Aber auch Mercedes hatte mit Valtteri Bottas in Imola bereits einen Schaden in ähnlicher Höhe zu verzeichnen.

Trotzdem wird Red Bull von weiteren Schritten absehen und den Vorfall abhaken. Denn: "Vom Sportgesetz her wäre eine Berufung nur sinnvoll, wenn man neue Erkenntnisse einbringen würde. Diese sind nicht gegeben", erklärt Marko. Ein Einspruch würde daher keine Erfolgsaussichten haben.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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