Marko wittert Ungleichbehandlung: "Vielleicht wird Ergebnis noch revidiert"

Helmut Marko sieht Red Bull nach dem Formel-1-Rennen in Saudi-Arabien ungerecht behandelt - Schuld an der Kollision mit Max Verstappen trage nur Lewis Hamilton

Marko wittert Ungleichbehandlung: "Vielleicht wird Ergebnis noch revidiert"

Nach einem völlig skurrilen bis hin zu skandalträchtigen Formel-1-Debüt in Saudi-Arabien rechnet Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko mit einem Nachspiel. Allerdings schiebt er für die heftig diskutierte Kollision zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton in Kurve 27 dem Briten die Schuld in die Schuhe.

"Wir suchen Fakten. Wir können glaube ich beweisen, dass Max gleichbleibend im Bremsdruck war. Also das Braketesting ist Blödsinn, Hamilton hat sich scheinbar verschätzt", meint Marko bi 'ServusTV'.

Zuvor hatte Verstappen eine Attacke Hamiltons abgewehrt, indem er in Kurve 1 die Strecke verließ. Verstappen selbst gab an, er habe Hamilton vorbeilassen wollen. Der Mercedes-Pilot wusste nach eigener Aussage davon aber nichts. Schlussendlich fuhr Hamilton Verstappen ins Heck, weil der Niederländer stark verlangsamte. Die Schuldfrage müssen die Stewards klären.

Marko sauer: "Das akzeptieren wir nicht"

Marko jedoch nimmt seinen Fahrer in Schutz und greift stattdessen die Rennkommissare und auch die Rennleitung an, er unterstellt offen eine Ungleichbehandlung. Denn dass Hamilton keine Strafe dafür bekommen hat, als er später Verstappen scheinbar von der Strecke drückte, Verstappen seinerseits aber für den erzielten Vorteil mit fünf Sekunden belegt wurde, kann er nicht nachvollziehen.

"Es scheinen die Maßstäbe hier etwas anders gehandhabt zu werden. Aber wir prüfen das jetzt alles und gehen dann mit den entsprechenden Argumenten zu den Stewards", kündigt er an. Das Team wolle sich gegen die seiner Meinung nach herrschende Ungerechtigkeit wehren.

"Wenn der Max hart gegen Hamilton fährt, dann ist es eine Strafe, wenn Hamilton ihn von der Strecke boxt, dann ist das scheinbar ein Kavaliersdelikt. Aber so kann das nicht weitergehen", sagt er: "Das einfach nur hinnehmen, dass da, ich will nicht sagen willkürlich, aber zumindest unterschiedlich entschieden ist, das akzeptieren wir mal nicht." Und weiter: "Vielleicht wird dieses Ergebnis noch revidiert."

Deal mit der FIA? "Völlig neue Situation"

Dabei sind Marko noch andere Dinge aufgefallen, etwa der große Abstand, den Hamilton vor dem ersten Restart auf Verstappen gelassen hatte. "Die Regel sagt, du darfst nicht mit mehr als zehn Autolängen hinten sein. Hamilton hat das gemacht und hat dadurch seine Reifen mehr für den Restart präpariert", sagt Marko.

Hamilton gewann den Start, schon da kürzte Verstappen allerdings ab und blieb vorne. Durch einen Unfall im hinteren Teil des Feldes wurde das Rennen jedoch sofort wieder unterbrochen, und dann wurde es skurril. Wie soll nun mit der Situation mit Verstappen umgegangen werden? Es kam zu einem für den Zuschauer transparent veröffentlichten Angebot.

Rennleiter Michael Masi bot Red Bull an, freiwillig von Platz drei zu starten, hinter Esteban Ocon und Hamilton. Red Bull willigte ein. "Es war eine völlig neue Situation. Ich habe gedacht, Regeln sind irgendwo fix. Und dann macht man da im Rennen Angebote", schüttelt Marko den Kopf.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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